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Warum nasse Wetterbedingungen Schnecken zum Blühen bringen – Erklärung eines Experten

Der diesjährige Frühling brachte in weiten Teilen Australiens starke Regenfälle, Überschwemmungen und extreme Wetterereignisse.

Laut dem Bureau of Meteorology war der Oktober der zweitfeuchteste seit Beginn der Aufzeichnungen.

In den letzten Wochen, als es in Melbourne fast täglich regnete, sah ich Dutzende Schnecken auf Wegen, im Garten und sogar an Briefkästen. Die Population scheint förmlich zu explodieren.

Gibt es wirklich mehr Schnecken? Sind sie nur aktiver? Und warum lieben sie Regen so? Ich sprach mit John Stanisic OAM, Honorary Research Fellow am Queensland Museum und bekannt als „The Snail Whisperer“.

Warum nasse Wetterbedingungen Schnecken zum Blühen bringen – Erklärung eines Experten

Warum kriechen Schnecken bei Regen heraus?

Schnecken sind primär nachtaktiv, erklärt Dr. Stanisic. Tagsüber zeigen sie sich vor allem bei Regen, da ihre Verstecke überflutet werden.

„Schnecken reagieren auf Regen wie Frösche“, sagte er zu ABC Radio Melbourne. „Ewig keine Spur – dann regnet es, und plötzlich sind sie überall.“

Zudem erleichtern feuchte Bedingungen die Fortbewegung: „Aktive Schnecken produzieren Schleim. Bei Nässe benötigen sie weniger davon und sparen Energie.“

Austrocknen ist für Schnecken die größte Gefahr – schlimmer als jedes Raubtier, betont Dr. Stanisic.

Boomt die Schneckenpopulation in nassen Jahren?

Ja, bestätigt der Experte. In Dürreperioden gehen Bestände stark zurück, da Schnecken entweder austrocknen oder in Winterstarre verfallen, bis Regen kommt.

Bei Trockenheit wird Fortpflanzung erschwert: „Sie müssen sich treffen, paaren, Eier legen. Jungtiere schlüpfen nur bei guten Bedingungen über zwei bis drei Jahre.“

La Niña sorgte in den letzten drei Jahren für Feuchtigkeit an der Ostküste – ideale Bedingungen für Schneckenvermehrung.

Was tun mit all den Schnecken?

Wenn keine Pflanzen bedroht sind, lassen Sie sie leben, rät Dr. Stanisic. „Sie gehören zur städtischen Natur wie jedes Tier.“

Einheimische Arten zersetzen Laubstreu in Wäldern und wandeln es in Nahrung für andere Tiere um – eine wertvolle Ökofunktion.

Weitere spannende Schneckenfakten

  • Schnecken und Nacktschnecken gehören zur Klasse der Gastropoden. Nacktschnecken sind einfach schalenlose Schnecken.
  • Jungtiere schlüpfen mit einem Gehäuseband. „Viele Arten speichern Kalziumkörner, was auf schalenlose Vorfahren hindeutet“, sagt Dr. Stanisic.
  • In Gärten dominieren eingeführte Arten, doch Australien hat mindestens 1.500 einheimische – eine reiche Vielfalt.
  • Die Gartenschnecke ist essbar, erfordert aber einen neunstufigen Zubereitungsprozess.
  • Die meisten Schnecken haben ein rechtsdrehendes Gehäuse. Linksdrehende Arten (z. B. in Australien) sind selten.