Suchen Sie nachhaltige Stoffe für Ihr Zuhause? Jules Haines, Gründerin von The Haines Collection, gibt fundierte Tipps zum umweltbewussten Einkauf von Textilien und Stoffen. Als Expertin mit jahrelanger Erfahrung in der Branche kennt sie die besten Praktiken.
„Der erste Schritt zu nachhaltigen Textilien sind Naturfasern“, erklärt Haines. „Künstliche Stoffe wie Polyester, Nylon oder Acryl benötigen Jahrzehnte oder länger zur biologischen Zersetzung – natürlich gewachsene Fasern hingegen zersetzen sich schnell und ermöglichen einen kreislauffähigen Prozess.“
Jules Haines Gründerin, Haines CollectionDie Haines Collection, gegründet von Jules Haines, ist eine Pionierplattform für den Wiederverkauf von Textilien, Tapeten, Lampen und Accessoires – Stücken, die sonst auf der Mülldeponie landen würden. Seit März 2022 vereint Haines Curates eine kuratierte Community umweltbewusster Designer und Haushaltsmarken, die Abfallreduktion und Nachhaltigkeit priorisieren.
Nachhaltige Stoffe richtig kaufen
Von Baumwolle bis Wolle: Hier erfahren Sie, welche Fasern Sie wählen und worauf Sie achten sollten für Ihr Dekorprojekt.
1. Baumwolle
„Baumwolle verbraucht enorme Wassermengen, und Bäuer:innen nutzen 16 % der weltweiten Insektizide“, betont Haines.
„Zertifizierte Bio-Baumwolle hingegen wird mit umweltschonenden Methoden angebaut: Sie regeneriert den Boden, reduziert Pestizide und Dünger und fördert biologische Vielfalt.“
2. Wolle
„Die umweltfreundlichste Faser: 100 % natürlich, biologisch abbaubar, erneuerbar, pflegeleicht und feuerhemmend.“
„Wählen Sie Lieferanten ohne Mulesing – ein umstrittenes Verfahren, bei dem Hautlappen um Schwanz und Hinterteil von Lämmern entfernt werden, um Parasiten zu verhindern.“
3. Leinen
„Aus Flachs gewonnen, der ohne Dünger auskommt und auf marginalen Flächen wächst. Die gesamte Pflanze (Samen, Öl, Faser) wird genutzt – null Abfall.“
„Biologisch abbaubar, solange keine aggressiven Chemikalien im Verarbeitungsprozess verwendet werden.“
4. Quelle prüfen und Zweckgerechtigkeit sichern
„Fragen Sie immer nach dem Herkunftsort“, rät Haines. „Lokale oder britische Produzenten senken Ihren CO²-Fußabdruck erheblich.“
Denken Sie auch an die Nutzung: Werden die Stoffe langlebig genug? „Vermeiden Sie empfindliches Leinen (niedrige Martindale-Zahl) für stark beanspruchte Sofas. Seide eignet sich nicht für sonnenexponierte Fenster, da UV-Strahlung die Fasern zersetzt.“
„Jeder Kauf wirkt sich auf den Planeten aus – wählen Sie die beste Option, die Sie lieben und langfristig schätzen.“
Was macht einen Stoff umweltfreundlich?
Dazu zählen Wolle, (Bio-)Baumwolle und Leinen. Schauen Sie nach Bambus, Hanf, Jute oder Maisfasern. Second-Hand oder Upcycling zu Hause sind tolle Alternativen.