DeuAq.com >> Leben >  >> Haus & Garten

Garten wetterfest machen: Umweltfreundliche Tipps von Expertin Adrienne Wild

Starke Regenfälle können Gärten in Chaos stürzen. Expertin Adrienne Wild, mit jahrelanger Praxis in nachhaltiger Gartengestaltung, teilt bewährte, umweltfreundliche Strategien.

Garten wetterfest machen: Umweltfreundliche Tipps von Expertin Adrienne Wild

Tropische Luftmassen aus Südwesten und das starke El-Niño-Phänomen erklären das milde, nasse und windige Winterwetter.

Unsaisonale Temperaturen stören natürliche Rhythmen: Frühlingsblumen blühen vor Weihnachten, Spargel treibt vorzeitig, und Wildtiere wie Igel, Vögel und Bienen werden aktiv – nur um ihre Habitate durch Regen und Überschwemmungen zerstört zu finden.

Für viele Gärtner steht nun die Rettung des durchnässten Gartens im Vordergrund. Es erfordert Zeit und Einsatz, um Normalität wiederherzustellen. Wählen Sie einen neuen, umweltfreundlichen Gartenansatz für langfristige Resilienz.

Gartengestaltung neu denken

Vermeiden Sie große gepflasterte Flächen – sie fördern Oberflächenabfluss und verschärfen Überschwemmungen.

Stattdessen:

❯ Erhöhte Terrassendielen auf permeablem Untergrund oder Zuschlagstoffe installieren, die Regen einsickern lassen.

❯ Beete erweitern, damit Wurzeln Feuchtigkeit binden. Ersetzen Sie Zäune durch wildtierfreundliche Hecken.

❯ Gestalten Sie einen pestizidfreien Garten als Biodiversitäts-Oase mit Insektenhotels und Holzhaufen für Bienen.

❯ Bauen Sie einen großen Komposthaufen als Habitat für Igel, Würmer und Kröten – und profitieren Sie von nährstoffreichem Humus.

❯ Platzieren Sie Beete geschützt, wählen Sie trockenheitsverträgliche Sorten. Schützen Sie neue Pflanzungen vor Wind mit Netzen, decken Sie Böden mit Mulch und Bodendeckern ab, um Erosion und Frostschäden zu verhindern.

Die richtigen Pflanzen wählen

Pflanzen Sie in feuchten Zonen Bäume – sie nehmen 1–4 Liter Wasser pro Tag auf. Weiden sind besonders effektiv, aber prüfen Sie Plätze sorgfältig, da sie in Trockenperioden problematisch sein können.

❯ Feuchtigkeitsliebende Arten wie Hartriegel (Cornus) mit farbigen Trieben, Sumpflirien (Iris), Astilbe und Rudbeckia entwässern sumpfigen Boden wie natürliche Pumpen.

❯ Wildblumenwiesen locken Vögel, Bienen und Schmetterlinge an, schaffen Prärie-Landschaften oder begrünen Dächer für Isolation.

Auf Bio-Dünger umsteigen

Stärken Sie Pflanzen mit organischen Düngern: Getrocknetes Blut liefert Stickstoff für Blätter, Knochenmehl Phosphat für Wurzeln, Holzasche Kali für Blüten und Früchte.

Durchnässten Boden retten

Gesunder, krümeliger Boden ist Gärtenelixier – Überregen verdichtet ihn, verdrängt Luft und ertränkt Wurzeln (erkennbar am fauligen Ei-Geruch). Pflanzen zeigen Stress: gelbe, welke Blätter.

Maßnahmen:

❯ Warten Sie, bis Boden bearbeitbar ist; arbeiten Sie von Brettern aus und räumen Sie Schutt.

❯ Entfernen Sie schwache krautige Pflanzen.

❯ Bei Immergrünen mit abblätternder Rinde oder matschigen Wurzeln: Keine Erholung möglich. Bei Laubbäumen Rinde prüfen – trocken/braun bedeutet tot.

Genesung fördern

Gabeln Sie Ränder auf, damit Wasser abfließt. Fügen Sie Kies und organisches Material hinzu – Regenwürmer verbessern Drainage und Belüftung.

Spießen Sie Rasen auf, füllen Sie Löcher mit kalkfreiem Sand gegen Pfützen.

Entwässerungssysteme einplanen

Legen Sie Fischgrät-Gräben mit grobem Kies an, die in einen 60–90 cm tiefen Sumpf münden – ideal für tiefe, feuchte Stellen gegen plötzliche Überschwemmungen.