Die Kompostierung zu Hause ist eine effektive Methode, um Ihre Umweltbelastung zu mindern – und einfacher, als viele denken. Hier die Vor- und Nachteile sowie ein Einstieg in die Kompostierung von Lebensmittel- und Gartenabfällen, unabhängig von Ihrem Wohnort.
Warum Kompostierung dem Planeten hilft
Kompostierung nutzt natürliche Prozesse, um organisches Material wie Küchenreste und Gartenabfälle wiederzuverwerten. „Sie werfen Alltagsmüll einfach an einen geeigneten Ort, wo Käfer und Bakterien ihn zersetzen“, erklärt Lexie Gough, Gärtnermeisterin und Gründerin von Hardy Homemade. „Am Ende entsteht nährstoffreicher Kompost – das sogenannte ‚schwarze Gold‘ für Ihre Pflanzen.“
Kompost verbessert den Boden, verringert Deponieabfälle und reduziert Methanemissionen – ein Treibhausgas mit höherem Erwärmungspotenzial als CO₂.
„Mit Kompost trage ich direkt im Garten nachhaltig zum Kreislauf von Pflanzenwachstum und Lebensmittelproduktion bei“, betont Ashlie Thomas, Biobäuerin und Gründerin von The Mocha Gardner.
Ihre Kompostierungsmethode wählen
Es gibt vielfältige Methoden: Freiland, Direkte Kompostierung, Tumbler, Wurmfarm, EM-Kompostierung, heiß oder kalt. Die drei Hauptarten sind aerob, anaerob und Wurmkompostierung.
Berücksichtigen Sie Platz, Wohnort, Abfallmenge, Behälter und verfügbare Zeit. „Wählen Sie kleinere Systeme bei begrenztem Raum“, rät Thomas. Die anaerobe „kalte“ Kompostierung eignet sich ideal für Einsteiger: Die Natur übernimmt die Arbeit langsam.
Falls ein eigener Haufen nicht möglich ist – z. B. kein Außenplatz oder keine Lust auf Würmer drinnen –, hier Alternativen:
- Fragen Sie bei Ihrer Kommune oder dem County Extension Office nach Kompostprogrammen.
- Erkundigen Sie sich bei Ihrem Mülldienstleister nach Organiksammlung.
- Kontaktieren Sie lokale Bauernmärkte oder Geschäfte, die Abfälle kompostieren.
Was kann kompostiert werden?
„Fügen Sie stickstoffreiche ‚Grüne‘ und kohlenstoffreiche ‚Braune‘ bei“, empfiehlt Gough. Hier die Listen:
Braune (Kohlenstoff):
- Zeitungs- und Papierschnipsel
- Gartenabfälle
- Haare
- Kaminasche
- Haustierfell
- Trocknerflusen
- Toilettenpapierrollen
- Kiefernnadeln
- Holzspäne
- Natürliche Kleidung (Wolle/Baumwolle, natürliche Farben)
- Trockene Blätter
Grüne (Stickstoff):
- Eierschalen (zerdrückt)
- Obst (ohne Aufkleber)
- Gemüse
- Kaffeesatz & Filter
- Teeblätter
- Gülle (nur Pflanzenfresser)
- Gewürze & Kräuter
- Alkohol (in Maßen: Wein, Bier, Spirituosen)
Was nicht kompostieren
- Fleisch- und Fischabfälle
- Milchprodukte
- Fette und Öle
- Haustierkot
- Menschliche Exkremente
- Kranke Pflanzen
- Chemisch behandelter Gartenabfall
- Äste von Schwarznussbäumen (giftig)
„Knochen und Schalentiere können Sie dehydrieren und mahlen – als Kalziumquelle super“, sagt Thomas. Den Rest in den Restmüll.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kaltkompostierung
„Starten Sie einfach und machen Sie es zur Gewohnheit“, rät Gough. So geht’s:
Benötigte Materialien:
- Kompostbehälter (mind. 1 Kubikyard / ca. 0,8 m³). Kaufen oder bauen.
- Mischwerkzeug (Schaufel/Heugabel)
- Braune Materialien
- Grüne Materialien
- Wasser
Schritte:
- Platziere den Behälter sonnig (mind. 6 Std./Tag), zugänglich, nah am Wasserhahn mit Drainage. „Stehendes Wasser bremst den Prozess“, warnt Gough.
- Sammle Braune und Grüne im Verhältnis 3:1, rät Thomas.
- Mische und gieße. „Mischen belüftet für Mikroorganismen; Gießen verhindert Trockenheit“, erklärt Gough.
- Lassen Sie ruhen. „Geduld: Bis zu 1 Jahr bis zum fertigen Kompost“, sagt Gough.
- Wenden Sie alle 2–4 Wochen. Wechseln Sie Schichten bei Nachfüllung, rät Thomas.
- Geruch prüfen: Sollte erdig riechen. Bei Faulgeruch: Mischen und mehr Braune.
- Fertig bei dunkler, krümeliger Erde. Nutzen im Garten oder spenden/verkaufen.
Profi-Tipps & Tricks
- Zerkleinern Sie Materialien für schnellere Zersetzung, empfiehlt Gough.
- Nicht alles zersetzt gleich schnell – schneiden Sie Hartes klein, sagt Thomas.
- Halten Sie das Grün-Braun-Gleichgewicht für erdigen Geruch.
- Netzwerken Sie mit Gärtnern via Social Media oder lokaler Landwirtschaftsbehörde.
Zum Abschluss
Kompostieren erfordert etwas Aufwand, lohnt sich aber für Umweltschutz und Ihren Garten. Warum nicht starten? Den Abfall werfen Sie eh weg.