Oben: Gäste versammeln sich mit Jose De Sousa (ganz links) im Wohnzimmer im Untergeschoss. Kerzen und Hauslichter verbreiten eine warme Aura, die den Garten in der Dämmerung erhellen. // Fotos von Joshua McCullough
JJ De Sousa ist eine leidenschaftliche Gastgeberin, und nirgendwo zeigt sich ihre Liebe zum Feiern deutlicher als in ihrem Garten. Als erfahrene Innenarchitektin mit einem ausgeprägten Sinn für Gartengestaltung schafft sie einen Raum voller faszinierender Kontraste. Die traditionelle Architektur ihres englischen Landhauses aus den 1920er Jahren in Portland verbindet sich harmonisch mit modernen Materialien – ein Spiegel ihrer einzigartigen Designphilosophie für stilvolle Outdoor-Bereiche.
Kindheitserinnerungen an familiäre Gärten in Holland und Belgien, wo sie bis zu ihrem 15. Lebensjahr teilweise lebte, sowie ihre Begeisterung für wiederverwendete Fundstücke, architektonische Reste und Industrie-Materialien verleihen dem Garten ihren persönlichen Touch. Die Grenzen zwischen Haus und Garten lösen sich auf: Der Außenbereich gliedert sich in verbundene Räume mit spezifischen Funktionen.
Als sie 1996 das baufällige Cottage am Mt. Tabor erwarb, stand Gartenarbeit fern von ihren Interessen. In der Highschool hasste sie das Unkrautjäten für ihre Mutter und sah sich nicht als Gärtnerin. Doch die Chance, dem Haus neues Leben einzuhauchen – inklusive eines Hausbesetzers im Keller, ohne Wasser oder Strom und mit Räumungsbefehl – faszinierte sie. Mutig kaufte sie es und startete den Umbau.
Bei der Renovierung des Hauses wandte sie sich dem verwahrlosten Garten zu: Zerfallene Steinmauern, Treppen und Terrassen aus den 1940er Jahren, ausgelaugter Boden und wild wuchernde Pflanzen prägten das Bild. Der Beitritt zur Hardy Plant Society of Oregon, Vorträge, offene Gärten und Pflanzenmärkte gaben ihr den nötigen Schwung und Wissen. Sie lernte rasch.
Die erste Gartengestaltung fokussierte auf Pflanzen statt auf Hartflächen und erwies sich als zu aufwendig. JJ De Sousa, Inhaberin des Designbüros Digs Inside & Out in Portland, und ihr Mann Jose erkannten: Der Garten war hübsch, spiegelte aber nicht ihren Lebensstil wider.
Sie wollten einen funktionalen Outdoor-Raum zum Kochen, Essen, Entspannen, Schlafen, Feiern und Verweilen. Der Schlüssel: Hardscape priorisieren, Pflanzen überschaubar halten – wartungsarm und ganzjährig wirkungsvoll.
Mit ihrem "holländischen minimalistischen Ansatz" plante sie neu und teilte den Raum in intime Zonen auf, um ihn größer wirken zu lassen. Im unteren Wohnzimmerbereich laden ein großes Sofa, Sessel und Couchtisch ein. Gabionen, von Jose gebaut und mit Betonpflastersteinen gefüllt, schaffen geometrische Struktur. Kies sorgt für Drainage und Optik. Eine gerettete Fabrikmetalltreppe verbindet die Ebenen.
![]() | ![]() | ![]() |
Eine feuerorangene Bank und Töpfe um die Hintertür kontrastieren mit der purpurroten Tür und Wedgwood-blauer Zierleiste – ein Hauch europäischen Dorfcharms. | Aeonium 'Zwartkop', eine dramatische Sukkulente mit lila-schwarzen Rosetten, fasziniert JJ De Sousa. Im Kübel leicht winterfest ins Gewächshaus bringbar. | Ein umfunktioniertes Straßenschild als humorvoller Hingucker an der Hauswand. // Fotos von Joshua McCullough |
Das Essdeck schwebt über dem zentralen Bereich – günstiger als Abriss der alten Mauern. Ein großer Tisch mit bequemen Stühlen lädt zum Verweilen ein, dezente Beleuchtung zaubert Ambiente. Übergroße Palmen in Containern sorgen für Pep.
Ein Marimekko-Regenschirm wirft bunte Schatten, rote, orange und magenta Akzente poppen auf neutralem Kies-, Holz- und Backstein-Grund. Glänzende Wellblechpaneele am Schuppen dienen als Zaun.
Plissierte Hainbuchen trennen Ess- von Wohnbereich: Im Sommer Sichtschutz, im Winter Lichtdurchlass. Ein recycelter oranger Emaillekamin verankert die Zone. Pistaziengrüne Stühle und Mandarinen-Liegen laden zum Entspannen oder Feuergucken ein. Daneben: Neue Halle und Gewächshaus.
"Ein Garten muss nicht groß sein, um sich groß anzufühlen", betont De Sousa. Diese ehemals gartenaverse Expertin beweist es mit ihrer mutigen Haus-Garten-Fusion – ein lebendiger Freiluft-Lebensraum.
![]() | ![]() | ![]() |
Patina eines tibetischen Tors und Frechheit von Wellblech rahmen den Eingang vom Seitenhof. | Der Speisesaal als Gartenzentrum: Lebendige Farben auf neutralem Grund definieren und verbinden alle Zonen. | Über dem Lounge: Grüner Regenschirm. Schuppen als "Wand", orange Fensterverkleidung verknüpft visuell mit Liegen. // Fotos von Joshua McCullough |
Tipps für Outdoor-Living
- Möbel und Deko müssen nicht teuer sein – kreativ mit Fundstücken umgehen. Big-Box-Stores bieten trendige Gartenmöbel-Dupes.
- Gruppieren Sie Stühle und Tischchen zu Gesprächsecken.
- Tragbare Feuerstellen spenden Wärme und Charme.
- Topfpflanzen statt Schnittblumen: Weniger Pflege, länger haltbar.
- Bei Patios großzügig planen: Reichlich Platz für Tisch und Stühle.
- Außenbeleuchtung dezent: Weiße Lichterketten in Büschen wirken magisch.
- Stühle brauchen nicht zu matchen – Hauptsache genug Plätze. Bunte Klappstühle sind praktisch.
- Größere Töpfe wählen: Größe schafft Drama.





