Es gibt unzählige Wege, Räume mit Kunst zu verschönern, doch der Erfolg gründet auf einem sicheren Gespür für harmonische Arrangements. Kunstwerke, Skulpturen oder Alltagsobjekte gekonnt zu präsentieren erfordert nicht nur ein Auge für Komposition, sondern vor allem jahrelange Praxis.
Ob ein Highlightstück über dem Kamin oder eine Galeriewand als Raummittelpunkt: Die Expertise einer Profi-Innenarchitektin zahlt sich aus. Jo Sampson, Mitgründerin von Artorial (wird in neuem Tab geöffnet) zusammen mit Jenny Crosbie, kennt das Problem: Trotz Überfluss an Kunstwerken ist passgenaue Auswahl schwierig. Mit über 25 Jahren Erfahrung in High-End-Wohn- und Hotelprojekten, Möbel- und Lichtdesign sowie als Designerin für die Luxusmarke Waterford (verkauft in Harrods, Selfridges, Neiman Marcus und Bloomingdales) berät sie weltweit. Hier teilt sie ihre Top-Tipps zur Kunstpräsentation.
1. Momente schaffen

"Viele halten Kunstwerke für zwingend mittig und auf Augenhöhe. Ich breche diese Regel bewusst – unerwartete Positionen faszinieren", erklärt Jo. "Von Sitzpositionen oder dem Bett aus bieten sich neue Perspektiven. Ich richte Arrangements um Couchtische oder Anrichten ein: Möbel erden die Werke und bilden eine stabile Basis."
"Auch Schrankseiten werden oft übersehen – Kunst dort wirkt überraschend und regt zum Gespräch an."
2. Kein Richtig oder Falsch

Bei Wohnzimmer- oder Badezimmerkunst gilt: Individualität zählt. "Kunst bringt kostengünstig Farbe und Leben ins Interieur. Rahmen lassen sich mehrmals streichen, Kunst bleibt flexibel."
"Experimentieren Sie mit Platzierungen, lehnen Sie Drucke an – ideal für Mieter ohne Bohrmöglichkeit. So erfrischen Sie Räume mühelos und wirkungsvoll."
3. Farbe für Zusammenhalt nutzen

"Starten Sie mit Raumfarben – Wände, Textilien, Fliesen – und wählen Sie passende Kunst. So entsteht ein kuratierter Look. Besonders praktisch für Küchenkunst: In dieser Pastellküche spiegeln die Drucke die Töne wider."
"Layout-Tipp: Zentrales Werk platzieren, dann erweitern. Für Galeriewände Rhythmus schaffen wie ein Puzzle – testen Sie auf dem Boden oder mit Schablonen."
4. Rahmen streichen

Schlafzimmerkunst verändert alles blitzschnell. "Rahmen sind Teil der Kunst: Streichen Sie sie kontrastierend zum Werk oder Raum. Sie heben Highlights hervor oder setzen Akzente."
"Mit einem Farbtester neues Leben einhauchen – günstig und effektiv. Für Kohärenz: Zwei Nuancen dunkler als die Wand."
5. Modernes mit Klassik mischen

"Moderne Drucke in Gemälde, Foto oder Collage mit Vintage-Rahmen kombinieren weckt Interesse. Zeitgenössische Kunst passt auch in klassische Umgebungen – der Kontrast verstärkt die Wirkung. Second-Hand-Rahmen günstig aufwerten."
"Montagekarten in Wandfarbe tunkeln, Blumenfarben abstimmen: So entsteht Harmonie und Lebendigkeit."