Laufenten sind zuverlässige Schneckenjäger und liefern frische Eier. Aus langjähriger Praxis zeigen wir Ihnen, wie Sie sie artgerecht in Ihrem Garten halten – gesund, zufrieden und effektiv.
Im Unterschied zu ihren Vorfahren, den Stockenten, fliegen Laufenten kaum. Dafür laufen sie ausgezeichnet. Ihre langen Beine und der schlanke Körper haben ihnen den Beinamen „Flaschenente“ eingebracht.
Ursprünglich aus Südostasien, wurden Laufenten in Europa primär als Eierleger gezüchtet. Heute legen viele noch 150 oder mehr Eier jährlich. Rohe Eier meiden Sie besser wegen möglicher Erreger – gegart oder gebacken schmecken sie vorzüglich. Das größere Dotter sorgt für intensive Gelbfärbung.
Die meisten Halter schätzen Laufenten vor allem als Schneckenjäger. Sie fressen sogar spanische Wegschnecken, die sonst keine natürlichen Feinde haben – anders als Hühner, andere Enten oder Igel. Zudem scharren sie selten im Boden, was Gärtner freut.
Voraussetzungen und Anschaffung
Laufenten legen Spuren durch ihr Laufen, die in größeren Gärten unauffällig bleiben. Sie benötigen ein Revier mit Nahrung: Schnecken, Regenwürmer, Käfer. Pro Paar empfehlen wir mindestens 500 Quadratmeter. Sie sind gesellig – halten Sie sie paarweise oder im Verhältnis 1:1 bzw. 3:1 (Erpel erkennen Sie an lockigen Schwanzfedern).
Beim Kauf achten Sie auf gesundes, gepflegtes Aussehen. Ideal ist der Herbst mit Jungtieren ab wenigen Monaten. Kückchen trennen Sie nicht zu früh von der Mutter. Junge Laufenten kosten ca. 20 Euro. Mit 12–15 Jahren Lebenserwartung ist eine langfristige Planung essenziell.
Laufenten sind pflegeleicht und selbstständig. Dennoch brauchen sie Basiszubehör für artgerechtes Wohlbefinden – das erklären wir im Folgenden.
Laufenten brauchen viel Wasser
Frisches Trinkwasser ist essenziell, um Schneckenschleim aus Schnäbeln und Kehlen zu spülen.
Sie baden gerne, benötigen aber keinen großen Teich – eine alte Wanne reicht. Vermeiden Sie Wasserpflanzen, die sie fressen würden. Stellen Sie einen Ausstieg sicher, z. B. mit einem großen Stein. Regelmäßige Reinigung verhindert Verschmutzung.
Die richtige Fütterung
Sie decken viel selbst ab. Zufüttern Sie 2x täglich, im Winter mehr: Geschrotetes oder eingeweichtes Getreide, Geflügelfutter. Ergänzen Sie mit gekochtem Reis, Kartoffeln oder Brot.
Im Winter Grünfutter wie Salat, Brennnesseln oder Gemüsegrün. Mischen Sie Futterkalk bei. Ohne Zähne nutzen sie Magensand – bieten Sie diesen bei Bedarf an.
Ein Unterschlupf für die Nacht
Wetterfest, aber nachts brauchten sie Schutz vor Raubtieren. Stall-Tipps:
- Pro Ente mind. 0,5 m², z. B. umgebaute Hundehütte für ein Paar.
- Gut verschließbar gegen Marder/Fuchs.
- Höhe der Tür passend, ohne Bücken.
- Boden mit Stroh/Wiesenschnitt auslegen.
- Wöchentlich oder bei Bedarf misten.
Tagesschutz: 1,5 m hoher Zaun gegen Ausbruch und Raubtiere.
Angeknabberte Pflanzen
Manchmal knabbern sie Salat oder Beeren. Schützen Sie mit Netzen. Bei großem Garten: Als Lohn für Schneckenjagd akzeptieren.
Geht es meiner Ente gut?
Ungewöhnliches Verhalten? Tierarzt konsultieren – Geflügel kaschiert Krankheiten. Suchen Sie früh einen Wasservogel-Spezialisten. Gewicht: Erpel 2 kg, Weibchen weniger. Abweichungen prüfen.
Junge Enten können an großen Schnecken ersticken. Massieren Sie den Hals oder entfernen mit Pinzette, bei ausreichend Wasser.