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Himmlische Helleborus-Hybriden: Die Meisterwerke von Marietta und Ernie O’Byrne

Himmlische Helleborus-Hybriden: Die Meisterwerke von Marietta und Ernie O’Byrne

Oben: Eingebürgerte Nieswurz mischt sich mit Narzissen am Ufer eines Frühlingsbachs neben der Einfahrt von Marietta und Ernie O'Byrnes Anwesen in Eugene.

Unten: Marietta und Ernie O'Byrne eröffneten 1992 die Northwest Garden Nursery.

Himmlische Helleborus-Hybriden: Die Meisterwerke von Marietta und Ernie O’Byrne

Als erfahrener Gärtner kenne ich die unwiderstehliche Anziehungskraft von Pflanzen nur zu gut. Wenn ich nach meinen Top-10-Favoriten gefragt werde, antworte ich stets: „Jeden Tag hat einen anderen Favoriten.“ Doch ehrlich gesagt steht für mich die Gattung Helleborus unangefochten an erster Stelle. Besonders faszinieren mich die Hybriden Helleborus x hybridus – wahre Juwelen für den Wintergarten.

Diese immergrünen, winterharten und schattentoleranten Pflanzen mit haltbarem Laub blühen von Januar bis April. Das allein macht sie zu Stars, doch ihre Blüten sind der absolute Hingucker. Moderne Hybriden überraschen mit einer Fülle an Farben und Formen: Jadegrün, Amethyst, Kaugummirosa, tiefes Kastanienbraun, zart errötendes Apricot, Onyxschwarz, reinem Weiß und cremigem Buttergelb.

Früher zeichneten sich Nieswurzblüten durch einfache, fünfblättrige Kelche aus. Heute sind gefüllte und halbgefüllte Formen für Schattengarten-Enthusiasten unverzichtbar. Viele neue Hybriden wirken wie künstlerisch bemalt: mit feinem Picotee-Rand oder kontrastreichen Sommersprossen.

Gärtner weltweit danken Marietta und Ernie O’Byrne aus Eugene, Oregon, für diese Zuchtrevolution. 1992 eröffneten die beiden nach 17 Jahren als Landschaftsgärtner die Northwest Garden Nursery – spezialisiert auf seltene und ungewöhnliche Pflanzen. Ihr Ruf wuchs durch regionale Märkte und Besucherströme zu ihrem beeindruckenden Garten. Nieswurz dienten ihnen als robuste Immergrüne für Schattengärten, mit Blüten als Brücke vom Winter zum Frühling. Doch die Farben waren lange noch nicht so lebendig wie bei Narzissen.

1995 weckte ein Foto einer roten Sorte von Helen Ballard Mariettas Leidenschaft für die Hybridzucht. Aus Samen deutscher Züchterin Gisela Schmiemann entstand der Grundstock. Weitere europäische Linien erweiterten das Spektrum.

Marietta zielt auf klare, satte Farben, aufgerichtete Blüten, Stabilität und Resistenz gegen schwarze Flecken ab. „Die Erweiterung der Farbpalette und die Perfektionierung gefüllter Formen ist unsere Spezialität“, ergänzt Ernie. Handbestäubung, Isolation und Linienzüchtung ohne Gewebekultur sorgen für Reinheit. Sämlinge blühen im zweiten Jahr. Schwächere Pflanzen werden rigoros aussortiert – nur die Besten bleiben. Dieses Engagement macht ihre Sorten so gefragt und hat die Nieswurz-Welt verändert.

2008 schlossen sie die Gärtnerei, um sich Zucht, Familie und Garten zu widmen. Ihr ikonischer Northwest-Garten evolviert kontinuierlich: „Wir pflanzen alles, was wir kriegen können“, sagt Marietta – von Gemüse bis Riesenbäumen.

Der Obst- und Gemüsegarten liefert überreichlich; Beeren und Früchte werden zu Saft verarbeitet. Alles wird genutzt: Küchenabfälle füttern Hühner, die Eier und Dünger liefern.

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Blumen, von links nach rechts: ein einzelnes dunkles Schwarz in der Gruppe der schwarzen Rauten; anemonenblütige Blüten in der Kirschblütenserie; hellgrüne Kelchblätter in der Jade-Tiger-Gruppe.

Himmlische Helleborus-Hybriden: Die Meisterwerke von Marietta und Ernie O’Byrne

Oben: Teiche mit Nieswurz, durchsetzt mit Primula sieboldii, sind im Frühjahr ein Highlight im O’Byrne-Garten.

Unten: Nieswurz dominieren den Frühlingsgarten. Marietta kontrastiert Weiß-, Rot- und Schwarzschattierungen für dramatische Effekte.

Himmlische Helleborus-Hybriden: Die Meisterwerke von Marietta und Ernie O’Byrne

Extravagante Staudenbordüren bieten Spielraum für Farbe, Textur und Form. Ureinwohner des Westens gedeihen auf magerem Boden: Trockentolerante Eichen, Manzanita, Kaktus, Yucca und kalifornischer Mohn erzeugen Chaparral-Atmosphäre. Zwergkoniferen und Alpenpflanzen prangen in Steingärten und Trögen. Schattenliebhaber aus aller Welt blühen unter alten Bäumen. Marietta schätzt „geordnete Wildheit“: Pflanzen berühren sich, Pflege bleibt unauffällig.

Bescheiden teilen die O’Byrnes ihr Wissen. Gärtner weltweit pilgern zu ihnen. Ihre Passion inspiriert Generationen.

Für mich steht ein Roadtrip an: Alte Nieswurz raus, Mariettas Hybriden rein!

In diesem Jahr veranstalten Marietta und Ernie O'Byrne vom 18. bis 19. Februar und vom 25. bis 26. Februar ihre jährlichen Hellebore Open Garden Days. Besuche nach Vereinbarung möglich. Mehr unter northwestgardennursery.com.