Das Verfugen von Fliesen ist ein entscheidender Schritt, um einen neu gefliesten Bereich zu vervollständigen oder alte Fugen aufzufrischen. Als erfahrene Fliesenleger wissen wir: Perfekt verfugte Fliesen verleihen Küche oder Badezimmer ein frisches, modernes Aussehen, aktualisieren veraltete Designs und betonen Persönlichkeit durch Muster und Farben. Ob dekoratives Muster für mehr Lebendigkeit oder klassischer weißer Mauerwerk-Effekt – eine sorgfältig verfugte Fläche sorgt für langlebige, professionelle Ergebnisse.
Mit unserer detaillierten Anleitung, basierend auf Tipps von Branchenexperten, verfliesen Sie Böden oder Wände mühelos wie ein Profi.
Fliesen professionell verfugen
Für optimale Ergebnisse haben wir Fliesenberaterin Harriet Goodacre von Topps Tiles (öffnet in neuem Tab), Leigh Price, Co-Direktor von Real Stone Tile & Bathroom (öffnet in neuem Tab), und David Talbot, Leiter der Spezifikation bei Craven Dunnill Jackfield (öffnet in neuem Tab), um Rat gefragt. So gehen Sie schrittweise vor. Zuerst das richtige Equipment besorgen:
Sie benötigen:
- Geeigneter Fugenmörtel für Ihre Fliesen und den Einsatzort (fragen Sie im Fachhandel)
- Mischpaddel
- Sauberer Mischeimer
- Fugenschwimmer – dieser von Amazon wird hoch bewertet (öffnet in neuem Tab)
- Kelle
- Fugenschwamm – empfohlen: dieser von Amazon (öffnet in neuem Tab)
- Handschuhe
- Schutzbrille
- Fliesenpoliertuch
- Waschset
1. Warten, bis der Fliesenkleber ausgehärtet ist
„Sobald der Kleber ausgehärtet ist, können Sie mit dem Verfugen beginnen. Bei langsam abbindendem Kleber warten Sie in der Regel 24 Stunden, bei schnellem bis zu acht Stunden – prüfen Sie immer die Herstellerangaben“, rät Leigh Price. „Fugen müssen staub-, kleber- und feuchtigkeitsfrei sein. Bei porösen, krakelee- oder metallischen Fliesen ggf. vorab versiegeln“, ergänzt David Talbot. Harriet Goodacre empfiehlt: Testen Sie den Mörtel auf einem Verschnitt, um Flecken zu vermeiden – bei Bedarf Schutzversiegelung auftragen.
2. Den passenden Fugenmörtel wählen
Fugenmörtel gibt es fertig gemischt oder als Pulver. Fertigprodukte eignen sich für kleine Flächen, Pulver für größere. „Mischen Sie präzise nach Packungsanweisung – zu viel Wasser macht ihn zu flüssig, verändert die Farbe und verhindert richtiges Aushärten“, warnt Leigh Price. David Talbot: „Nehmen Sie genug aus einer Charge und verarbeiten Sie es innerhalb der angegebenen Zeit.“
3. Fugenmörtel auftragen
„Verteilen Sie den Mörtel diagonal mit dem Fugenschwimmer in alle Fugen, von oben nach unten, um Lücken zu vermeiden“, erklärt Leigh Price. David Talbot: „Arbeiten Sie in alle Richtungen, füllen Sie vollständig aus. Nach Minuten mit feuchtem Schwamm nacharbeiten, falls nötig.“
4. Überschüssigen Mörtel entfernen
„Nach ca. einer Stunde, wenn der Mörtel fest wird, abwischen mit feuchtem Schwamm – ausspülen und wiederholen“, sagt Leigh Price. „Bei strukturierten Fliesen schnell handeln, um Textur zu schonen. Schwamm nicht zu nass, sonst löst sich Mörtel aus den Fugen.“ David Talbot: „Regelmäßig in klarem Wasser spülen. Beim ‚Ausblooming‘ kreisförmig mit trockenem Tuch polieren – viele Tücher bereithalten.“ Glätten Sie die Fugen mit dem Finger für ein sauberes Finish und einfachere Reinigung später.
Wie lange Mörtel vor dem Abwischen stehen lassen?
„Zeiten variieren je nach Temperatur, Feuchtigkeit, Fliesenart und Fugenbreite. Testen Sie an unauffälliger Stelle“, rät David Talbot.
Können Sie auf alten Mörtel verfugen?
Ja, ideal zum Auffrischen. Hohe alte Fugen leicht abkratzen, schimmelige mit Bleiche reinigen.
Verfugen mit dem Finger möglich?
Ja: Erst auftragen, dann mit Finger glätten. Kurz aushärten lassen, überschüssigen Mörtel abwischen und nacharbeiten.