Tannenholz ist ein heimisches, vielseitiges Material aus unseren Wäldern. Erfahren Sie hier, wie es sich von Fichtenholz unterscheidet und warum es besonders nachhaltig ist.
Tannen sind auf der nördlichen Halbkugel weit verbreitet und wachsen in Europa, Asien und Nordamerika. In Europa steht meist das Holz der Weißtanne (Abies alba), auch Silbertanne genannt, im Fokus. Weitere Arten sind die nordamerikanische Küstentanne oder die beliebte Nordmanntanne für Weihnachten. Die Weißtanne bevorzugt kühle, feuchte, tonige Böden und ist eine der typischen Nadelbaumarten in Deutschland.
Weißtannen erreichen bis zu 600 Jahre Alter und beeindrucken mit geraden Stämmen bis 55 Meter Höhe. Nach dem Tannensterben in den 1970er und 1980er Jahren ist das Holz wieder gefragt und wird in Deutschland breit eingesetzt.
Weißtanne: Eigenschaften des Holzes
Tannen- und Fichtenholz ähneln sich in Wachstum, Optik und Werkstoffeigenschaften stark. Tannenholz ist jedoch spröder und astiger, weshalb Fichte oft für Bau- und Möbelholz bevorzugt wird.
Typische Merkmale von Tannenholz:
- helles Kernholz mit gelblich-weißer Färbung, teils grau-bläulich bis violett schimmernd (dunkelt bei Tageslicht nach)
- stark markierte Jahresringe durch Kontrast von dunklem Spätholz und hellem Frühholz
- sehr weiches, leichtes bis mittelschweres Holz geringer Dichte (bayerische LWF: mittlere Rohdichte 0,47 g/cm³)
- höherer Feuchtigkeitsgehalt als Fichte (LWF: 12–15 %)
- tragfähig, elastisch mit mittlerer Bruchfestigkeit
- gutes Schwindmaß (trocknet stabil, verzieht sich wenig)
- geringe Witterungsbeständigkeit (Außenbereich nur mit Holzschutzmitteln)
- feuchtigkeitsbeständiger als Fichte
- leicht bearbeitbar und spaltbar, aber spröder und splitteranfälliger als Fichte
- harzfrei im Vergleich zu anderen Nadelhölzern
- beständig gegen Säuren und Alkalien
Vielfältige Einsätze: Verwendung von Tannenholz
Tannenholz wird ähnlich wie Fichte genutzt und ist als Rund-, Schnittholz oder Furnier erhältlich.
Haupteinsatzbereiche:
- Bau und Konstruktion: Im Innen- und Außenbereich für Dächer, Geländer, Treppen, Türen, Fenster, Verkleidungen. Weniger für Böden wegen Splitterrisiko. Draußen für Zäune, Pfähle, Spielgeräte oder Leitern.
- Erd- und Wasserbau: Feuchtigkeitsresistent, gut für Schutzmittel geeignet – z. B. im Schiffsbau.
- Bau- und Möbelholz: Als Massivholz oder in Werkstoffen wie Spanplatten, Sperrholz, Leimholz. Oft mit Fichte gemischt. Für einfache Möbel.
- Verpackung: Kisten, Paletten, Holzwolle.
- Papier- und Zellstoff: Längere Fasern für stabiles Papier.
- Brennholz: Schnellwachsend, zu Hackschnitzel, Pellets, Briketts.
- Chemische Industrie: Säure- und laugenbeständig für Behälter.
Die Nachhaltigkeit von Tannenholz
Die heimische Weißtanne schafft Lebensräume für Tiere und ist schattentolerant – ideal als Mischbaum mit der Buche in deutschen Wäldern. Als regionaler, nachwachsender, recycelbarer Rohstoff ist Tannenholz hochgradig nachhaltig.
Tannen wurzeln tiefer als Fichten und widerstehen Trockenheit besser – ein Plus im Klimawandel. Ökologisch eine starke Alternative zur Fichte.
Tannenholz kaufen: Wichtige Kriterien
Achten Sie auf deutsches Herkunftsland für kurze Wege. Wählen Sie Siegel wie FSC oder PEFC für nachhaltige Forstwirtschaft, trotz Kritik. Strenger: Naturland-Ökosiegel. Ideal auch für Papier, Kohle oder Brennholz.
Fazit: Tannenholz ist vielseitig, harzfrei, feuchtigkeitsbeständig und für trockenere Böden geeignet. Eine nachhaltige Alternative zu Tropenholz.