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Traditionelle Brettspiele im Comeback: Erbe, Ethik und Familienunterhaltung

Traditionelle Brettspiele im Comeback: Erbe, Ethik und FamilienunterhaltungWann haben Sie zuletzt Ihr Ludo-Brett hervorgeholt, um mit Freunden ein schnelles Spiel zu drehen? Oder Carrom gespielt und heimlich gehofft, dass Ihr Stürmer die Dame perfekt trifft? Viele von uns haben nur noch vage Erinnerungen an diese Klassiker. Dank des Booms digitaler Spiele wie Candy Crush oder PUBG verblassen diese traditionellen Brettspiele, die früher Familien und Freunde zusammenschweißten.

Statt draußen Verstecken zu spielen, sitzen wir lieber zu Hause und jagen virtuelle Feinde. Kinder kleben an ihren Geräten – "Jede zusätzliche Minute am iPad ist eine verlorene Chance zur Interaktion mit der realen Welt, sei es mit Menschen oder manipulierbarem Spielzeug", warnt Entwicklungspsychologin Naeema Jiwani. Diese Bildschirmsucht trägt zu Ängsten und psychischen Belastungen bei.

Genau deswegen gründeten Sangeetha Rajesh und Archana Reddy in Hyderabad "Good Old Games", um die neue Generation mit ihrem kulturellen Erbe zu verbinden. "Es begann mit Gesprächen über unsere Kinder, die lieber indoor zocken und Brillen wie Trophäen tragen", erzählt Archana, Mitinhaberin. Eines Tages spielten sie selbst ein altes Brettspiel – und stellten fest: Der Spaßfunke lebt noch. "Warum nur erzählen? Lassen Sie uns unseren Kindern diese Spiele zeigen!"

Monatelang recherchierten sie in ganz Indien, holten Regeln und Designs ein und beauftragten Handwerker aus Andhra Pradesh, Karnataka und Madhya Pradesh mit authentischer, ästhetischer Nachbildung. Highlights: Parama Pada Sopanam, die spirituelle Vorläuferin von Snakes and Ladders. "Leitern symbolisieren Tugenden, Schlangen Laster – das 100. Feld steht für Moksha. Doch es geht weiter: 21 Felder mit Dashavataras, nur mit 6 oder 12 voran, abschließen mit einer 1. Insgesamt 140 Felder, für Stunden tiefgründigen Spaß", erklärt Sangeetha.

Der Laden bietet Spiele von 100 Rs bis 60.000 Rs. Neu: Krida-Patram, Stoffkarten mit Ramayana- und Mahabharata-Szenen – einst Ganjifa am Königshof. "Morgens regiert Rama als Idealtyp, abends Krishna als Romantiker. Themen von Hanuman bis Dashavataras faszinieren", schwärmt Sangeetha.

Ebenfalls beliebt: Adu Huli Ata, das Tiger-Ziegen-Spiel für Strategie und Teamwork. "Ein Spieler steuert drei Tiger, der andere 15 Ziegen. Sieg: Tiger fressen über sechs Ziegen oder Ziegen blockieren die Raubtiere", beschreibt Sreeranjini GS aus Bengaluru, Expertin für traditionelle Spiele und Inhaberin eines Öko-Spielzeugladens. Sie belebt Klassiker wie Pagade, Chowkabara, Ganjifa und mehr aus Karnataka, Tamil Nadu bis Mesopotamien.

Sreeranjini organisiert Turniere für Jung und Alt. "Kinder entdecken Neues, Erwachsene tauchen in Kindheitserinnerungen ein", sagt sie. Eltern wie Mohan Joshi loben: "Mein Sohn Rohit (9) liebt Aluulimane – es schult Denken statt zielloses Zocken." Eine Kundin berichtet begeistert: Ihre 90-jährige Mutter mit Alzheimer erwachte beim Pachisi-Spiel (Pagade) zu neuem Leben. Solche Geschichten beweisen: Traditionelle Spiele stärken Bindung, Geduld und Geist – für alle Generationen.