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Zukunft der Büros nach COVID-19: Ein exklusiver Einblick von Design-Expertin Meena Murthy Kakkar

Zukunft der Büros nach COVID-19: Ein exklusiver Einblick von Design-Expertin Meena Murthy KakkarDie Zeiten ändern sich nicht nur in unserem Privatleben, sondern auch in den Büroumfeldern. Die Pandemie zwingt Unternehmen, ihre Räume ganzheitlich neu zu bewerten. Alle relevanten Daten müssen analysiert werden, um Risiken bei der Planung von Raumlayouts, Teamplänen und Arbeitsprozessen zu minimieren. Als erfahrene Design-Expertin hat Meena Murthy Kakkar, Design Head und Partnerin bei Envisage, uns exklusive Einblicke in die Zukunft der Arbeitsräume gegeben.
Welche Raumgestaltungsmaßnahmen sollten Büros nach COVID-19 berücksichtigen?
Neben der Raumanordnung und Zirkulation als unmittelbare Faktoren spielen Gebäudetechnik, Belüftung, Materialien, Sanitäranlagen, Bürodemografie, Vorschriften und Prozesse eine entscheidende Rolle – immer aus analytischer Perspektive.

Viele Unternehmen haben auf Homeoffice umgestellt, ein Trend, der auch künftig bestehen bleibt, wenngleich abgeschwächt. Dadurch sinkt die Präsenzfrequenz, was mehr Fläche pro Mitarbeiter ermöglicht und Social-Distancing-Modelle wie das 6-Fuß-(ca. 1,8 Meter)-Bürokonzept erleichtert.
Unternehmen zögern, dauerhafte Veränderungen vorzunehmen, in der Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität. Stattdessen werden Arbeitsplätze neu angeordnet, um mindestens zwei Meter Abstand zu wahren. Konferenzräume werden für halbe Belegung dimensioniert und als Extra-Arbeitsplätze genutzt. Einweg-Bewegungen werden optimiert, mit Bodenmarkierungen. Bei Bedarf kommen mobile Glastrennwände zum Einsatz.

Das Parken ist ein Hotspot im Büroalltag. Wie gestaltet sich die Zukunft?
Es gibt Mitarbeiter- und Besucherparkplätze. Für Mitarbeiter empfiehlt sich eine gestaffelte Ankunft nach Teams, um Koordination und Parkplatzmanagement zu erleichtern. Besucher nur nach Terminvereinbarung. Apps wie getmyparking oder parkingrhino erlauben Vorab-Buchungen und optimieren die Nutzung.

Wie sehen Kantinen und Pausenräume in zukünftigen Büros aus?
Social Distancing ist essenziell – ohne emotionale Distanz. Interaktionen sind für Wohlbefinden und Produktivität unerlässlich. Teams planen eigene Pausenzeiten, um Überfüllung zu vermeiden und den Raum den ganzen Tag über zu nutzen. Individuelle Zeitpläne verhindern ungeplante Ansammlungen.

Zukunft der Büroarchitektur: Kabinen erhöhen Flächenbedarf, Open Space birgt Risiken. Beste Lösung für sichere Büros?
Viele Eigentümer sehen neue Normen als temporär an – sie bleiben Jahre bestehen, bevor ein Rückbau möglich ist. Kosten steigen: +50 % Fläche pro Schreibtisch, +30 % Infrastruktur, +50 % Betriebskosten.

Zukunft der Büros nach COVID-19: Ein exklusiver Einblick von Design-Expertin Meena Murthy Kakkar
Homeoffice gleicht dies aus, doch Produktivitätsmessung bleibt herausfordernd. Änderungen sollten reversibel sein. Kabinen als isolierte Großarbeitsplätze mit Glaswänden und Rollläden statt Folien für Flexibilität und Raumgefühl.

Für Verkaufsbüros: In Technologie investieren, um persönliche Treffen zu minimieren. In Verhandlungen: Besprechungsräume mit Plexiglas-Schutzwänden für sichere Interaktion.

Offene Plätze mit Team-Trennwänden (fest oder klappbar). Modulare Schreibtische pro Person, flexibel anpassbar. Große Tische sind unnötig – niemand braucht 1,8 Meter Breite.

Spezielle Möbel mit geringeren Risiken statt Polster?
Empfehlenswert: Leicht zu reinigende Schreibtische, Netzstühle. Laminat statt Furnier, da Desinfektionsmittel Polierflächen schädigen. Kunstleder-Sofas statt Stoff. Sprühbeschichtungen für Stoffe verfügbar.

Trennwände: Magnetlaminate statt Stoff-Pinnwände – als Magnet- oder Whiteboard nutzbar, berührungsfest.

Diese Anpassungen fördern ein sensibleres Raumdesign und Gesundheit. Hoffentlich werden sie dauerhaft. Die Angst muss adressiert werden – Zeit für einen Neustart.

Meena Murthy Kakkar ist Design Head und Partnerin bei Envisage