Erfahren Sie als passionierter Tierhalter, wie artgerechte Kaninchenhaltung gelingt. Bevor Sie sich ein Kaninchen anschaffen, prüfen Sie genau, ob Sie ihm ein passendes Zuhause bieten können.
Kaninchenhaltung – eine ernsthafte Verantwortung
Kaninchen wirken wie kuschelige Plüschtiere, doch ihre Pflege erfordert Engagement und Fachwissen. Vor dem Kauf beachten Sie bitte Folgendes:
- Bei der Anschaffung eines Haustiers übernehmen Sie die volle Verantwortung. Sorgen Sie dafür, dass es gesund bleibt und ein erfülltes Leben führt.
- Kaninchen werden bis zu zehn Jahre alt. Seien Sie auf langfristige Betreuung vorbereitet.
- Ein Kaninchen duldet keine Alleinhaltung. Kaufen Sie mindestens zwei Tiere und investieren Sie Zeit sowie Kosten. Details dazu folgen im nächsten Abschnitt.
- Bieten Sie ausreichend Auslauf: Neben einem großen Käfig braucht es ein Wohnungsgehege und idealerweise einen Garten. Ohne Garten ist artgerechte Haltung laut Deutschem Tierschutzbund schwierig – Graben gehört zu ihrem natürlichen Verhalten.
- Bei Wohnunghaltung: Viele Kaninchen werden nicht stubenrein.
- Für Kinder: Wenn das Interesse nachlässt, übernehmen Sie die Pflege.
- Bei Tierhaarallergie in der Familie: Kaninchen scheiden aus – Haare verteilen sich unausweichlich.
Wichtig: Jungtiere sind unwiderstehlich süß, aber noch nicht abgesetzt. Kaufen Sie nur Tiere ab mindestens 12 Wochen, um Muttertrennung zu vermeiden.
Kaninchen in Gruppen halten – mit oder ohne Artgenossen?
Kaninchen brauchen Artgenossen, vertragen sich jedoch nicht immer. Optimal:
- Wurfgeschwister oder fremde Tiere, die bis zur 12. Lebenswoche aneinander gewöhnen.
- Spätere Paarungen sind aufwendiger, besonders bei Gleichgeschlechtlichen wegen Rivalität.
- Bei Verlust eines Partners: Vergesellschaften Sie das verbleibende Tier oder holen Sie ein Neues.
Achtung: Keine unkastrierten Männchen mit Weibchen zusammenhalten.
Empfohlene Konstellationen:
- Ein kastriertes Männchen mit 1–3 Weibchen.
- Zwei kastrierte Männchen mit 2–4 Weibchen.
- Nur kastrierte Männchen.
- Bei reinen Weibchengruppen: Immer ein Männchen hinzufügen, um Streit zu vermeiden.
Mit anderen Arten:
- Meerschweinchen: Möglich, ersetzt aber keinen Artgenossen. Ab Geschlechtsreife (3 Monate) beobachten.
- Katzen etc.: Stressig für Kaninchen, nicht empfehlenswert.
Kaninchen halten: Indoor, Outdoor oder Hybrid?
Kaninchen brauchen viel Bewegung und Grabverhalten. Kleiner Käfig reicht nicht. Für Wohnunghaltung:
- Offenes Gehege mind. 1x1 m.
- Buddelkiste mit Rindenmulch und Einstreu.
- Tägliches frisches Einstreu.
- Zimmerfreilauf.
- Sicherheit: Keine Kabel, Giftpflanzen.
- Schlaf- und Versteckplätze, Naturmaterialien.
- Gartenzusatz ideal; im Winter indoor lassen.
Für optimale Artgerechtheit: Gartenhaltung.
- Gehege für 2–3 Tiere: Mind. 6 m².
- Geschützt vor Greifern (punktverschweißter Draht).
- Eingegraben.
- Schatten, Verständnisse.
- Witterungsgeschützter Stall mit mehreren Kammern.
- Naturmaterialien (Äste etc.).
Gesunde Ernährung für vitale Kaninchen
Ausgewogene, pflanzliche Kost hält fit. Immer frisches Trinkwasser in Steingutnapf (täglich reinigen, keine Flaschen).
Heu als Basis: Grünlich, duftend, vielfältig.
Kein industrielles Futter: Zu kalorienreich, Risiko Fettleibigkeit.
Grün- und Saftfutter:
- Wiesenkraut: Löwenzahn, Gras, Klee.
- Gemüse: Möhren, Kohlrabi, Fenchel, Brokkoli, Sellerie, Salat, Spinat.
- Obst sparsam: Äpfel, Birnen, Beeren, Melone.
- Äste zum Kauen (Zahnverschliff).
Vorsicht: Blähendes Gemüse dosiert, Kohlrabi langsam. Giftig: Rohe Bohnen, Kartoffelkeime.
Richtiger Umgang mit Kaninchen
Als Beutetiere sind Kaninchen wachsam. Passen Sie sich an:
- Hören: Sensibel für Lärm. Ruhige Umgebung, aber Stimme und Namen nutzen.
- Sehen: Breites Sichtfeld, doch langsam nähern, sprechen.
Weiteres:
- Ruhe respektieren: Wegstupsen oder liegend = Ende.
- Streicheln: Sanft, mitwuchs.
- Kein Hochheben.
Verhalten deuten:
- Männchenmachen: Neugier.
- Kinnreiben: Markieren.
- Hinterpfotenklopfen: Gefahr.
- Lecken: Zuneigung.
Professionelle Pflege für Fell, Krallen und Zähne
Fell: Selbstpflege, bürsten okay, nie baden.
- Zähne: Regelm. Kontrolle, Tierarzt bei Fehlstellung.
- Krallen: Letztes Viertel schneiden, Nerven schonen.
Krankheitszeichen und Prävention erkennen
Symptome:
- Appetitlosigkeit.
- Apathie, stumpfes Fell, trübe Augen.
- Keine Reaktion auf Gerausch.
- Zahnknirschen.
Sofort Tierarzt! Impfungen gegen RHD 1/2, Myxomatose. Routinechecks empfohlen.