In einer naturnahen Umgebung wie dem Garten hat Plastik nichts verloren. Dennoch landen immer wieder neue Plastiktöpfe im Haushalt. Als erfahrene Gärtner:innen wissen wir, wie Sie das effektiv vermeiden können – hier sind bewährte Tipps.
Viele von uns verzichten bewusst auf Einwegplastik im Alltag. Doch im Gartenbereich dominieren Kunststofftöpfe in Baumärkten und Gartencentern, oft aus umstrittenem schwarzem Plastik. Vorhandene Töpfe sollten Sie natürlich weiterverwenden. Um Neuzugänge zu stoppen, empfehlen wir diese acht praxisgetesteten Alternativen.
1. Töpfe und Anzuchtgefäße aus Naturmaterialien
Biologisch abbaubare Optionen gewinnen an Bedeutung. Verschiedene natürliche Materialien werden je nach Eigenschaften eingesetzt. Hier unsere plastikfreien Empfehlungen:
- Hanf: Der Hersteller "meinwoody" nutzt regional nachwachsende Rohstoffe für das robuste, kompostierbare Gefäß "Hanfi". Erhältlich im Avocadostore oder direkt beim Hersteller.
- Kokosfasern: Ein Abfallprodukt der Kokosernte – nachhaltig, aber mit langen Transportwegen und oft unklaren Produktionsbedingungen. Instabil, doch ideal für Anzucht. Bei Amazon verfügbar.
- Holzfasern: Gepresste Anzuchttöpfe von "OwnGrown" lassen sich direkt einpflanzen. Atmungsaktiv und staunässevorbeugend. Bei Amazon.
- Naturkautschuk: Wiederverwendbare Platten von "green&fair" aus fair gehandeltem Sri-Lanka-Kautschuk (Avocadostore). Große, robuste Töpfe aus recyceltem Kautschuk bei Hornbach (33x30x30 cm, UV- und frostbeständig).
- Zellulose: Größere Töpfe wie gepresstes Papier von "Relaxdays" (11 cm Durchmesser, 24er-Set bei Amazon).
- Ton: Terrakotta-Töpfe bieten Standfestigkeit und Langlebigkeit. Klein im Avocadostore, groß von Hentschke Keramik (regional) bei Amazon oder lokal.
- Keramik: Steingut, Porzellan oder lasierter Ton – stabil mit glatter Oberfläche. Verschiedene Größen im Avocadostore.
- Zink: Leichtes, gewalztes Blech für Blumenkästen, bei Amazon.
2. Plastiktöpfe zurückgeben
In kleinen Gärtnereien fragen Sie nach: Bringen Sie leere Töpfe zurück – sie werden wiederverwendet. Oft motivieren Händler so andere Kunden.
3. Wurzelnackte Gehölze
Pflanzen ohne Topf und Erde – verfügbar von Oktober bis April. Suchen Sie regionale Baumschulen.
Vorteile:
- Günstiger, platzsparend, leichter zu transportieren und kleineres Pflanzloch.
Nachteile:
- Schnell pflanzen, um Austrocknen zu vermeiden; mehr Pflege anfangs; Ausfallrisiko.
Informieren Sie sich bei Profis – das richtige Einpflanzen ist entscheidend.
4. Recycling: Anzuchtgefäße improvisieren
Nutzen Sie Haushaltsreste:
- Eierkartons: Mit Erde füllen, Samen pro Fach.
- Toilettenpapierrollen: Halbieren, in Karton stellen, einpflanzen.
- Küchenpapierrollen: In Viertel schneiden, wie oben.
- Joghurtbecher: Auswaschen und wiederverwenden.
Passen Sie die Methode an die Pflanze an, z. B. tiefe Rollen für Tomaten.
5. Erdtopfpressen / Erdblocker
Für Profis: Pressen formen feste Erdbrocken mit Mulde für Samen (Amazon). Einpflanzen ohne Töpfe – revolutionär effizient.
6. Bestehende Pflanzen vermehren
- Stecklinge: Einfach bei Rosen oder Efeu. Anleitung: Stecklinge ziehen: 5 Pflanzen, die du einfach züchten und vermehren kannst.
- Wurzelausläufer: Bei Flieder etc. ausgraben – Achtung vor Ausbreitung.
- Eigenes Saatgut: Sammeln und aussäen.
7. Mit Freunden oder Nachbarn tauschen
Fragen Sie nach Stecklingen oder schenken Sie welche. Ideal für Nachhaltigkeit im Netzwerk.
8. Pflanzen selbst ziehen
Selbst aussäen statt kaufen – spart Töpfe und Geld. Nutzen Sie Bio-Saatgut und vorhandene Töpfe im Kreislauf. Beispiele: Gurken pflanzen, Feldsalat säen, Minze anpflanzen, Oregano pflanzen und pflegen, Margeriten pflanzen, pflegen und vermehren.