Schmetterlinge sind in vielen Regionen vom Aussterben bedroht. Mit einem gezielt angelegten Schmetterlingsgarten schaffen Sie einen sicheren Lebensraum für diese faszinierenden Insekten. Hier verraten wir Ihnen als Naturschutz-Experten alles Wissenswerte.
Was zeichnet einen Schmetterlingsgarten aus?
Das Bild flatternder Schmetterlinge über bunten Wiesen wird immer seltener. Weltweit existieren rund 160.000 Schmetterlingsarten, in Deutschland allein 3.700. Viele heimische Arten stehen jedoch auf der Roten Liste bedrohter Tierarten.
Wir können das Artensterben bremsen, indem wir Schmetterlingen geschützte Refugien bieten – idealerweise in Form eines Schmetterlingsgartens mit insektenfreundlichen Pflanzen.
Ein solcher Garten umfasst Pflanzen, die
- nektarreich sind und Nahrung für adulte Falter liefern,
- als Futterpflanzen für Raupen dienen,
- sowie Unterschlupf und Ruheplätze bieten.
Diese Pflanzenkombinationen fehlen in der modernen Landschaft zunehmend, sind aber essenziell für den Schmetterlingszyklus. Viele Arten sind auf spezifische Habitate angewiesen: Der Bärenspinne etwa braucht Flechtenanteile von über 40 Prozent.
Schmetterlinge legen Eier nur dort ab, wo Raupen sofort fressen können. Nach ausreichender Nahrungsaufnahme verpuppen sie sich und werden zu Faltern. Jede Entwicklungsstufe erfordert passende Pflanzen. Mit der richtigen Planung schaffen Sie diesen Lebensraum in Ihrem Garten.
Schmetterlingsgarten gestalten: So gehen Sie vor
Wild und natürlich halten
Gestalten Sie Ihren Schmetterlingsgarten vielfältig und naturnah. Ein Naturgarten ist perfekt, da heimische Pflanzen optimal an Schmetterlinge angepasst sind und Vielfalt Nahrung sowie Schutz bieten. Wählen Sie einheimische Arten, meiden Sie exotische Zierpflanzen – manche Blätter sind für Raupen giftig.
Achten Sie auf eine Blütezeit von Februar bis Oktober, damit Schmetterlinge ganzjährig versorgt sind.
Wildblumenwiese als Kern
Das Herzstück ist eine Wildblumen- oder Blumenwiese mit heimischen Wildblumen als Nektarquelle für diverse Arten. Erhältlich sind spezielle Mischungen im Fachhandel.
So legen Sie sie richtig an:
- Tragen Sie vorher den Rasen ab – Samen keimen am besten auf unbewachsenem, trockenem, magerem Boden ohne Staunässe.
- Wählen Sie einen sonnigen Standort.
- Säen Sie idealerweise März bis April aus.
- Mähen Sie zweimal jährlich (Ende Juni, Anfang September), nie die gesamte Fläche auf einmal.
Weitere Gestaltungsideen für Ihren Schmetterlingsgarten
Das passende Umfeld
Eine Blumenwiese allein reicht schon, doch ergänzen Sie folgendes für Optimalbedingungen:
- Kletterpflanzen an Hauswänden oder Sichtschutz: Efeu, Hopfen, Wein oder Kletterrosen mit einfachen Blüten.
- Trockenmauern aus Naturstein für Unterschlupf und Eiablage.
- Sonnige Kiesflächen als Bade- und Ruheplätze.
- Schmetterlingshecken aus Laubgehölzen wie Brombeere, Heckenkirsche, Haselnuss, Himbeere, Holunder, Sal-Weide, Schlehdorn und Sommerflieder.
- In Kleinflächen: Hochbeete mit Kräutern wie Dill, Liebstöckel, Oregano, Petersilie, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Thymian. In Töpfen Lavendel.
Nektarliefernde Pflanzen für Schmetterlinge
Wählen Sie Pflanzen, die heimisch, farbenfroh (UV-reflektierend: gelb, orange, pink, violett, rot für Tagfalter; weiß, hellviolett, zartgelb für Nachtfalter) und nektarreich sind. Empfehlungen:
- Blaukissen
- Edeldistel
- Echtes Eisenkraut
- Fenchel
- Fetthenne/Mauerpfeffer
- Flammenblume
- Flockenblume
- Goldrute
- Johanniskraut
- Große Kapuzinerkresse
- Kartäusernelke
- Kugeldistel
- Oregano/Dost
- Hoher Stauden-Phlox
- Tauben-Skabiose
- Wiesensalbei
- Ysop/Bienenkraut
- Zinnie
Pflege-Tipps für den Schmetterlingsgarten
Lassen Sie kontrolliertes Chaos zu: Minimal eingreifen, nicht verwildern lassen.
- Mähen Sie zeitversetzt, nie alles gleichzeitig.
- Laub im Herbst liegen lassen für Überwinterung; Fallobst als Nahrung.
- Freiwachsende Hecken bevorzugen.
- Keine chemischen Pflanzenschutzmittel – schützen Sie Insekten und Umwelt.
Warum ein Schmetterlingsgarten lohnt
Ca. 10 Prozent der europäischen Schmetterlinge sind bedroht, hauptsächlich durch intensive Landwirtschaft und Monokulturen. Pflanzenvielfalt und Wiesen sind Schlüssel zum Erhalt.
Schmetterlingsbiotope sichern auch 10.000 weitere Insektenarten. Das globale Insektensterben bedroht 80 Prozent der Wildpflanzen und ein Drittel unserer Nahrung durch fehlende Bestäubung. Es stört die Nahrungskette von Vögeln bis Raubtieren.
Mit Ihrem Schmetterlingsgarten tragen Sie aktiv zum Biodiversitätsschutz bei – und genießen farbenfrohe Gäste.