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Speierling pflanzen: Expertenanleitung für den Wildobstbaum im Naturgarten

Der Speierling ziert seit Langem unsere Streuobstwiesen, doch sein Bestand nimmt alarmierend ab. Als erfahrene Gärtner zeigen wir Ihnen, warum dieser seltene Baum ein echtes Highlight für Ihren Garten ist und wie Sie ihn richtig anpflanzen.

Eng verwandt mit der Eberesche, gehört der Speierling zu den Rosengewächsen. Früher ein Klassiker in deutschen Obstgärten mit ausladender Krone und gelbroten Früchten, wird er heute leider selten gepflanzt. Sein Vorkommen schrumpft dadurch stetig.

Genau deswegen verdient der Speierling im Naturgarten einen festen Platz. Sein knorriger Stamm und die breite Krone bieten Vögeln und Tieren Schutz, die Früchte dienen als wertvolle Nahrung. Von Mai bis Juni locken weiße Blüten mit reichlich Nektar Insekten an. Indem Sie pflanzen, erhalten Sie alte Sorten und unterstützen die Biodiversität. Bonus: Die Früchte eignen sich hervorragend für Apfelwein oder Marmelade.

Übrigens: Roh essbar sind die Früchte des Speierlings, allerdings herb. Lassen Sie sie lange am Baum reifen – sie werden süßer.

Speierling erfolgreich pflanzen: Unsere bewährte Schritt-für-Schritt-Anleitung

Als seltene Art finden Sie Speierling-Saatgut oder Jungpflanzen selten im Fachhandel. Wenden Sie sich an spezialisierte Baumschulen für robuste Containerpflanzen, die am besten anwachsen. Schwache Exemplare sind pilzanfällig. Bei der Auswahl und Pflanzung beachten Sie diese Punkte:

  • Standort: Wärmeliebend gedeiht der Speierling optimal in Weinanbaugebieten. Wählen Sie einen windgeschützten, vollsonnigen Platz mit praller Sonne. Er verträgt Trockenheit, braucht aber freie Sicht und mindestens fünf Meter Abstand zu anderen Gewächsen.
  • Boden: Nährstoffreich, durchlässig und kalkhaltig – ideal. Vermeiden Sie sandige oder schwere Länder.
  • Pflanzzeitpunkt: Spätherbst ist optimal, damit Winterfeuchte die Wurzeln nährt und sie im März aktiv werden.

So pflanzen Sie richtig:

  1. Weichen Sie den Wurzelballen in Wasser ein, bis keine Bläschen mehr steigen.
  2. Bereiten Sie den Boden vor: Unkraut und Steine entfernen, reichlich Kompost einarbeiten.
  3. Graben Sie ein Loch dreimal so groß wie der Wurzelballen.
  4. Legen Sie eine Drainage aus Kiesel oder Tonscherben.
  5. Setzen Sie den Baum ein, füllen Sie mit Erde auf und drücken Sie an.
  6. Schlagen Sie einen Stützpfahl und binden Sie fest.
  7. Gießen Sie großzügig.

Optimale Pflege für langlebigen Speierling

Am passenden Standort wird der Speierling bis zu 150 Jahre alt. Schützen Sie ihn vor Apfelschorf und pflegen Sie bewusst. Unsere Tipps für langfristigen Erfolg:

  • Gießen: Im ersten Jahr reichlich mit Regenwasser. Drainage verhindert Staunässe.
  • Düngen: Kompost beim Pflanzen reicht dauerhaft aus.
  • Schneiden: Nur bei Bedarf: Bei Jungen kürzen, tote Äste entfernen für gleichmäßige Krone.
  • Ernten: Ab September: Harte Früchte für Marmelade/Saft. Lagern Sie 15-20 Tage. Für rohes Essen bis Oktober/November warten, bis braun und weich.
  • Überwintern: Junge Bäume mit Jute umwickeln oder Weißanstrich.
  • Krankheiten/Schädlinge: Im Garten geringes Wildrisiko. Gegen Pilze/Blattläuse: Brennnesseljauche als natürliche Stärkung.