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Geheimer Garten in Portland: Wo ungleiche Talente epische Charity-Partys schaffen

Fotografie von David Papazian

Es gibt unzählige Gründe, warum die Stile von Kurt Beadell und Lucy Hardiman eigentlich kollidieren sollten. Beadell, Creative Director und Inhaber von Vibrant Table Catering & Events, setzt auf maximale Wirkung: kräftige Rottöne, tiefe Kontraste aus Schwarz und Weiß, Animal Prints als neutrale Akzente und riesige Elemente – wie Pflanzgefäße in der Größe eines Smart Cars. Gartendesignerin Hardiman hingegen liebt zarte, winzige Pflanzen, harmonische Farbpaletten und Gärten, die wie eine Symphonie aufblühen: Jedes Element tritt langsam hervor, steigert sich zu einem Crescendo und weicht dann dem Nächsten Platz.

Trotzdem verbringen die Nachbarn seit über 25 Jahren den Sommer mit epischen geheimen Dinnern in ihrem gemeinsamen Hinterhof im Südosten von Portland. Sie sammeln Spenden für gute Zwecke und widmen sich wöchentlich anderthalb Tage ihren Jobs, um Gartenpartys für bis zu 60 Gäste zu organisieren.

Geheimer Garten in Portland: Wo ungleiche Talente epische Charity-Partys schaffen

„Hier geht es um Gemeinschaft“, erklärt Beadell, während sein Terrier Biscuit um seine Beine wuselt. „Nachbarn lernen sich kennen, kümmern sich umeinander und investieren mehr in ihr Umfeld.“

Beadell und Hardiman lernten sich erst nach sieben Jahren kennen. In den frühen 1990er Jahren war das Viertel um das viktorianische Haus von 1909 in der Southeast Salmon Street heruntergekommen, voller Crack-Häuser. Beadell und sein Partner brauchten Jahre, um den Efeu hinter dem Haus zu bändigen – 65 Müllsäcke voll. Dahinter entdeckten sie Hardimans beeindruckenden Garten in der Blockmitte.

„Ich war baff, als ich ihren Garten in voller Blüte sah“, erinnert sich Beadell. „Sie hat es drauf!“

Geheimer Garten in Portland: Wo ungleiche Talente epische Charity-Partys schaffen

Hardiman war weniger begeistert: Beadell hatte die Clematis an ihrer gemeinsamen Wand gefällt, die sie jahrelang gepflegt hatte. Nach einer Phase höflicher Distanz entdeckten sie Gemeinsamkeiten: Aktivismus, ästhetisches Gespür, Glaube an die Community und gegenseitige Bewunderung.

„Kurt hat den besten ästhetischen Sinn, den ich kenne“, sagt Hardiman. „Sein Herz ist weit offen.“

Zu dieser Zeit arbeitete Hardiman mit Privatkunden und hielt nationale Vorträge zu Gartengestaltung. Ihr Garten durchlief drei Phasen: Zuerst als Gemeinschaftsgemüsegarten, dann mit Decks für Outdoor-Living, schließlich als saisonales Meisterwerk und Testlabor für neue Pflanzen.

Geheimer Garten in Portland: Wo ungleiche Talente epische Charity-Partys schaffen

Hier schafft sie lebende Symphonien, die mit Farbe, Textur und Form Geschichten erzählen. Pflanzen lehren sie täglich: Passt die Lichtverhältnisse? Ist der Boden richtig? Jede Entdeckung bereichert die Gärten ihrer Kunden und lädt Menschen ein, innezuhalten und die Natur neu zu entdecken.

„Hier passiert jeden Tag etwas Neues“, betont Hardiman. „Strukturpflanzen bleiben, Ein- und Mehrjährige wechseln rasch.“

Beadell ist nach wie vor beeindruckt: „Ihr Garten wirkt wie Magie – er wird immer besser.“

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Das Duo organisiert Events für Organisationen, die ihnen am Herzen liegen: Tangopartys, Picknicks, Dinners, Brunchs, Cocktailabende. Hardiman gestaltet den Garten, Beadell kümmert sich um Menü, Getränke und Deko – passend zu seinem renommierten Catering-Unternehmen.

Sie lernten: Nie zwei Events am selben Tag planen. Einmal blieben Brunch-Gäste bis kurz vor dem Dinner-Start.

Ihre Zusammenarbeit stärkt die Community weit über die Nachbarschaft hinaus.

„Gemeinschaftsleben ist nicht jedermanns Sache“, sagt Hardiman. „Aber wir lieben es.“

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DEKORATIVES NÄHEN

Nach einem langen Tag bei Vibrant Table lässt sich Kurt Beadell in seinen Ledersessel fallen, schaltet die Lampe ein, startet einen dialogreichen Film wie The Hours, gießt sich Wasser ein und näht filigrane Filz- und Stoffkuchen. „Es hat etwas Beruhigendes“, sagt er. „Repetitiv, und das Ergebnis zaubert ein Lächeln.“ Gäste quietschen vor Freude. Im letzten Jahr nähte er abends vier Stunden täglich rund 100 Kreationen: Etageren, Torten, Pasteten, Petit Fours, Scheiben, Rosen, Geburtstagskuchen. Als Textilkünstler (u. a. im Museum of Contemporary Craft ausgestellt) durchlief er Phasen wie Akte, metallische Glanzstücke, Kuchen und nun Stoff-Kale-Salate. „Nichts ist dekorativer als Kuchen“, fasst er zusammen.