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Permakultur: Die nachhaltige Zukunft von Vororten und Nachbarschaften

Fotos von Jan Spencer

Vororte werden oft kritisiert und als Fehlinvestition in die Landnutzung abgetan – denken Sie an den Film „The End of Suburbia“. Doch als erfahrene Permakultur-Expertin sehe ich in ihnen die ideale Lösung für drängende Probleme wie den Klimawandel, verursacht durch fossile Brennstoffe. Business as usual ist keine Option mehr.

Konventionelle Ansätze wie bessere ÖPNV-Anbindungen, LEED-zertifizierte Gebäude, LED-Lampen, mehr Recycling oder effizientere Autos sind wichtig. Doch selbst kombiniert reichen sie nicht, um unseren CO₂-Fußabdruck um die erforderlichen 80 % zu senken und Katastrophen abzuwenden, wie Studien belegen.

Permakultur: Die nachhaltige Zukunft von Vororten und Nachbarschaften

Die Lösung liegt jenseits des Üblichen, direkt in unseren Vororten mit ihren Gärten und Rasenflächen. Die meisten Menschen in den USA leben hier – ein Abriss und Neubau ist weder machbar noch finanzierbar. Stattdessen machen wir diese Flächen autark: Produzenten statt Verbraucher. So lindern wir Verkehrsstaus, CO₂-Emissionen, Methan aus der Landwirtschaft, Wassermangel, Jugendarbeitslosigkeit und mehr.

Permakultur: Die nachhaltige Zukunft von Vororten und Nachbarschaften

Der Schlüssel? Permakultur. Geprägt vor rund 40 Jahren vom Australier Bill Mollison aus „permanent“ und „culture“ (Landwirtschaft), ahmt sie natürliche Prozesse nach. Statt gegen die Natur zu kämpfen, schließen wir Kreisläufe: Der Output eines Systems wird Input für das nächste – für dauerhafte Nachhaltigkeit.

Ein Kernprinzip: Das Problem ist oft die Lösung. Im pazifischen Nordwesten (Portland, Seattle, Eugene) blüht vorstädtische Permakultur. Häuser werden umgebaut, Holz recycelt, Solaranlagen und Warmwasserbereiter installiert. Hell bemalte Kreuzungen laden zu Treffen ein, Zäune fallen für Gemeinschaftsgärten, Rasen weichen essbaren Landschaften, Tropfbewässerung ersetzt Sprinkler.

Permakultur: Die nachhaltige Zukunft von Vororten und Nachbarschaften

Ein weiteres Prinzip: Funktionen stapeln. Aus Schlafgemeinden werden Produzenten von Nahrung, Energie und sozialem Zusammenhalt. Garagen tragen Solarpaneele über Gründächern mit Gemüse, Regenwasser in Zisternen. Darunter: Fahrradwerkstatt oder Werkzeugbibliothek – Energie, Wasser, Food und Community in einem.

Eine Garage wird Nachbarschaftsmarkt, reduziert Reisen. Mit Glasfaser vor Ort erledigt, sinkt der Pendelbedarf; Fahrräder werden sicherer.

Permakultur: Die nachhaltige Zukunft von Vororten und Nachbarschaften

Eine weitere: Konservierküche für Einwecken, Fermentieren, Trocknen – Hilfe für Ältere oder Kranke.

Zentrale Abwasserbehandlung? Ersetzt durch Komposttoiletten, deren Nährstoffe (Stickstoff, Phosphor) düngen. Lebensmittelabfälle via Wurmkomposter. Vielfalt statt Monokultur: Resilient wie die Natur, weniger anfällig als unser System von Schulen bis Autobahnen.

Erfahren Sie mehr auf der Northwest Permaculture Convergence, 28.–30. August 2015, River Road Neighborhood, NW Eugene, Oregon.

Jetzt anmelden: www.northwestpermaculture.org.