Nach einem Jahrzehnt in der Designbranche gründete Victoria Sass 2015 das Prospect Refuge Studio und übernimmt seither anspruchsvolle gewerbliche und Wohnprojekte mit internationaler Expertise.
Ihre Designphilosophie passt Formen nahtlos an Kundenwünsche, die Architektur des Objekts und den einzigartigen Standort an – durchzogen von ihrer markanten Ästhetik: vielschichtig, mustergereich, farbenfroh und geschickt geschichtet. Diese Signatur spiegelt ihre Kindheit in der alternativen Surfstadt Santa Cruz und ihre Architekturausbildung in Kopenhagen wider.
Als überzeugte Midwesternerin hat Victoria ihr preisgekröntes Studio im Herzen des Mittleren Westens etabliert. Im exklusiven Interview teilt sie Einblicke in ihre Leidenschaft für Innenarchitektur.
1. Wann haben Sie Ihr eigenes Studio gegründet?

„Ich gründete Prospect Refuge Studio 2015 nach fast einem Jahrzehnt Praxiserfahrung im Design. Seitdem wächst unser Team kontinuierlich. Innenarchitektur prägt meine gesamte Karriere – von Architekturbüros für Kasinokomplexe über freiberufliche Projekte für kommerzielle Bauträger, historische Sanierungen bis hin zu Retail-Flagships für globale Sportmarken.“
„2015 entschied ich mich, mich voll auf konzeptstarke, hochwertige Wohnprojekte zu spezialisieren. Der Rest ist Erfolgsgeschichte.“
2. Woher kommt der Name „Prospect Refuge“?

„Der Name leitet sich von meiner Kern-Designphilosophie ab: der Prospect-Refuge-Theorie. Sie erklärt, warum Menschen Räume bevorzugen, die Schutz (Refuge) bieten und zugleich Ausblick (Prospect) ermöglichen – ein Urinstinkt in unserer Psyche.“
„Dieser ‚Aha-Moment‘ in meiner Ausbildung in Kopenhagen zeigte mir, wie Design unsere gemeinsame menschliche Erfahrung bereichert. Es wurde zu meinem Lebenswerk.“
3. Wo liegen Ihre wichtigsten Designphilosophien?

„Bei Prospect Refuge Studio verfolgen wir einen ganzheitlichen, narrativen Ansatz: Wir entwickeln ein starkes Konzept und weben eine kohärente Geschichte durch Objekte, Räume und Materialien. Immer im Fokus: Wie bewegen, fühlen und leben Menschen in ihren Häusern.“
„Handwerkskunst steht im Zentrum unseres Portfolios. Egal ob altes oder neues Haus, groß oder klein – ein Prospect-Refuge-Projekt schafft echtes Zugehörigkeitsgefühl.“
4. Was sind Ihre gewagtesten Designentscheidungen?

„Risiko hängt von fundierter Ausbildung und klarem Projektziel ab. Als Profis klären wir das für Eigentümer – weg vom Risiko hin zu kalkuliertem Fortschritt.“
„Wir recherchieren historische Präzedenzien und aktuelle Trends, identifizieren emotionale Bedürfnisse und machen Kunden zu informierten Partnern. Farbe ist ideal zum Experimentieren: Mächtig und transformierend. Ein Fuß in der Komfortzone, einer draußen – dort entsteht Wachstum.“
5. Wie gehen Sie ein neues Projekt an?

„Zuerst tauche ich tief ein: Ich erkunde das Grundstück, atme die Landschaft oder spaziere durch die Nachbarschaft. Immer zentral: Die Eigentümer – ihre Ziele, Emotionen und wahren Motive jenseits des Offensichtlichen.“
„Dann destillieren wir ein klares Konzept und ein gemeinsames Vokabular als Leitfaden für Team und Klienten durch alle Projektphasen.“
6. Wo suchen Sie Inspiration?

„Historische Quellen faszinieren mich – etwa Texte aus den 1900ern zur Drapierkunst, die ich modern interpretiere. Viele traditionelle Techniken sind verloren; sie inspirieren neu.“
„Antiquitäten, Fasern, Muster oder regionale Architektur – die Welt der Innenarchitektur ist unerschöpflich. Erforschung und die Neudeutung alter Ideen prägen meinen Stil.“