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Zirbenkissen: Wirkung, Anwendung und wie du es selber machst

Zirbenkissen sollen ein bewährtes Hausmittel bei Schlafproblemen sein. Ob das wissenschaftlich belegt ist und wie du dir dein eigenes Zirbenkissen nähst, erfährst du in diesem Artikel.

Zirbenkissen sind mit Holzspänen aus Zirbenholz gefüllt. Beim Einschlafen umgeben sie dich mit dem angenehmen Duft der Zirbe. In diesem Artikel erfährst du, wie du dir ein Zirbenkissen selber machst und so von der Wirkung des Nadelbaums auf deinen Schlaf profitierst.

Wirkung von Zirbenkissen

Angeblich wurde Zirbenholz bereits im 18. Jahrhundert verwendet, um die Schlafqualität zu verbessern. Bis heute schwören viele Menschen mit Schlafproblemen auf mit Zirbenholz gefüllte Zirbenkissen, welche wohltuend und schlaffördernd wirken sollen. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht.

Bei der Recherche für diesen Beitrag fanden wir nur eine einzige Studie von 2002, die sich mit der Wirkung von Zirbenholz auf den menschlichen Schlaf auseinandergesetzt hat. Das Joanneum Research Institut für nichtinvasive Diagnostik hat für die Schlafstudie 15 Probanden für je sechs Nächte in einem Bett aus Zirbenholz und einem Bett aus Holzimitat schlafen lassen. Dabei haben die Forscher verschiedene Parameter wie der Herzschlag und Hirnströme gemessen. Anschließend wurden die Probanden zu ihrem Schlaf befragt. Das Ergebnis: Die Probanden, die in dem Zirbenbett geschlafen hatten, wiesen eine deutlich verringerte Herzfrequenz auf. Auch die Hirnareale, die für Ruhe zuständig sind, waren vermehrt aktiv.

Allerdings wurde die Studie nie in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht und daher auch keiner Gegenprüfung unterzogen. Zudem haben Forstverbände und Tischlerbetriebe die Studie mitfinanziert. Auch die Angaben zur Vorgehensweise sind teilweise schlecht nachvollziehbar. 

Dass bestimmte Wirkstoffe in Kiefernöl schlaffördernd auf Mäuse wirken, haben eine Studie aus dem Jahr 2016, sowie eine weitere Studie aus dem Jahr 2019 festgestellt. Da die Zirbe zur Familie der Kiefern gehört, könnte man diese Experimente als Hinweis darauf deuten, dass auch Zirbenöl eine positive Wirkung auf den Schlaf hat. Inwieweit die Studien sich auf den Menschen übertragen lassen, ist fraglich.

Für die Wirkung von Zirbenholz gibt es also keinen wissenschaftlichen Beweis. Doch Hersteller dürfen auch ohne Nachweis mit angeblichen Wirkungen von Möbeln werben, so Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für evidenzbasierte Medizin an der Donau-Universität Krems. Durch die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung von Zirbenholz ist die Nachfrage und damit auch der Preis des Holzes deutlich gestiegen. 

So machst du dein Zirbenkissen selbst

Du kannst dir dein eigenes Zirbenkissen auch selber machen. So musst du nicht auf teure Produkte zurückgreifen und kannst möglicherweise auch Stoffreste oder alte Bettwäsche upcyclen. In einer Holzwerkstatt in deiner Nähe kannst du unter Umständen auch Zirbenspäne bekommen, die sonst in den Müll wandern würden.

Das brauchst du für dein eigenes Zirbenkissen:

  • zwei gleich große Stoffstücke aus reiner Baumwolle
  • 300 – 500 g Zirbenspäne
  • Stecknadeln
  • eine Nähmaschine oder Nadel und Faden

So nähst du dein Zirbenkissen:

  1. Schneide zwei Stück Stoff in der selben Größe zurecht. Ein Kissen mit den Maßen 20 mal 30 Zentimeter hat beispielsweise eine angenehme Größe. Aber auch ein rundes oder gar herzförmiges Kissen ist möglich.
  2. Lege die beiden Stoffstücke genau übereinander und fixiere sie an drei Seiten mit Hilfe der Stecknadeln.
  3. Nähe die drei Seiten mit der Nähmaschine oder mit der Hand zusammen. Dabei solltest du einen Abstand von etwa zwei Zentimetern zum Rand des Stoffs wahren. Diese Nahtzugabe verhindert später, dass sich das Kissen auftrennt.
  4. Fülle das Kissen an der noch geöffneten Seite mit den Holzspänen.
  5. Nähe anschließend auch noch das letzte Stück deines Kissens zusammen.
  6. Fertig ist dein selbst gemachtes Zirbenkissen!

So verwendest du dein Zirbenkissen

Die folgenden Tipps solltest du berücksichtigen, wenn du ein Zirbenkissen verwenden möchtest um deinen Schlaf zu verbessern:

  • In den ersten Nächten solltest du nicht direkt auf dem Kissen schlafen. Lege es stattdessen neben dein Kopfkissen, damit du dich an den Geruch des Kissens gewöhnen kannst. Später kannst du auch direkt auf deinem Zirbenkissen schlafen.
  • Schüttle dein Zirbenkissen regelmäßig aus und lasse es an der frischen Luft auslüften.
  • Ist der angenehme Geruch der Zirbe schon etwas verflogen, kannst du ihn mit ein paar Tropfen ätherischem Zirbenöl auffrischen (erhältlich z.B. bei **Avocadostore).

Die Zirbe: Wissenswertes über den Nadelbaum

Die Zirbe (auch Zirbelkiefer) wird bis zu 1000 Jahre alt und ist auch als „Königin der Alpen“ bekannt. Der Nadelbaum wird bis zu 25 Meter hoch und wächst im Gebirge ab einer Höhe von 1.500 Metern. Er hält Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius stand, ist also sehr robust und widerstandsfähig. Dafür wächst die Zirbe aber nur sehr langsam. Die Bäume wachsen überwiegend im Alpenraum, zum Beispiel in der Schweiz und in Österreich.

Im Alpenraum wird Zirbenholz wegen seiner markanten Maserung und seines angenehmen Dufts traditionell zu Möbeln verarbeitet. Doch auch Zirbenkissen sind sehr verbreitet. 

Mehr Informationen zu Zirbenholz findest du hier: Zirbenholz: Positive Wirkung auf Gesundheit und Schlaf