Bindekraut, auch Ackerwinde genannt, ist ein mehrjähriges Unkraut, das Gärten schnell überrennen kann. Es gibt zwei Hauptarten: die Heckenwinde (Calystegia sepium) und die Ackerwinde (Convolvulus arvensis). Die Heckenwinde ist besonders problematisch – schnellwüchsig mit schlanken, windenden Stängeln und großen weißen Trompetenblüten. Sie bildet dichte Blättermassen, erstickt Gartenpflanzen, hemmt ihr Wachstum oder tötet kleinere Exemplare ab. Die Ackerwinde hat kleinere rosa-weiße Blüten, bleibt kompakter, ist aber ebenso ausdauernd und hartnäckig, vor allem auf freiem Boden.
Warum ist Bindekraut so problematisch?
Aus meiner langjährigen Praxis als Gärtner weiß ich: Bindekraut ist langlebig und schwer zu beseitigen, besonders wenn es zwischen anderen Pflanzen wächst. Sein schnelles Wurzelsystem durchdringt fremde Wurzeln mühelos. Heckenwinde treibt Wurzeln bis zu einem Meter pro Jahr voran, Stängel erreichen mehrere Meter Höhe. Die cremeweißen, spröden Wurzeln brechen leicht – selbst winzige Stücke keimen neu aus. Bei Ackerwinde gelten ähnliche Herausforderungen mit den zerbrechlichen Wurzeln und kletternden Trieben.
Bindekraut chemiefrei bekämpfen

Warten Sie 12–18 Monate, dann ist Mulchen der Boden mit lichtundurchlässigem Material der einfachste Weg: Unkrautvlies, schwarzes Polyethylen oder alter Teppich. Pflanzen verhungern ohne Licht. Kanten gut beschweren oder eingraben!
- In Beeten und Rabatten Wurzeln im Winter bis Frühling ausgraben – vor dem Austrieb.
- Jedes Reststück wird zur neuen Pflanze: Mit Gabel vorsichtig heben, nicht brechen.
- Bei etablierten Pflanzen: Erde seitlich lockern, ganze Wurzeln herausziehen.
- Stauden und Gräser heben, teilen und Unkraut entfernen, während sie ruhen.
- Im Sommer: Triebe hacken, schneiden oder abreißen, um zu schwächen.
- Hausmittel oder Unkrautbrenner töten oberirdisches Wachstum, nicht die Wurzeln.
Wurzeln richtig entsorgen

Niemals kompostieren – Wurzeln überleben und verteilen sich! In schwarzen Plastiksäcken (z. B. alte Kompostbeutel) lichtdicht lagern, mindestens ein Jahr. Oder in Gartenabfall oder Wertstoffhof entsorgen.
Bindekraut chemisch bekämpfen

Als mehrjähriges Unkraut erfordert Bindekraut systemisches Glyphosat für vollständige Vernichtung. Es wird über wachsendes Laub in die Wurzeln aufgenommen. Andere Mittel wirken nur oberflächlich.
Glyphosat als Gel, Spray oder Konzentrat: Immer Sicherheitsanweisungen beachten – es wird mit Krebsrisiken assoziiert und ist in manchen Regionen eingeschränkt. Von Sommerblüte bis Herbst auftragen, nie auf Nutzpflanzen!
Zwischen Pflanzen: Stöcke einstecken, Windlinge leiten, in Plastiktüte stecken, Glyphosat sprühen, verschließen – bis alles abgestorben ist.