Als erfahrener Gärtner mit jahrelanger Praxis weiß ich: Kunststoff ist in Gärten überall präsent – von Pflanztöpfen, Kompostbehältern und Cloches bis zu Etiketten, Vogelhäuschen und Unkrautfolien. Selbst Rasenmäher und Gartengeräte haben oft Plastikteile.
Jährlich werden schätzungsweise 500 Millionen Blumentöpfe und Saatschalen verkauft. Der Großteil landet auf Deponien oder im Verbrennungsofen – Recycling ist rar, da es kaum Einrichtungen gibt. Die Produktion verbraucht viel fossilen Brennstoff, und Plastik zersetzt sich erst nach rund 500 Jahren.
Je mehr wir über die Schädlichkeit von Einwegplastik erfahren, desto leichter wird es, dank Gartencentern, Gärtnereien und Herstellern Plastik zu reduzieren, wiederzuverwenden oder zu recyceln. Am besten: Vermeiden Sie es von vornherein. Hier sind bewährte Ideen aus meiner Praxis.
Plastik sparen
Kaufen Sie einfach weniger Plastik. Es ist einfacher als gedacht: Alternativen boomen. Biologisch abbaubare Töpfe aus Kokosfasern, Holzspänen, Reischalen, Miscanthus oder Algen sind ideal. Manche zerfallen nach Monaten direkt im Boden, Wurzeln wachsen hindurch. Andere aus Bambus, Reihülsen oder Latex halten Jahre und landen später im Kompost.
Viele Gartencenter setzen auf Bio-Töpfe, andere nehmen Plastik zurück zum Recyceln. Fragen Sie nach! Selbst Töpfe aus Zeitung oder Klopapierrollen basteln Sie leicht. Bei wurzelnackten Bäumen, Hecken oder Stauden: Wählen Sie Papierverpackung statt Plastik, besonders online.
Greifen Sie zu Werkzeugen mit Holz- oder Metallgriffen, bauen Sie Holzkomposter und nutzen Sie Holz- oder Pflanzenetiketten.
Plastik wiederverwenden
Pflegen Sie vorhandenes Plastik gut, um es jahrelang zu nutzen. Töpfe für Setzlinge und Stecklinge wiederverwenden oder spenden – Schulen und Kleingartenvereine freuen sich. Cloches reparieren mit Klebeband statt wegwerfen. Geräte reinigen, ölen und lagern, Kompostbeutel mehrmals füllen. Plastikflaschen werden zu Kompostschaufeln oder Speichern.
Plastik recyceln
Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune oder online, ob Blumentöpfe akzeptiert werden. Große Recyclinghöfe tun es oft. Rufen Sie Gartencenter an – viele haben Rücknahmesysteme. Fordern Sie welche ohne!
Kaufen Sie recycelte Produkte: Etiketten, Regentonnen, Saatschalen oder Gewächshäuser. Fragen Sie Händler nach Details.
Nicht alles Plastik ist recycelbar. Fester, durchsichtiger oder weißer Kunststoff (wie Flaschen) meist schon, bunte oder PVC/Styropor selten. Prüfen Sie Symbole auf Produkten und fragen Sie bei der Behörde nach. Mehr zu Symbolen: recyclenow.com.
Plastik in Teebeuteln
Feine Fäden im Kompost? Viele Teebeutel enthalten Polypropylen zum Versiegeln. Druck auf Hersteller wächst. Bislang: Pyramidenbeutel, Schnurtee oder losen Tee wählen.