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Igel im Garten schützen: Experten-Tipps für ein naturnahes Paradies

Wenn Igel Ihren Garten als neuen Lebensraum entdecken, können Sie mit gezielten Maßnahmen ihr Wohlbefinden steigern. Als Naturschutz-Experten zeigen wir Ihnen, wie Sie die streng geschützten Tiere optimal unterstützen und Ihren Garten zu einem sicheren Refugium machen.

Die Unterstützung von Igeln ist essenziell, da sie auf zusätzliche Habitate angewiesen sind. In diesem Beitrag teilen wir bewährte Strategien, um Igel aktiv zu schützen – basierend auf langjähriger Praxiserfahrung.

Igel im Garten: Naturgärten als ideale Umgebung

Igel fühlen sich in naturnah angelegten Gärten besonders wohl. Hohes Gras und Hecken dienen als bevorzugte Ruheplätze. Vermeiden Sie übertriebene Pflege und beachten Sie diese bewährten Tipps:

  • Laub liegen lassen: Im Herbst nutzen Igel Laubhaufen als Winterquartiere. Lassen Sie sie stehen – ebenso Kompost- und Reisighaufen, die perfekte Unterschlupfe bieten.
  • Flache Gartenteiche: Insekten umflatterte Teiche sind Futterquellen. Gestalten Sie sie seicht mit abflachendem Ufer, damit Igel bei versehentlichem Sturz leicht entkommen.
  • Dichte Hecken: Akkurat geschnittene Kirschlorbeer-Hecken wirken gepflegt, bieten Igeln aber wenig Schutz. Lassen Sie Hecken wilder wachsen und schneiden Sie sparsam. Ideal: Schlehe, Haselnuss, Holunder oder Eberesche.
  • Fallobst liegen lassen: Primär Insektenfresser, profitieren Igel indirekt von Fallobst, das Kleinlebewesen anzieht. Lassen Sie Portionen liegen.

Tipp aus der Praxis: Igel sind wertvolle Garthelfer. Sie jagen Schnecken, Spinnen und Regenwürmer – und schützen so Ihre Pflanzen natürlich.

Sichere Eingänge für Igel schaffen

Igel wandern bis zu fünf Kilometer weit. Ermöglichen Sie einfachen Zugang:

  • Hecken statt Zäune: Natürliche Sichtschutz-Hecken erleichtern den Durchgang. Empfehlenswert: Flieder, Liguster, Eberesche oder Pfaffenhütchen.
  • Drahtzäune anpassen: Biegen Sie den unteren Bereich grobmaschiger Zäune hoch, damit Igel darunter hindurch können.
  • Löcher in Lattenzäune: Sägen Sie 10 x 10 cm große Öffnungen, um Igel anzulocken.

Vorsicht bei Laubhaufen im Garten

Herbstlaub-Haufen sind Nahrungs- und Winterplätze. Beim Umsetzen vorsichtig vorgehen: Keine Harke direkt einstechen, um Verletzungen zu vermeiden. Ideal: Haufen von November bis März unberührt lassen.

Chemiefrei für Igel: Natürlicher Pflanzenschutz

Verzichten Sie bei Igeln auf Chemie. Schneckenkorn, Rattengift oder Unkrautvernichter schaden der Nahrungskette und den Tieren selbst. Stattdessen: Organischer Dünger und Hausmittel wie Brennnesseljauche.

Igel optimal versorgen

Gesunde Igel brauchen kein Futter, doch diese Maßnahmen steigern ihr Wohlbefinden:

  • Wasserschalen: Tägliches Trinken ist essenziell. Flache Schalen oder Untersetzer dienen als Tränke, ebenso seichte Teiche.
  • Keine Milch: Igel vertragen Laktose nicht – es verursacht Durchfall.
  • Naturüberwinterung: Junge Igel im Herbst belassen, es sei denn, sie wirken krank oder zu dünn. Dann: Igelstation kontaktieren.