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Kalorien verbrennen durch Sport? Die Fakten und Fallstricke hinter dieser Idee

Die Pizza lockt mit geschmolzenem Käse und knuspriger Peperoni. Doch die Bildunterschrift schockiert: „Eine 165-Pfund-Frau muss 45 Minuten Seil springen, um die Kalorien in zwei Stücken Peperoni-Pizza zu verbrennen.“ Weitere Folien zeigen ähnlich verlockende Lebensmittel und die enormen Anstrengungen, die nötig sind, um ihren Kaloriengehalt auszugleichen.

Diese eindrucksvollen Bilder illustrierten die Berichterstattung von CNN.com über eine Studie aus dem American Journal of Public Health. Wie CNN schrieb: „Kalorienzahlen sagen vielen wenig aus. Doch die Visualisierung der benötigten Bewegung könnte uns von ungesunden Gewohnheiten abbringen.“

Ein starker Aufhänger – die Story ging viral. Manche schlugen vor, Nahrungsetiketten durch Laufkilometer zu ersetzen. Als Ernährungsexpertin mit jahrelanger Praxis sehe ich jedoch Risiken in diesem Ansatz.

Was die Studie wirklich zeigt

Forscher der Johns Hopkins University untersuchten, wie verschiedene Kalorienangaben auf Teenager wirken, die in Baltimore Limonaden in kleinen Läden kaufen – eine spezifische Gruppe in einem bestimmten Kontext. Überraschend ist es kaum, dass 13-Jährige Kalorienzahlen ignorieren.

Sie stellten fest: Die Umrechnung in Bewegungsäquivalente motivierte zu kalorienärmeren Wahlen. Ähnlich könnte das bei Erwachsenen greifen, die oft nicht wissen, wie viele Kalorien sie täglich brauchen und ob 800 Kalorien viel oder wenig sind. Eine Erinnerung an den Zusammenhang mit dem Aktivitätsniveau ist hilfreich.

Doch die Idee, jede Kalorie „abzutrainieren“, kann mehr verwirren als nutzen.

Warum Essen nicht direkt mit Sport gleichzusetzen ist

Bewegung verbrennt Kalorien, aber nicht nur sie: Alltägliche Aktivitäten wie Wäschefalten, Gehen zur Bushaltestelle oder Kaugummi kauen tun es ebenso. Selbst im Schlaf verbrauchen Sie rund 50 Kalorien pro Stunde. Über die Hälfte Ihres täglichen Verbrauchs geht für Basisfunktionen wie Atmung, Temperaturregulation und Verdauung drauf.

Wollten Sie jede gegessene Kalorie ausgleichen, entstünde ein massives Defizit – unrealistisch, außer in Extremshows wie The Biggest Loser. Solches Denken ist jedoch weit verbreitet, besonders bei jungen Frauen mit Trackern.

Wie Nutrition-Diva-Fan Cathy auf Facebook schrieb: „Das könnte zwanghaftes Verhalten fördern: ‚Pizza gegessen? Ohne 45 Minuten Seil springen werde ich fett!‘ Besser: Ein Diagramm mit Kalorien im Essen vs. täglichem Bedarf zur Gewichtserhaltung.“

Cathys Idee trifft den Kern. Ermitteln Sie zuerst Ihren Kalorienbedarf – basierend auf Größe, Gewicht, Alter, Geschlecht und Aktivität. Apps und Rechner liefern Schätzwerte, die reichen. Bei 1.600 kcal/Tag sind 800 kcal (Burger-Menü) die Hälfte Ihres Bedarfs; bei 2.500 kcal ein Drittel. Kein Snack!

Kalorienbewusstsein ist essenziell, aber nicht alles. Es ist wie der erste Drive im Golf: Qualitätsfokus (Nährstoffe) holt den Putt rein. Zu früh den Putter zücken? Sinnlos.

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Referenzen

Sara N. Bleich, Colleen L. Barry, Tiffany L. Gary-Webb und Bradley J. Herring. (2014). Reduzierung des Konsums von zuckergesüßten Getränken durch Bereitstellung von Kalorieninformationen: Wie schwarze Jugendliche ihre Einkäufe ändern und ob die Auswirkungen anhalten. Amerikanische Zeitschrift für öffentliche Gesundheit. Link zum Abstract