Wärmeres Wetter weckt Unkräuter auf – jetzt vorbeugen, rät Gartenspezialistin Adrienne Wild
Als passionierte Gärtnerin weiß ich: Viele Blumen wie Ringelblumen, Rittersporn oder Lupinen bereichern unsere Beete. Doch bei Unkräutern wie Löwenzahn, Kreuzkraut oder Brennnessel sehen wir rot – sie rauben Gemüse Nährstoffe und sorgen für Chaos in unseren Blumenrabatten.
Sie werden zu Recht beschuldigt, Wasser und Nährstoffe aus dem Boden zu ziehen, Nachbarpflanzen das Licht zu nehmen und Schädlinge anzuziehen.

Kennen Sie Ihren Feind
Ein schneller Hieb mit der Hacke oder Unkrautvernichter mag verlockend sein, doch diese Methode ist oft teuer, zeitintensiv und schadet der Tierwelt. Besser: Verstehen Sie das Wachstum Ihrer Unkräuter und wählen Sie gezielte Kontrollmethoden – aus jahrelanger Praxis bewährt.
Einjährige Unkräuter wie Vogelmiere, Kreuzkraut oder Fetthenne keimen im Frühling, wachsen rasch, blühen, säen sich aus und sterben im Jahr ab.
Freche wie Vogelmiere erzeugen mehrere Generationen und plagen vor allem umgegrabene Gemüsebeete.
Gegen sie hilft die „No-Dig“-Methode: Überlassen Sie die Bodenbearbeitung den Regenwürmern. Bedecken Sie nackte Erde mit Zeitung oder schwarzem Plastik, pflanzen Sie durch Schlitze und mulchen Sie dick.
Regelmäßiges Hacken bei kleinen Sämlingen oder Handausziehen wirkt bei Einjährigen zuverlässig – Kompostieren Sie die Ernte. Merken Sie sich: „Ziehen bei Nässe, hacken bei Trockenheit.“
Biennale Unkräuter bekämpfen
Biennale wie Hirtentäschel, Haariges Schaumkraut, Karde oder Kreuzkraut brauchen zwei Jahre: Im ersten bilden sie Blattrosetten und Wurzeln, die überwintern. Im zweiten blühen sie, säen und sterben.
Sie siedeln an Rändern, wo der Boden unberührt bleibt. Schneiden Sie sie aus und decken Sie mit Rindenmulch oder Kies ab.
Lassen Sie sie eine Stunde welken, dann kompostieren – sie keimen nicht mehr nach.

Ausdauernde Unkräuter
Achten Sie auf Brennnesseln, Ackerwinde, Ampfer oder Quecke, die aus Samen oder Nachbargrundstücken kommen und den Winter überdauern.
Als schnelle Züchter lassen sie sich am besten durch dichte Bodendecker verdrängen, die ihnen Licht und Platz rauben.
Ein dichter Pflanzenteppich schützt nicht nur vor Unkraut, sondern bietet Nützlingen Habitat – idealer als versiegelte Flächen für pflegeleichten Genussgarten.
Empfehlungen: Schatten – Hosta, Bergenia, Epimedium, Nieswurz, Brunnera. Trocken – Achillea, Euphorbia, Nepeta, Stachys.
Gegen Ausdauernde: Alle Wurzeln ausgraben und verbrennen. Blüten entfernen verhindert Samenvermehrung.
Bei Sturheit wie Brennnessel, Grindeldorn oder Schachtelhalm: Über Jahre alle 2–3 Wochen schneiden und Triebe graben, um zu schwächen.
Falls chemisch: Roundup tötet berührte Pflanzen, schont Boden. Aufblasen bei Verflechtung mit Nutzpflanzen.

Japanischer Knöterich
Diese Staude kam 1825 als Zierpflanze nach Großbritannien, gilt heute als invasives Monster – selbst Bruchstücke wachsen nach.
Rechtlich verboten, in der Wildnis wachsen zu lassen.
Bambusartige Triebe durchbrechen Beton, wachsen bis 2,1 m hoch. Rhizome bis 2 m tief, breiten sich aus.
Ausgraben, Triebe über Jahre alle 2–3 Wochen schneiden. Dann Mulchgewebe drüber – schwächt Neuaustriebe.
Bei Massenbefall: Profis rufen.