Die Flussufer Großbritanniens sind Hotspots für beeindruckende Tier- und Vogelarten. Als erfahrener Naturobservator zeigen wir Ihnen sechs Highlights, auf die Sie beim nächsten Ausflug achten sollten.

Wildtiere an britischen Flussufern entdecken
Wassermaus
Großbritanniens größte Wühlmaus, die Wassermaus, zeichnet sich durch dickes braunes Fell, kurze Ohren und eine runde Nase aus. Ihre Population schrumpft leider rapide, doch Schutzmaßnahmen wie die bessere Kontrolle des amerikanischen Nerzes – ihres gefährlichsten Räubers – geben Hoffnung. Wassermäuse leben in Uferbauen, suchen am Rand nach Nahrung und verzehren täglich bis zu 80 % ihres Körpergewichts. Sie fressen über 227 Pflanzenarten und fördern durch Beweidung das Wachstum wilder Blumen. Bei Störung tauchen sie "plumpsend" ins Wasser ein und wirbeln Schlammwolken auf. Weibchen werfen bis zu fünf Würfe jährlich, die Jungen verlassen das Nest nach vier Monaten.

Eisvogel
Mit großem Kopf, dolchartigem Schnabel und leuchtend blau-orangefarbenem Gefieder ist der Eisvogel ein Juwel der Natur. Er ist schwer zu erspähen, taucht aber blitzschnell aus der Uferdeckung, um Elritzen, Stichlinge oder Garnelen zu fangen. Nistend graben Paare Tunnel in Sandbänke und legen sechs bis sieben Eier. Die Jungvögel fordern bis zu 120 Fische täglich – eine Meisterleistung der Eltern. Der aerodynamische Schnabel inspirierte sogar den japanischen Hochgeschwindigkeitszug.

Biber
Einen Biber zu sichten, der mit Stupsnase durchs Wasser gleitet, wäre ein Highlight: Diese einheimischen Nagetiere starben im 16. Jahrhundert durch Überjagd aus und kehrten vor rund 10 Jahren zurück. Sie nagen Vegetation zu Dämmen, wandeln Landschaften um und bereichern Ökosysteme – Insekten, Amphibien und Vögel profitieren enorm. Perfekt wasserangepasst, besitzen sie wasserdichtes Fell und transparente Augenlider als Unterwasserschutzbrille. Der paddelförmige Schwanz steuert beim Schwimmen und warnt per lauten Klatsch vor Gefahr.
Daubentons Fledermaus
Bei Dämmerung startet die Daubentons Fledermaus, auch Wasserfledermaus genannt, zur Jagd: Sie skimmt die Flussoberfläche, fischt Mücken und Fliegen mit Füßen und Schwanz heraus. Diese 5 cm kleine Akrobatin vollführt atemberaubende Hochgeschwindigkeitsmanöver.

Wasserspitzmaus
Kaum schwerer als eine 2-Pfund-Münze, mit spitzer Schnauze und samtschwarzem, wasserdichtem Fell, ist die Wasserspitzmaus ein Wirbelwind. Sie jagt unermüdlich Garnelen, Insektenlarven oder kleine Fische im Flussbett und verteidigt ihr Revier erbittert. Nachtaktiv und solitär, leben sie zwei Jahre und sterben meist nach der Paarung.
Otter
Vor 50 Jahren fast ausgerottet durch DDT – nun verboten –, erholen sich Otter in allen Landkreisen. Als Indikator für saubere Flüsse profitieren sie von Renaturierungen und steigenden Fischbeständen. Schüchtern und nachtaktiv jagen sie Fische, Frösche, Eier oder Kleinsäuger. Territorial markieren sie mit teerartigem Kot. Weibchen gebären zwei bis drei Junge, die bis 14 Monate abhängig bleiben.