Sich fragen Sie, wie Tetra Pak-Verpackungen korrekt entsorgt werden und ob sie umweltverträglich sind? Als Experten für nachhaltige Abfallwirtschaft fassen wir fundierte Fakten zu Getränkekartons zusammen.
Produkte wie Orangensaft, Milch, passierte Tomaten oder Sahne landen in deutschen Supermärkten häufig in Tetra Pak-Kartons. Der Begriff "Tetra Pak" umfasst Getränkekartons von Herstellern wie Tetra Pak, SIG Combibloc oder Elopak.
Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bestehen diese Kartons aus bis zu sieben Schichten von Kunststoff, Aluminium und Karton:
- Innenschicht: Polyethylen (PE) schützt und verdichtet den Inhalt.
- Aluminiumschicht blockt Sauerstoff und Licht ab.
- Äußere Schicht: Karton.
- Dazwischen: Weiteres Polyethylen.
Bei multiplen Materialien: Wie entsorgt man Tetra Pak richtig?
Tetra Pak entsorgen: Praktische Anleitung
Nach dem Leeren werfen Sie den Karton in den Gelben Sack, die Gelbe Tonne oder einen Plastik-Container an Wertstoffinseln. So ermöglichen Sie die Recycling der Materialien.
Laut Tetra Pak verläuft der Prozess so:
- Müll gelangt in die Sortieranlage.
- Tetra Paks werden separiert und zu großen Ballen gepresst.
- In der Papierfabrik: Kartons werden zerkleinert, in einen Bottich mit Wasser (Pulper) gegeben und 30 Minuten gerührt, um Fasern von Folien zu lösen.
- Fasern dienen neuem Papier wie Faltschachteln, Hygienepapier oder Wellpappe.
- Polyethylen-Aluminium-Schicht kann laut DUH z. B. in der Zementindustrie genutzt werden.
Wussten Sie? Deutschland recycelt Getränkekartons seit den 1990er Jahren – als erstes EU-Land.
Recycling von Tetra Pak: Die Herausforderungen
Hersteller wie Tetra Pak betonen die Umweltfreundlichkeit durch Recycling. Die DUH relativiert das jedoch:
- Tetra Paks sind Einwegverpackungen. Im Gegensatz zu Mehrweg-Systemen erfordern sie energieintensive Trennung mit begrenzter Wiederverwendung.
- Neue Kartons nutzen Neufasern aus Birken-, Fichten- und Kiefernholz aus skandinavischem Anbau, wo Bäume langsamer wachsen.
- Kartonanteil: 70 % (früher 74 %). Polyethylen stieg von 21 auf 27 %. Ziel: Polymere bis 2030 recycelbar.
- DUH schätzt tatsächliches Recycling auf 36 % (nicht 71 %), da 42 % fehlentsorgt werden und Kunststoff/Aluminium oft verbrannt.
- Verschlusskappen erhöhen Produktionsemissionen um bis zu 20 %.
Schwierige Bilanz: Bessere Alternativen zu Tetra Pak
Tetra Paks sind praktisch und leicht – doch umweltbewusst meiden: Greifen Sie zu regionalen Mehrweggläsern oder Mehrwegflaschen.
Achtung: Bei Transport > 200 km oder < 15 Wiederverwendungen nicht immer nachhaltiger. SZ-Faustregel: Glas überlegen bei 15+ Malen und max. 200 km Weg.
Mehr Infos? Lesen Sie unseren Artikel "Tetrapak oder Glasflasche: Was ist umweltfreundlicher?" .