Die Wasserlinse, auch Entengrütze genannt, bildet im Sommer dichte Blätterteppiche auf Teichen und Seen. Als erfahrener Gartenspezialist zeigen wir Ihnen, wie Sie diese robuste Pflanze in Ihrem Garten-Teich ansiedeln und von ihren vielfältigen Vorteilen profitieren.
In der Natur besiedelt die Wasserlinse stehende oder langsam fließende Gewässer. Sie entwickelt kleine, linsenförmige Blätter, die rasend schnell die Wasseroberfläche überziehen. Enten fressen sie gerne, daher der Name Entengrütze.
Im eigenen Teich lässt sich die Wasserlinse leicht ansiedeln, wenn grundlegende Bedingungen erfüllt sind. Viele Gärtner sehen sie als lästiges Unkraut, doch sie bekämpft effektiv Algen im Teich, liefert Fischen Nahrung und Schutz.
Wasserlinse im Garten pflanzen und pflegen
Entengrütze umfasst mehrere Arten der Wasserlinse, wobei die Kleine Wasserlinse bei Hobbygärtnern besonders beliebt ist. Erwerben Sie sie im Fachhandel oder online und setzen Sie sie direkt ins Wasser. Beachten Sie diese bewährten Tipps für optimales Wachstum:
- Standortbedingungen: Sie ist unkompliziert, vermehrt sich aber in sonnigem, nährstoffreichem, ruhigem Wasser am schnellsten.
- Wasserwerte: Robust gedeiht sie bei 0 bis 32 °C und pH-Werten von 3,2 bis 10.
- Überwintern: Sie zieht sich bei Frost auf den teichboden zurück. Kein Schutz nötig – Teich nach Winterruhe nicht reinigen.
- Wachstum eindämmen: In der Natur regulieren Tiere sie. Im Teich abschöpfen, um Licht für Unterwasserpflanzen zu sichern. Mehr Methoden im nächsten Absatz.
Tipp: Bei Hühnerhaltung füttern Sie abgeschöpfte Linse frisch oder getrocknet – ein proteinreicher Snack.
Entengrütze ausdünnen: So geht's richtig und warum es essenziell ist
Bei Idealbedingungen verdoppelt sie ihren Bestand in drei Tagen. Der dichte Teppich blockiert Licht, schadet Pflanzen und Fischen. Regelmäßiges Ausdünnen erhält das ökologische Gleichgewicht. Hier bewährte Strategien:
- Kein Dünger: Verhindert Überwucherung, bremst aber auch andere Pflanzen.
- Wasserbewegung: Sie bevorzugt Stillwasser. Springbrunnen helfen, aber Seerosen vertragen starke Strömung nicht.
- Fische einsetzen: Karpfen etc. fressen sie natürlich. Kein extra Futter, da es düngt.
Die Wasserlinse als innovative Proteinquelle
Sie wächst extrem schnell und ist reich an pflanzlichem Eiweiß. Eine Studie der Universität Jena (2017) sieht enormes Potenzial für die menschliche Ernährung. In Südostasien schon in Suppen verwendet. Proteingehalt: 35 %, vergleichbar mit Raps, Lupine und Erbse (Bundeszentrum für Ernährung).
Sie enthält essenzielle Aminosäure Lysin für Wachstum und Immunsystem. Fett: 48–71 % mehrfach ungesättigt, ausgewogenes Omega-3/6-Verhältnis.
Vorteil: Kein Ackerland nötig, mehr Fläche für andere Kulturen. Derzeit Wildernte, Kultivierung in westlichen Ländern braucht weitere Forschung (Bundeszentrum für Ernährung).