Viele alte Kühlschränke verbrauchen unnötig viel Strom. Ein neues Modell mit hoher Energieeffizienz kann sich rasch auszahlen. Als Experten für Haushaltsgeräte zeigen wir Ihnen, wann ein Neukauf sinnvoll ist und welche Faktoren beim Kauf entscheidend sind.
Ob ein Austausch lohnt, hängt nicht nur vom Alter ab, sondern von Energieeffizienz, Standort und Temperatureinstellung. Mit diesen Kriterien bestimmen Sie optimal den richtigen Zeitpunkt – und sparen langfristig Geld und Energie.
Wann lohnt sich ein neuer Kühlschrank?
Eine Studie einer Unternehmensberatung belegt: Der Stromverbrauch von Kühlschränken mit Gefrierfach ist in 30 Jahren halbiert. Ein Gerät aus 2020 verbraucht weniger als die Hälfte eines Modells von 1990. Bei einem Umzug in eine neue Wohnung empfehlen wir daher ein neues Gerät statt eines gebrauchten.
Neue Kühlschränke gibt es als Stand- oder Einbaugeräte – in beiden Kategorien finden sich effiziente Modelle. Pauschal ist hier keine Aussage zum Verbrauch möglich.
Prüfen Sie die wirtschaftliche Amortisationszeit (Zeit bis eingesparte Stromkosten die Investition decken) und die ökologische Amortisationszeit (Ausgleich der Produktionsemissionen durch Einsparungen):
- Die wirtschaftliche Amortisationszeit gibt an, nach wie vielen Jahren die Anschaffungskosten durch Stromersparnisse amortisiert sind.
- Die ökologische Amortisationszeit misst, bis die Herstellungsemissionen durch geringeren Betriebsverbrauch kompensiert werden.
Ökologisch lohnt ein vorzeitiger Austausch bei bis zu 5 Jahren Amortisation, wirtschaftlich bei bis zu 10 Jahren. Details finden Sie in der Studie der Verbraucherzentrale.
Für funktionsfähige Geräte ab 15 Jahren ist ein Neukauf unter beiden Aspekten empfehlenswert. Bei Einbaugeräten rechnet es sich erst ab ca. 20 Jahren wegen höherer Kosten.
Tipps für den Kauf eines neuen Kühlschranks
Kühlschränke machen etwa 10 % des Haushaltsstroms aus. Priorisieren Sie Energieeffizienz, um Geld und Umwelt zu schonen.
Größere Modelle verbrauchen mehr Strom.
Für 1–2 Personen reichen 100–150 Liter Nutzinhalt, pro weitere Person +50 Liter.
EU-Energielabel, Verbrauchswerte und Tests wie von Stiftung Warentest unterstützen die Entscheidung.
Das Label gibt einen ersten Überblick, ein Rechner der Verbraucherzentrale hilft weiter. Tests bieten umfassende Bewertungen.
Optimale Kühltemperatur: 7 °C.
Jeder Grad kälter erhöht den Verbrauch um ca. 6 %. Messen Sie mit einem Thermometer im oberen Fach.
Das neue EU-Energielabel im Detail
Seit März 2021 zeigt das EU-Energielabel auf rechteckigen Stickern eine Skala von Grün (A) bis Rot (G). Es ist strenger: Frühe A+++-Modelle fallen oft in C–G.
Klasse A ist noch nicht vergeben, um Innovationen anzuregen.
Zusätzlich enthält es:
- QR-Code zur EU-Produktdatenbank,
- Jahresenergieverbrauch in kWh,
- Gesamtinhalte in Litern (Kühl- und Gefrierfächer),
- Lautstärke in dB(A) und Schallemissionsklasse (A–D).
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Optimalen Betrieb für Ihren Kühlschrank
Praktische Tipps zum energiesparenden Umgang:
- Größe: 100–150 Liter für 1–2 Personen, +50 Liter pro weitere.
- Bauform: Standgeräte halten Temperatur stabiler (Stiftung Warentest).
- Standort: Kühl, nicht in Sonne/Herd. Passende Klimaklasse prüfen: Klimaklasse: Warum nicht jeder Kühlschrank in die Abstellkammer darf.
- Temperatur: 7 °C halten; -1 °C = +6 % Verbrauch.
- Einräumen: Tür selten öffnen, vorsortieren.
- Inhalt: Voller Kühlschrank spart Energie.
- Lagern: Warme Speisen abkühlen lassen; Winter: Balkon nutzen.
- Urlaub: Ausschalten oder Ferienmodus.
Tipps speziell für das Gefrierfach
Zusätzliche Effizienztipps:
- Schubladen für bessere Übersicht.
- Einfrieren: Nur in 4-Sterne-Fächern langfristig.
- Gefrieren: Portionenweise einfrieren.
- Abtauen: Bei 1 cm Eis abtauen.
- Schließen: Dichtungen regelmäßig prüfen.