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Kakteenarten im Überblick: Bekannte Sorten und bewährte Pflegetipps

Es gibt unzählige Kakteenarten in vielfältigen Formen. Wir stellen die bekanntesten vor und teilen praxisnahe Pflegetipps aus langjähriger Erfahrung.

Kakteen (Cactaceae) gehören zur Familie der Caryophyllales und sind meisterhaft an extreme Bedingungen angepasst. Viele Arten gedeihen in unwirtlichen Regionen, wo kaum andere Pflanzen überleben. Ihr Geheimnis: eine einzigartige Wasserspeicherung.

Kakteen zählen zu den Sukkulenten (lat. sucus = Saft). Diese speichern in speziellen Organen große Wassermengen, von denen sie lange zehren können. Abhängig vom Speicherort werden sie in Stamm-, Blatt- oder Wurzelsukkulenten unterteilt. Die meisten Kakteen sind Stammsukkulenten.

Gemeinsamkeiten vieler Kakteenarten

Trotz ihrer Vielfalt teilen Kakteen zentrale Merkmale:

  • Bis auf eine Ausnahme (Rhipsalis baccifera) stammen alle aus Amerika.
  • Sie besiedeln Steppen, Wüsten oder Regenwälder mit saisonalem Niederschlag und überbrücken Trockenphasen durch Speicherreserven.
  • Alle tragen Areolen – haarige oder filzige Strukturen, aus denen Dornen, Stacheln oder Haare wachsen.

Häufige Kakteenarten und Untergruppen

Kakteen lassen sich in vier Unterfamilien gliedern:

Echte Kakteen (Cactoideae)

  • Umfassen 100 Gattungen mit über 1.500 Arten – 85 % aller Kakteen (laut Plantura-Garten).
  • Wachsen bis 20 m hoch, meist dornig.
  • Vertreter: Bischofsmütze (Astrophytum myriostigma), Königin der Nacht (Selenicereus grandiflorus), Schwiegermuttersessel (Echinocactus grusonii), Greisenhaupt (Cephalocereus senilis), Cleistocactus winteri, Schlumbergera truncata, Aztekium valdezii, Gymnocalycium variegata, Astrophytum asterias, Pachycereus pringlei.

Laubkakteen (Pereskioideae)

  • 16 Arten der Gattung Pereskia, laubabwerfend, baum- oder strauchartig.
  • Areolen mit filzigen Härchen oder Dornen.
  • Vertreter: Pereskia grandifolia, Pereskia bleo.

Maihuenioideae

  • Nur zwei Arten, niedrigwüchsig mit sprossenden Trieben.
  • Sukkulenter, runder Stamm mit kleinen Blättern; Areolen filzig oder dornig.
  • Prächtige Blüten bis 6 cm Ø.
  • Vertreter: „Espina Blanca“ (Maihuenia poeppigii), „Siempre Verde“ (Maihuenia patagonica).

Feigenkakteen (Opuntioideae)

  • 15 Gattungen mit über 300 Arten, flach bis baumartig, meist dornig.
  • Vertreter: Austrocylindropuntia subulata, Cylindropuntia bigelovii, Opuntien.

Tipps zur Pflege von Kakteen

Kakteen gelten als robuste Zimmerpflanzen, doch falsche Pflege führt langfristig zum Absterben – ihr langsamer Stoffwechsel täuscht.

Fünf bewährte Pflegetipps:

  • Keine pralle Sonne: Die meisten mögen Sonne und Hitze, aber nicht direkt. Ost- oder Westfenster mit Tageslicht sind ideal.
  • Zugluft meiden: Besonders im Winter schützen, da Kakteen Wärme brauchen.
  • Maßvoll gießen: Trockenperioden ertragen sie Wochen. Sommer: alle 2 Wochen; Herbst/Winter: alle 4–5 Wochen. Lieber zu wenig als zu viel Feuchtigkeit.
  • Keine Staunässe: Absolut tödlich für Sukkulenten.
  • Richtig gießen: Topf in Wasserbad tauchen, bis Substrat (sandig/steinig) durchfeuchtet. Nächstes Mal erst nach vollständigem Trocknen.

Die bunte Welt der Kakteenarten

Kakteen wachsen als Sträucher, Geophyten oder sogar Bäume (z. B. Opuntia echios).

Ihre Vielfalt ist atemberaubend:

  • Wuchshöhe: Von <1 cm (Blossfeldia liliputana) bis 15 m (Saguaro, Carnegiea gigantea).
  • Wuchsform: Rund, zylindrisch, flach, bizarr; dornig oder glatt; blühend oder nicht.
  • Blütendurchmesser: 5 mm bis 30 cm.
  • Wuchsrichtung: Aufrecht, kriechend, hängend.
  • Wuchsgeschwindigkeit: Bis 1 m/Jahr oder fast stehenbleibend.
  • Lebensdauer: Bis 200 Jahre (Saguaro, Ferocactus).