Klebriger Kunststoff zieht Schmutz an und fühlt sich unangenehm an. Als Experten für Materialpflege erklären wir die Ursachen und zeigen, wie Sie Oberflächen sicher und effektiv reinigen.
Soft-Touch-Oberflächen auf Fernbedienungen, Spielzeugen, Kabeln, Digitalkameras, Autoinnenräumen oder Griffen werden mit der Zeit klebrig. Diese Beschichtung wirkt samtig und hautfreundlich, verliert aber durch Alterung ihre Qualität.
Schuld sind Weichmacher wie Phthalate, chemische Phthalsäure-Verbindungen, die Plastik flexibel machen. Sie verdunsten, lagern sich mit Schmutz an der Oberfläche ab und verursachen Klebrigkeit. Müssen Sie betroffene Gegenstände sofort ersetzen? Nein – mit gezielten Mitteln können Sie sie wieder auf Vordermann bringen.
Effektive Reinigungsmethoden für klebrigen Kunststoff
Wasser tauchen oder grobe Reiniger wie Spülmittel und Allzweckreiniger scheitern: Sie entfernen nur Schmutz, nicht die Klebrigkeit. Bei Elektronik droht Schaden. Entfernen Sie vorher Stecker, Akkus oder Batterien und behandeln Sie punktgenau.
Probieren Sie diese bewährten Hausmittel:
- Maisstärke oder Babypuder: Binden Schmutzpartikel. Einreiben, mit feuchtem Lappen abwischen, dann trocken polieren.
- Nagellackentferner: Alkohol löst Klebereste. Auf Tuch geben, mehrmals abrubbeln, nachwischen. Sparsam dosieren und lüften.
- Orangenöl-Reiniger: Terpene tragen die Schicht ab. Auftragen, einwirken lassen, abrubbeln. Wenig verwenden, Raum lüften. Bio-Qualität z. B. im Avocadostore**.
Wichtig: Testen Sie jedes Mittel an unauffälliger Stelle, um Materialschäden zu vermeiden.
Klebriger Kunststoff: Gesundheitsrisiken?
Weichmacher in Plastik bergen Risiken – auch vor der Klebrigkeit. Sie quellen aus und können in Nahrung gelangen. Das Umweltbundesamt (UBA) bewertet sie unterschiedlich: DEHP ist frucht- und fruchtbarkeitsschädigend, DBP und BBP ebenfalls. Diisononylphthalat und Diisodecylphthalat gelten als weniger riskant. Mehr dazu: Weichmacher: Wo die Stoffe stecken und weshalb sie gefährlich sind.
Meiden Sie Plastik, wo Alternativen wie Holz für Spielzeug oder Kochgeschirr möglich sind. Bei Kunststoff: Erkundigen Sie sich über Weichmacher beim Hersteller.