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Neue Kleidung vor dem ersten Tragen waschen: Wichtige Gründe und Schutz vor Schadstoffen

Neue Kleidung sollten Sie immer vor dem ersten Tragen waschen. Viele Textilien enthalten gesundheitsschädliche Chemikalien aus der Produktion. Als Experten für Textilhygiene und Nachhaltigkeit erklären wir, warum das essenziell ist.

Die frisch gekaufte Bluse oder Hose wirkt verlockend – doch halten Sie inne: Vor dem Anziehen waschen! Hygienisch gesehen haben Viele das Stück bereits angeprobiert. Darüber hinaus belasten Schadstoffe aus der Fertigung Ihre Gesundheit.

Schadstoffe in neuen Textilien: Mehr als nur Fäden

In der Textilindustrie werden Stoffe mit Tausenden Chemikalien behandelt, um Farbe, Haltbarkeit oder Knitterresistenz zu erzielen. Transport-Schutz vor Schimmel ist ebenso üblich. Über 7.000 Chemikalien finden Anwendung, doch Grenzwerte fehlen oft. Beim Schwitzen lösen sich Rückstände und gelangen auf die Haut – mit Risiken wie Ausschlägen, anaphylaktischen Schocks (Kopfschmerzen, Atemnot) oder Krebs.

Verbraucher erkennen diese Stoffe selten am Etikett. Waschen Sie daher neue Kleidung gründlich. Babykleidung zweimal, da Säuglingshaut ultrasensibel ist.

Welche Chemikalien stecken in Stoffen?

Ob Wolle, Baumwolle, Seide, Leinen oder Synthetik: Alle werden chemisch veredelt. Konventionelle Baumwolle ist pestizidbelastet (siehe unseren Artikel zu Bio-Baumwolle). Selbst Bio-Materialien können später Farbstoffe oder Giftstoffe erhalten.

Übrigens: Synthetik basiert auf Erdöl und birgt ähnliche Risiken. Weitere Behandlungen umfassen:

  • Aufhellen/Bleichen mit Chlor,
  • Weichmacher wie Polymere,
  • Knitterfreiheit durch Formaldehyd (krebserregend).

Reinigung erfolgt mit Nonylphenolethoxylaten (NPE), die zu toxischem Nonylphenol (NP) abbauen – hormonell aktiv, wasserorganismengiftig. In Europa verboten, doch Importe umgehen das bis 2021 (Grenzwert: 0,01 %).

Gefärbte Kleidung und Drucke: Hohes Schadstoffrisiko

Farbstoffe: Dunkle Töne wie Schwarz erfordern Mischungen mit Schwermetallen (z. B. Blei). Details: Schwarze Kleidung: giftig oder nicht?

Motivdrucke: Enthalten Phthalate (hormonell, unfruchtbarkeitsverdächtig) und PAK (krebserregend, fortpflanzungsschädigend).

Schadstoffe minimieren: Praktische Tipps von Experten

Chemikalien bleiben unsichtbar, doch achten Sie auf:

  • Waschhinweise: Explizite Empfehlung signalisiert Schadstoffe (BfR: z. B. Formaldehyd > 0,15 %).
  • Geruch/Farbe: Chemischer Duft oder Abfärben deuten auf Rückstände hin (Ökotoxikologin Sandra Papes).
  • Siegel: IVN, GOTS, Bluesign garantieren schadstoffarme Produktion. Erhältlich in Fair-Fashion-Shops oder nachhaltigen Online-Shops.
  • Secondhand: Gebrauchte Kleidung ist oft entgiftet.