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Beifuß (Artemisia vulgaris): Bewährte Wirkungen und sichere Anwendungen als Heil- und Würzkraut

Außerhalb der Weihnachtszeit ist Beifuß als Würzkraut selten anzutreffen – ein Unding, da dieses Kraut seit Jahrhunderten als bewährtes natürliches Heilmittel geschätzt wird. Als Kräuterexperte teile ich hier fundiertes Wissen zur Pflanze.

Was ist Beifuß und wie erkennt man ihn zuverlässig?

Beifuß (Artemisia vulgaris) breitet sich in unseren Breiten an Wegrändern und Brachflächen weit aus. Botanisch gehört er zur Familie der Korbblütler, wie Kamille, Artischocke oder Arnika. Das robuste Kraut stellt geringe Ansprüche an den Boden, wächst mehrjährig bis 180 cm hoch und hat fiedrig gelappte Blätter ähnlich der Petersilie mit weißfilziger Unterseite. Die unscheinbar dunkelgrünen Blätter erfordern Vorsicht: Sammeln Sie wilden Beifuß nur, wenn Sie absolut sicher sind – Verwechslungen vermeiden!

Für absolute Sicherheit erwerben Sie Beifuß in Naturkostläden oder Supermärkten. Zur Weihnachtszeit bieten viele Märkte frisches Kraut für die Gans an. Ganzjährig verfügbar: getrockneter Beifuß oder Beuteltee.

Welche gesundheitlichen Vorteile bietet Beifuß?

Beifuß zählt zu den ältesten Gewürzen des Abendlandes. Archäologische Funde deuten auf eine Nutzung in der Altsteinzeit vor bis zu 370.000 Jahren hin, neben Wacholder und Schafgarbe. Der Name Artemisia vulgaris ehrt die griechische Göttin Artemis, Schutzherrin von Jagd, Fruchtbarkeit und Mond. Die Römer wandten es gegen Frauenleiden wie Menstruationsbeschwerden und zur Fruchtbarkeitsförderung an.

Heute wird Beifuß primär bei Magen-Darm-Problemen, Krämpfen und Verstopfungen eingesetzt. Die ätherischen Öle gelten als beruhigend und durchblutungsfördernd. In der Traditionellen Chinesischen Medizin unterstützt es Leber und Nieren. Wichtig: Wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit als Arzneimittel noch nicht ausreichend. Bei schweren Beschwerden immer einen Arzt konsultieren.

Wie verwendet man Beifuß richtig?

Als Tee ist Beifuß am einfachsten: Frisch oder getrocknet mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen, damit die Wirkstoffe sich lösen. Bei Bitterkeit mit Honig oder Zucker süßen.

Kulinarisch bereichert das aromatisch-bittere Kraut Gerichte wie Weihnachtsgans, grüne Bohnen oder Pilze – ideal mit Zwiebeln und Knoblauch. Getrocknet sparsam dosieren, frisch milder, aber ebenfalls bedacht einsetzen. Probieren Sie sich langsam heran.