Als Experte für Tierernährung raten wir: Schauen Sie genau auf die Zutatenliste Ihres Hundefutters. Manche Inhaltsstoffe vertragen Hunde nicht gut und können gesundheitliche Probleme verursachen. Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt.
Nicht jedes Futter ist optimal für Ihren Hund. In Deutschland und der EU gelten strenge Vorschriften zur Kennzeichnung von Hundefutter, geregelt durch die Futtermittelverkehrsverordnung. Die Inhaltsstoffe müssen absteigend nach Menge aufgelistet werden – der Hauptbestandteil steht zuerst. Zudem dürfen bestimmte Stoffe wie Natrium Grenzwerte nicht überschreiten, um Überdosierungen zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten.
Trotz dieser Regeln haben Hersteller Spielraum bei der Auswahl der Zutaten. Oft werden minderwertige Füllstoffe und Zusatzstoffe verwendet, um Kosten zu senken. Diese bringen Volumen, aber keine Nährstoffe. Um das Futter attraktiv zu machen, kommen Geschmacksverstärker hinzu. Viele davon reizen den empfindlichen Magen-Darm-Trakt und können Allergien auslösen.
Inhaltsstoffe im Hundefutter: Diese sollten Sie vermeiden
Informieren Sie sich über die Zutaten, um Probleme zu verhindern. Achten Sie in der Liste auf folgende kritische Stoffe:
- Tierische Nebenerzeugnisse: Ohne Angabe „in Lebensmittelqualität“ sind es oft Schlachtabfälle wie Hufe, Federn, Schnäbel, Innereien oder Blut – ungeeignet für den Menschen. Für Hunde nicht immer schädlich, aber die unklare Zusammensetzung macht es unmöglich, Unverträglichkeiten auszuschließen.
- Geschmacksverstärker mit E-Nummern E 620 bis E 637: Hierunter fallen Glutamate, die häufig Verdauungsstörungen verursachen.
- Farbstoffe wie E127, E123 und E101: Sie dienen nur der Optik, liefern keine Nährstoffe oder Geschmack. Sie stehen im Verdacht, Allergien und Unverträglichkeiten zu fördern.
- Soja: Günstiger Eiweißersatz, der bei manchen Hunden Blähungen, Darmprobleme oder Allergien auslöst.
- Zu viel Weizen: Häufiges Füll- und Bindemittel. Viele Hunde metabolisieren es gut, aber Allergiker leiden unter Magen-Darm-Beschwerden. Besser: Aufgeschlossene Kohlenhydrate wie weich gekochte Nudeln. Der Anteil sollte maximal 60 Prozent betragen, um Durchfall zu vermeiden.
- Zucker, Melasse, Fructose oder Glucose: Auch „Bäckereierzeugnisse“ oder „Molkereierzeugnisse“ deuten auf Zucker hin. Unnötig für die Ernährung, nur für den Geschmack. Überflüssiger Zucker lagert sich als Fett ein, führt zu Übergewicht, Herzproblemen, Atemnot und Karies – ähnlich wie beim Menschen.
Inhaltsstoffe im Hundefutter: So füttern Sie artgerecht und gesund
Für eine gesunde, artgerechte Fütterung wählen Sie Futtersorten ohne Farb- und Aromastoffe – also mit möglichst wenigen E-Nummern. Hochwertiges, getreidefreies Futter mit hohem Fleischanteil überzeugt ohne Zusatzstoffe. Natürliche, unbehandelte Varianten sind ideal. Bio-Hundefutter ist oft glutenfrei und frei von Künstlichem. In unserer Bestenliste mit Bio-Hundefutter empfehlen wir bewährte Marken.
Unsicher? Fragen Sie Ihren Tierarzt nach passendem Futter. Viele Besitzer kochen selbst: Beim Trend BARF (Biologisches Artgerechtes Rohes Futter) gibt es rohes Fleisch und Gemüse wie beim Wolf. Mehr Tipps zur optimalen Tierernährung finden Sie in unserem Artikel: Besseres Tierfutter: Bio, vegan oder selbstgemacht?