Als erfahrene Gärtnerinnen wissen wir: Gründüngung ist die natürliche Alternative, um den Boden fruchtbar und vital zu halten. Erfahren Sie, was dahintersteckt, welche Vorteile sie bietet und wie Sie sie einfach umsetzen.
Das Prinzip der Gründüngung
Im Herbst sind die Beete oft verblüht und ausgelaugt. Gemüse, Obst und Kräuter entziehen dem Boden wertvolle Nährstoffe. Gründüngung hilft: Diese natürliche Methode verbessert die Bodenstruktur, beugt Krankheiten vor und schützt im Winter. Sie wirkt wie eine Wellness-Kur – Ihre Beete erholen sich über den Winter und sind im Frühjahr bestens vorbereitet.
Herkömmliche Dünger, insbesondere anorganische aus dem Gartenmarkt, können den Boden schädigen: Übersauerung und Verlust der Artenvielfalt sind typische Folgen. Dennoch braucht Ihr Gemüsegarten Nährstoffe. Gründüngung nach Permakultur-Prinzipien schafft perfekte Bedingungen, indem passende Pflanzen den Nährstoffhaushalt ausgleichen und Chemie überflüssig machen.
So funktioniert es:
- Gründüngerpflanzen wie Lupinen (Schmetterlingsblütler) binden Stickstoff aus der Luft als Nitrat, das Pflanzenwurzeln leicht aufnehmen können.
- Tiefe Wurzeln lockern den Boden auf – Umgraben entfällt.
- Abgestorbene Pflanzen nähren Regenwürmer und fördern die Humusbildung.
- Sie stärken das gesamte Gartensystem als Kreislauf.
Die Vorteile der Gründüngung
Gründüngung versorgt nicht nur mit Nährstoffen, sondern schafft ein harmonisches Zusammenspiel. Hier die wichtigsten Vorteile:
- Nährstoffversorgung für Folgepflanzen.
- Bodenlockerung durch Wurzeln.
- Insekten-Anlockung durch Blüten – ideal für Obstbäume.
- Mulchschicht nach dem Absterben.
- Schädlingsbekämpfung, z. B. durch Studentenblumen.
- Kein Verschlammung dank Pflanzendecke.
- Kein Unkraut auf bepflanzten Flächen.
- Bessere Wasserspeicherung im lockeren Boden.
Graham Bell empfiehlt in „Der Permakultur-Garten. Anbau in Harmonie mit der Natur“: Borretsch, Buchweizen, Wiesenlöwenzahn, Lupine, Gelbklee, Radieschen, Senf, Ackerwicke. Bio-Samen ohne Gentechnik finden Sie bei Bingenheimer Saatgut.
Gründüngung für spezielle Zwecke
1. Für besseren Boden: Winterroggen lockert, verhindert Unkraut – ideal vor Kartoffeln, Bohnen oder Kohl (nicht vor Mais). Luzerne und Klee binden Stickstoff, fördern Humus (nicht mit Hülsefrüchten mischen).
2. Als Erosionsschutz: Kleegrasmischungen, Weidelgras, Chinakohlrabi, Dinkel festigen den Boden.
3. Für Stickstoff: Vogelmiere, Gelbsenf, Lupine, Wicke, Erbse, Klee, Bohnen fixieren Nitrat.
4. Zur Bodenlockerung: Pflanzen mit langem Wurzelwerk wie Ölrettich, Luzerne, Lupinen, Winterraps, Ackerbohnen.
5. Gegen Unkraut: Mehrjährige Kleegräser, Raigräser, Deutsches Weidelgras.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Aussäen (März–Oktober)
- Unkraut entfernen.
- Boden mit Gruber lockern.
- Samen handstreuen oder mit Streuwagen verteilen.
- Mit Heuharke einarbeiten.
Schritt 2: Einarbeiten und Mulchen
- Vor Samenreife mähen.
- Pflanzen liegen lassen zum Verrotten.
Verwandlung in Dünger:
- 5–10 Wochen stehen lassen, dann mähen/einarbeiten.
- Nicht winterharte Pflanzen erfrieren und werden im Frühjahr eingearbeitet.
- Nach 3–4 Wochen neu bepflanzen.
Herbst-Gründüngung: Wirkung oben und unten
Oberirdisch schützen Pflanzen vor Austrocknung, Auswaschung und Wind. Unterirdisch lockern Wurzeln tief, verbessern Wasserdurchlässigkeit und -speicherung. Beim Einarbeiten liefern sie Nährstoffe, aktivieren Bodenorganismen und schaffen eine gesunde Bodenkultur.
Im Frühjahr ist Ihr Beet optimal vorbereitet – ganz ohne Kunstdünger.
Dieser Beitrag stammt von Alexia Brosius und Melanie Hagenau, erfahrenen Gärtnerinnen mit Fokus auf nachhaltige Methoden.