Mit Urgesteinsmehl düngen Sie Ihren Garten nachhaltig und mineralstoffreich. Als erfahrene Gärtner wissen wir: Dieser traditionelle Dünger aus natürlichen Steinen versorgt Pflanzen optimal. Erfahren Sie Herkunft, Wirkung und bewährte Anwendungsarten.
Die Entstehung von Urgesteinsmehl
Pflanzen benötigen essentielle Mineralien wie Magnesium, Eisen, Kalium und Calcium. Urgesteinsmehl liefert genau diese Nährstoffe als natürlicher Mineraldünger.
Wichtig zu unterscheiden: Im Gegensatz zu Kunstdüngern, die Mineralien durch chemische Prozesse gewinnen, besteht Urgesteinsmehl aus gemahlenen Natursteinen. Primär aus versteinerter Lava wie Basalt oder Diabas, entstanden bei vorgeschichtlichen Vulkanausbrüchen. Die Vorsilbe "Ur-" steht für "urzeitlich".
Vor 20 bis 30 Millionen Jahren waren Teile Deutschlands vulkanisch aktiv, etwa in der Vulkaneifel. Diese Lava brachte erdinterne Mineralien an die Oberfläche.
Andere Gesteinsmehle aus Quarz, Zeolith oder Granit verbessern den Boden, enthalten aber weniger Nährstoffe. Zeolith, reich an Aluminium und Silizium, lockert lehmige Böden auf. Achten Sie auf Herstellerangaben zu Steinart und Mineralgehalt – der Begriff "Gesteinsmehl" ist nicht geschützt.
Die wertvollen Mineralien in Urgesteinsmehl
Das grauschwarze Mehl spiegelt die Zusammensetzung der Lavasteine wider und versorgt Wurzeln mit essenziellen Mineralstoffen und Spurenelementen. Details finden Sie auf Packung oder Datenblatt.
- Magnesium ist zentral für Blattgrünbildung, Vitamin-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel.
- Eisen unterstützt die Fotosynthese.
- Kalium und Calcium fördern Wasseraufnahme und -transport.
- Kieselsäure (Silizium) und Spurenmetalle steigern das Wachstum.
Mangel zeigt sich durch gelbe Blattflecken, hängende Blätter und schwaches Wachstum. Der pH-Wert des Düngers (meist neutral bis alkalisch durch Calcium) reguliert den Boden-pH optimal auf 6,0 bis 7,5 für Obst und Gemüse.
Wann und wie Urgesteinsmehl wirkt
Böden aus verwitterten Steinen enthalten Mineralien, doch sandige oder saure Böden sind arm daran.
- Sandige Böden (z. B. Heideland) verlieren Nährstoffe durch Auswaschung; Urgesteinsmehl gleicht aus.
- Saure Böden (z. B. Moor) neutralisieren sich; ergänzen bei Bedarf mit Algenkalk für Gemüse statt nur Rhododendren.
Starkzehrer wie Tomaten zehren Böden aus. Urgesteinsmehl fördert Bodenorganismen, erhöht den Humusgehalt, lockert und speichert Wasser besser.
Weitere Einsätze:
- Kompost: Beschleunigt Zersetzung, mineralisiert.
- Schädlinge: Als Barriere gegen Schnecken und Raupen – appetitzügelnd, nicht tödlich.
Urgesteinsmehl richtig anwenden
Trocken oder nass – hier die bewährten Methoden.
1. Trocken:
- Windstiller, feuchter Tag im Herbst oder Frühjahr.
- Beete bestreuen.
- Mit Hacke 3–5 cm einarbeiten (Wurzelzone).
Achtung: Staubig – Mundschutz tragen.
2. Nass (z. B. Jauche):
- Frische Brennnessel- oder Schachtelhalmtriebe 2 Wochen in Wasser gären lassen.
- Pflanzenreste kompostieren, Mehl einrühren.
- Großflächig gießen, bei Keimung verdünnen.
Vorteil: Geruch bindend.
3. Speziell:
- Gemüse: In Pflanzfurche bei Bohnen, Erbsen, Möhren.
- Beeren: An Wurzeln/Erdbeeren.
- Obstbäume, Kräuterbeet.
- Rasen: Mit Kalk im Frühjahr.
Kräuterspirale bauen und bepflanzen
Wichtige Hinweise zur Anwendung
Dosierung: Bodenabhängig; sandig mehr. Packungsanweisung beachten, z. B. 100 g/10 l Erde.
Haltbarkeit: Unbegrenzt trocken lagern.
Kauf: Gartenfachhandel, Agrarhandel, online (z. B. Amazon), 5–25 kg.
Urgesteinsmehl vs. Kunstdünger
Biologisch zugelassen (Demeter), lokal aus Steinbrüchen mit kurzen Wegen – aber Abbau eingreifend, nicht voll nachhaltig.
Kunstdünger: Bergbau, energieintensiver Stickstoff (1 % Weltenergie), Nitratbelastung, Lachgas-Emissionen (Greenpeace).
Bedachtsam eingesetzt überlegen; ideal mit Kompost/Mulch/Hornspänen kombinieren. Tipp: Spezialkompost für Starkzehrer.
Kein Boden ist perfekt – gezielte Ergänzung lohnt.