In Deutschland wird nur etwa ein Sechstel des Plastikmülls tatsächlich recycelt. Basierend auf aktuellen Studien erklären wir die Gründe und zeigen, wie Sie aktiv zum Umweltschutz beitragen können.
Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Conversio wurden 2019 insgesamt 6,28 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle gesammelt, sortiert und vorbehandelt. Das Bundesumweltamt berichtet, dass diese Abfälle nahezu vollständig verwertet werden – 99,4 Prozent im Jahr 2019. Allerdings fließen nicht alle in neue Produkte: Es gibt drei Hauptverwertungsarten für Plastikmüll:
- Bei der energetischen Verwertung werden die Abfälle verbrannt, und die entstehende Energie genutzt. Mehr Infos: Müllverbrennung: Das solltest du zur energetischen Verwertung wissen.
- Die rohstoffliche Verwertung spaltet Kunststoffe in Grundstoffe auf, die wiederverwendet werden können.
- Die werkstoffliche Verwertung bereitet Abfälle zu neuen Kunststoffen auf – das ist echtes Recycling.
Nach der Conversio-Studie wurden von den 6,28 Millionen Tonnen rund 3,61 Millionen Tonnen energetisch verwertet – über die Hälfte. Nur 10.000 Tonnen rohstofflich, der Rest werkstofflich. Diese hohe Quote täuscht jedoch: Viele Kunststoffe werden im Prozess aussortiert, da sie nicht recycelbar sind. Zudem gehen 580.000 Tonnen ins Ausland. Die Tagesschau fasst zusammen: Letztlich erreichen nur etwa 17 Prozent das echte Kunststoffrecycling.
Unterschiedliche Kunststoffarten erschweren das Recycling
Der NABU schätzt, dass rund fünf Millionen Tonnen Kunststoffabfall jährlich von privaten Haushalten und Gewerbe stammen – 60 Prozent davon Verpackungen. Diese bestehen oft aus mehreren Kunststofftypen mit unterschiedlicher chemischer Struktur, die schwer trennbar sind. Häufig entstehen minderwertige Materialen oder Verbrennung. Fortschrittliche chemische Verfahren versprechen zukünftig bessere Effizienz.
So funktioniert Kunststoffrecycling
Das gängige mechanische Verfahren sortiert Abfälle per Laser und Infrarot, reinigt, schmilzt sie und erzeugt Rezyklate. Es eignet sich ideal für saubere, sortenreine Materialien. Perfekte Beispiele sind transparente PET-Flaschen aus reinem Polyethylenterephthalat, die getrennt gesammelt werden.
Der Großteil des Mülls sind jedoch Gemische aus Polymeren, Farben und Zusätzen, die mechanisch nicht trennbar sind. Hier hilft chemisches Recycling: Kunststoffe werden durch Hitze, Druck oder Chemikalien in Bestandteile zerlegt und wiederverwertbar gemacht.
Bestenliste: BPA-freie TrinkflaschenChemisches Kunststoffrecycling: Chancen und Risiken
Chemische Methoden ermöglichen die Verwertung mechanisch ungeeigneter Stoffe und entfernen Schadstoffe für hochwertige Rezyklate. Nachteile: Nebenprodukte wie Gase, Asche oder verunreinigtes Wasser belasten die Umwelt. Der NABU kritisiert die schlechte Energiebilanz und hohen Kosten.
Plastik vermeiden: Der nachhaltigste Weg
Egal ob mechanisch oder chemisch – Recycling ist energieintensiv und Verpackungen enthalten oft Schadstoffe. Die beste Strategie: Abfall vermeiden. Kaufen Sie unverpackt in Unverpackt-Läden oder ersetzen Sie Einwegprodukte nachhaltig. Unsere Tipps zum Plastik vermeiden helfen Ihnen weiter.