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Vogel-Wicke: So bestimmst und verwendest du die nützliche Pflanze

Die Vogel-Wicke besticht durch ihre blauviolette Farbe und gedeiht schnell in Gärten. In diesem Artikel erfährst du mehr über die dekorative Nutzpflanze.

Vogel-Wicke erkennen

Die Vogel-Wicke (Vicia cracca) ist eine blütenreiche Pflanze, die zu der Familie der Hülsenfrüchtler gehört. Da sie eine Kletterpflanze ist, besitzen ihre gefiederten Blätter eigenständige Wickelranken. Diese klammern sich an allem fest, was sie berührt. So kann die Pflanze bis zu 120 Zentimeter hoch werden.

Ihre zahlreichen Blüten haben eine kräftige violette Farbe, die stellenweise ins Blau übergeht. Sie wachsen in einem traubigen Blütenstand, also dicht beieinander in einer bündelähnlichen Anordnung von bis zu 40 Blüten. Die Blütezeit reich von Juni bis August. 

Die Vogel-Wicke kam früher nur in Eurasien vor. Heute ist sie als Neophyt auch in Nordamerika zu finden. Neophyten sind Pflanzenarten, die durch den menschlichen Einfluss in einem bis dahin für sie nicht erschlossenem Gebiet wachsen können.  

In Deutschland findest du die Pflanze vor allem auf Wiesen, Weiden und Äckern. Sie mögen feuchtere Lehm- und Tonböden. Sie kann sowohl im Tal, als auch in höheren Lagen wachsen. 

Vogel-Wicke für Vögel, Insekten und Menschen

Während die Zaun-Wicke, eine Verwandte der Vogel-Wicke, sehr eiweißlastig ist und sich gut als Kraftfutter für Rinder und andere Weidentiere eignet, ist die Vogel-Wicke vor allem für Vögel nützlich. Viele Vogelarten (auch Ziervögel wie Wellensittiche) fressen die kleinen, schwarzen Früchte gern. Da die Vogel-Wicke lange trägt, bieten die reifen Früchte für mehrere Wochen eine sichere Nahrungsquelle. 

Die Zierpflanze ist bei vielen Bienenarten, vor allem Hummeln, sehr beliebt. Sie spendet viel Nektar und Pollen, und das über Wochen hinweg. Erdhummeln sind manchmal so gierig auf den Nektar, dass sie seitlich die Blüte aufbeißen, um schneller an die Mahlzeit zu kommen.

Für Menschen sind die Samen leicht giftig. Nach einem einmaligen Verzehr können sie Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Sie enthalten Pyrimidinderivate, Blausäureglycoside und Lektine, die allerdings durch Hitze aufgelöst werden.  Um sicher zu gehen, solltest du die Samen und Keimlinge konsequent entfernen. 

Ohne Bedenken kannst du junge Triebe, Blätter und Blüten essen. Sie können als Beilage zu gesunden Suppen oder gekochtem Gemüse gereicht werden. Die Blüten sind eine farbenfrohe Zierde auf Salaten oder in einer Teemischung. 

Tipps zum Anbau und Pflege

Wer die Vogel-Wicke in seinem Garten anbauen möchte, sollte ihr einen frischen bis feuchten Platz in einer sonniger bis halbschattigen Lage bieten können. Sie ist recht anspruchslos und wächst schnell. 

Da die Pflanze stark rankt und unterirdische Ausläufer bildet, überwuchert sie zügig den Gartenboden. Um das zu vermeiden, solltest du die Stellen regelmäßig von Hand jäten. Du kannst sie auch neben einem Holz- oder Steinhaufen pflanzen, damit sie darauf klettern kann. Du hast einen alten Zaun oder eine kaputte Hauswand? Die Vogel-Wicke kann sie schnell maskieren und mit ihren Blüten aufwerten.