DeuAq.com >> Leben >  >> Haus & Garten

Ganzheitliche Hausbesichtigung: Jurtenhaus in Belgien mit 80 % aus Abfallmaterialien – robust und nachhaltig

Traditionell dienten Jurten als mobile Unterkünfte, die schnell zerlegt und woanders wieder aufgebaut werden konnten. Das Paar Bianca und Daniël (@biancaanddaniel auf Instagram) hat diese runde Struktur zu einem dauerhaften, robusten Heim umgestaltet. Ihre Jurte steht abseits von Gent in Belgien und übertrifft an Stabilität viele konventionelle Häuser – trotz fast ausschließlicher Nutzung von Abfallmaterialien. Für unsere Erdmonatsausgabe von Holistic Home Tours haben wir die beiden zu ihrer Inspiration, ihrem nachhaltigen Ansatz und den Highlights ihres Jurtenlebens befragt.

Was hat Sie am Leben in einer Jurte gereizt?

Im Sommer vor dem Bau reisten wir einen Monat durch den zentralen Tien Shan in Asien, wo Jurten heimisch sind. Diese einladenden runden Bauten in den entlegenen Tälern Kirgisistans spendeten uns Komfort und gemütliche Teepausen. Die Einfachheit und Genialität faszinierten uns, sodass wir uns entschieden, selbst eine zu bauen.

Haben Sie zuvor in einem traditionellen Haus gelebt? War der Umzug in eine Jurte eine Umstellung?

Vor der Jurte lebten wir acht Jahre in einer selbstgebauten Roulotte (Tiny House). Der Wechsel fühlte sich wie eine natürliche Weiterentwicklung an. Der größte Unterschied: Das Tiny House wirkt wie eine quadratische Box, die Jurte hingegen schafft einen warmen, runden Raum.

Erzählen Sie mehr über Ihre Jurte! Aus welchen Materialien besteht sie und wie war der Bauprozess?

Die Jurte setzt zu 80 % auf Abfallmaterialien (Müll), 5 % gebrauchte Stücke (wie unseren 50er-Jahre-Herd) und 15 % neue, lokale oder handgefertigte Elemente (z. B. Schafsfilz oder Holzofen). Alle Materialien wurden verantwortungsvoll beschafft. Der Weidenrahmen stammt aus lokalen Kopfbäumen, die Eichentischplatte aus einer 17. Jahrhundert-Treppe, Schreibtisch und Holzplatten aus einem Filmstudio, vieles aus entsorgten Möbeln.

Mehr zu unseren Materialien hier. Die Umwandlung von Abfall in Funktionales war arbeitsintensiv, doch essenziell. Nachhaltigkeit erfordert bewussten Ressourcenverbrauch.

Was ist ein unerwarteter Aspekt des Jurtenlebens?

Bei kürzlichen starken Stürmen in Belgien hielt die Jurte Böen und Regen stand, während Nachbarhäuser Schäden erlitten. Viele kleine Komponenten ergeben zusammen eine starke Struktur.

Was hat die Jurte Sie über nachhaltiges Leben gelehrt? Welchen Rat geben Sie?

Viel Abfall könnte Ressource sein. Unser Ansatz war zeit- und fachaufwendig, doch lohnenswert. Recycling ist oft unwirtschaftlich, aber kreativ und wertvoll – investieren Sie Zeit, um Abfall zu retten.

Welche Geräusche und Gerüche prägen Ihr Zuhause?

Zuggeräusche, Vogelgesang (Zaunkönige, Rotkehlchen, Heckenbraunelle) und prasselnder Regen.

Welcher Gegenstand bereitet die größte Freude?

Unser 200 kg schwerer Terrakotta-Kachelofen mit traditionellen sächsischen Motiven. Die Herstellung reicht bis ins 14./15. Jahrhundert zurück. Der Transport war herausfordernd, doch er sorgt für Wärme und Gemütlichkeit.

Wie fördert Ihr Zuhause Gesundheit und Wohlbefinden?

Es spiegelt unsere Werte wider: Handwerk, gutes Essen, Selbstversorgung, Saisonalität, Einfachheit, Freundlichkeit. Kleiner Raum treibt uns hinaus – Gartenarbeit, Feuerholz hacken, Freunde einladen, Hängematte.

Was bedeutet 'Heimat' für Sie?

Ein Ort, der Familie, Katzen, Pflanzen, Bücher und Erinnerungen schützt – im Tausch gegen Pflege.

Erleben Sie den Look neu:

Dieses Interview wurde aus Gründen der Länge und Klarheit leicht angepasst.