Die Gebetspflanze ist eine der faszinierendsten Zimmerpflanzen für jede Sammlung. Ihre lebendigen Farben und markanten Blattmuster machen sie unverwechselbar. Ob Anfänger oder Profi – hier verraten Gärtnermeisterin Mandi Gubler und Biobäuerin Ashlie Thomas alles Wissenswerte zur Pflege dieser tropischen Schönheit.
Was ist eine Gebetspflanze?
Gebetspflanzen gehören zur Gattung Maranta aus der Familie Marantaceae und stammen aus tropischen Wäldern Süd- und Mittelamerikas.
Mandi Gubler, Gärtnermeisterin und Gründerin von Happy Happy Houseplant, erklärt den Namen: „Nachts falten sich die Blätter wie betende Hände zusammen.“
Der Begriff ist beschreibend, nicht wissenschaftlich. Ähnlich bewegen sich Calatheas, die ebenfalls zur Marantaceae-Familie gehören. Doch Maranta gilt als „echte Gebetspflanze“, betont Gubler.
Diese Pflanzen lieben Wärme und Feuchtigkeit. Bei richtiger Pflege erreichen sie bis zu 30 cm Höhe und 45 cm Breite.
Sie finden Marantas in Gartencentern, online-Shops oder auf Etsy.
Kurzübersicht:
- Sonnenlicht: Mittleres, indirektes Licht
- Gießen: Wenn die Erde trocken ist, alle 1–2 Wochen
- Vorteile: Einzigartige Farben und Muster
- Nachteile: Anspruchsvoll bei Licht und Feuchtigkeit
- Standort: Nahe einem Nordfenster
- Haustierfreundlich? Laut ASPCA ungiftig für Hunde und Katzen
- Größe: Bis 30 cm hoch und 45 cm breit
Beliebte Sorten von Gebetspflanzen
Die gängigsten Varianten:
- Rote Gebetspflanze (Maranta leuconeura ‘erythroneura’): Mit fuchsiafarbenen Nadelstreifen oben und leuchtend lila unten, schwärmt Gubler.
- Zitronen-Limetten-Gebetspflanze (Maranta leuconeura ‘marisela’): Helle grün-weiße Adern wie bei der Roten.
- Grüne Gebetspflanze (Maranta leuconeura): Auch Hasenfußpflanze genannt, mit feinen Adern und tiefgrünen Flecken.
Gebetspflanze pflanzen und standortgerecht platzieren
Als Zimmerpflanze ideal, da empfindlich gegenüber direktem Licht. Optimal: 10–15 cm von Nordfenstern entfernt oder auf Regalen. „Perfekt für schattige Plätze“, sagt Gubler.
Professionelle Pflegetipps
So bleibt Ihre Maranta vital und farbenfroh.
Wasser
„Feucht, aber nie nass halten“, rät Ashlie Thomas von The Mocha Gardener. Gießen Sie alle 1–2 Wochen, wenn das obere Drittel der Erde trocken ist, empfiehlt Gubler.
Boden
Normale Blumenerde mit neutralem pH-Wert. „Nichts Spezielles nötig“, meint Gubler.
Sonnenlicht
Vermeiden Sie direkte Sonne. „Zu viel Licht macht sie instabil“, warnt Thomas. Indirektes Licht ist ideal.
Temperatur & Feuchtigkeit
Tropisch: Gruppieren Sie Pflanzen oder nutzen Sie einen Luftbefeuchter. Auch Badezimmer eignen sich.
Düngen
Ausgewogener Allzweckdünger (N:P:K 3:2:1), wie Thomas empfiehlt. Gubler düngt je nach Saison alle 2–4 Wochen. Passen Sie es an Ihren Rhythmus an.
Häufige Probleme und Lösungen
Sogar Profis begegnen Herausforderungen:
- Gelbe Blätter: Zu viel Sonne oder Dünger. Beschneiden Sie betroffene Blätter und passen Sie Bedingungen an, rät Thomas.
- Feuchter Boden, faulende Blätter: Wurzelfäule durch Überwässerung. Wurzeln kürzen, umtopfen in drainierenden Topf.
- Blattflecken: Pilzinfektion. Infizierte Blätter entfernen, Untersetzer leeren.
Vermehrung der Gebetspflanze
Einfach per Wasser: Gubler erklärt den Weg.
1. Steckling schneiden
Unter einem Knoten zwischen Blättern schneiden.
2. In Wasser stellen
Raumtemperaturwasser mit ¼ Stärke Dünger.
3. Wasser wechseln
Alle 2–3 Tage, bis Wurzeln wachsen (kann Monate dauern). Grün und klar? Alles gut.
4. Umtopfen
Bei Wurzeln in feuchte Blumenerde setzen und durchfeuchten.
Profi-Tipps
- Kein Besprühen: Besser Luftbefeuchter oder Gruppierung.
- Konsistenz bei Licht, Feuchtigkeit und Dünger für Blühglück, sagt Thomas.
- Samtige Blätter: Abspülen und abtropfen lassen, rät Gubler.
Zusammenfassung
Die Gebetspflanze braucht Feuchtigkeit und Geduld, belohnt aber mit atemberaubendem Wachstum. Weniger pflegeleicht als eine ZZ-Pflanze, doch lohnenswert!