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Olivenkraut: Vielseitiges mediterranes Kraut für Küche, Heilwirkung und Gartenanbau

Olivenkraut begeistert in der Küche mit seinem herben, olivenartigen Aroma und birgt als mediterranes Kraut zudem bewährte Heilwirkungen. Basierend auf jahrzehntelanger Kräuterexpertise zeigen wir Ihnen, wie Sie es optimal einsetzen und selbst anbauen.

Olivenkraut, auch Zypressenkraut genannt, gehört wie das Currykraut zur Familie der Korbblütler. Dieser Halbstrauch erreicht eine Höhe von 25 bis 60 Zentimetern.

Typisch sind die nadelförmigen Blätter um sechseckige Stiele, die knospenartige Wülste bilden. Von Mai bis Ende Juni blüht die Pflanze mit hellgelben Blüten.

Ursprünglich aus der iberischen Halbinsel und dem Norden Marokkos stammend, ist Olivenkraut heute in ganz Südeuropa verbreitet.

Das Kraut wird für seinen Geschmack geschätzt, der an eingelegte Oliven erinnert. Dank wertvoller Inhaltsstoffe findet es auch in der Naturheilkunde Anwendung.

Olivenkraut in der Küche

In der mediterranen Küche ist Olivenkraut ein Favorit. Sein Aroma ähnelt grünen Oliven mit einer frischen Note von Rosmarin oder Bohnenkraut.

Vielfältig einsetzbar passt es zu vielen Gerichten. Verwenden Sie es:

  • für Kräuterquark, selbstgemachte Kräuterbutter oder Kräuterpesto.
  • ganze Blätter in Salaten für herbe Würze.
  • zum Würzen von Gemüsegerichten, besonders Pilzgerichten.
  • zu Fleisch- und Fischspeisen.

Hitzeempfindlich sollte Olivenkraut kurz vor dem Servieren hinzugefügt werden – idealerweise frisch. Beim Trocknen verliert es Aroma; einfrieren oder Einlegen in Essig konserviert den Geschmack besser.

Olivenkraut als Heilpflanze

Olivenkraut enthält wertvolle Stoffe wie:

  • ätherische Öle
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe

Bereits im Mittelalter als Heilpflanze genutzt, half es ursprünglich gegen Wurmbefall. Heute wird es bei Verdauungsstörungen und Atemwegserkrankungen empfohlen.

Ätherisches Öl oder Tee aus Blättern und Blüten sind gängig. Olivenkraut-Tee zubereiten:

  1. 250 ml Wasser kochen, auf 80 °C abkühlen lassen (für hitzeempfindliche Öle).
  2. 5 g frische Blätter übergießen.
  3. 10 Minuten ziehen lassen, Plantenteile entfernen.

Olivenkraut selbst ist wissenschaftlich wenig erforscht. Als Santolina-Art (Heiligenkräuter) umfasst die Gattung 24 Arten. Verwandte wie korsisches oder tunesisches Heiligenkraut zeigen:

  • antibakterielle Wirkung
  • antifungale Wirkung
  • entzündungshemmende Eigenschaften

Gerbstoffe und Bitterstoffe fördern verdauungsanregend – wissenschaftliche Belege fehlen jedoch. Die ähnlichen Inhaltsstoffe deuten auf vergleichbare Effekte bei Olivenkraut hin.

Olivenkraut im Garten

Als mehrjährige Pflanze gedeiht Olivenkraut trotz südeuropäischer Herkunft auch hierzulande.

Standort:

  • Sonnig und warm, ideal südseitig an einer Mauer.
  • Topfkultur: Mind. 30 cm Durchmesser, unten Kies gegen Staunässe.
  • Perfekt für Steingärten, Beete oder Kräutergärten neben Lavendel, Salbei oder Rosmarin.

Boden:

  • Kalkhaltig, durchlässig; nährstoffarm ausreichend, kein Dünger nötig.
  • Lehmige Böden mit Sand lockern.

Aussaat:

  • Kaltkeimer (4–8 °C), Lichtkeimer: Samen leicht andrücken.
  • März/April säen, 30–40 cm Abstand.

Pflege:

  • Sparsam gießen: Topf wöchentlich einmal; Staunässe vermeiden.
  • Frühjahr: Organischer Dünger.
  • Bedingt frosthart: Indoor überwintern oder mit Laub und Reisig schützen.
  • Nach Blüte um 1/3 zurückschneiden für dichten Wuchs.