Die Wurzeln der Garten-Therapie reichen bis ins alte Ägypten zurück. Als erfahrene Gärtner wissen wir: Gärtnern fördert nachweislich Zufriedenheit und Gelassenheit. Basierend auf Studien erklären wir, wie das gelingt.
In Zeiten der Pandemie-Einschränkungen wurde der eigene Garten für viele zum Rückzugsort, wie eine Studie der Hochschule Geisenheim zeigt. Gartenbesitzer:innen verbrachten mehr Zeit draußen und waren im Schnitt zufriedener als Menschen ohne Grünfläche.
Obwohl Wohlstand eine Rolle spielen könnte, belegen Therapieansätze und Forschung: Gärtnern macht tatsächlich glücklicher und unterstützt die psychische Gesundheit. Auch jetzt bleibt der Garten ein Schlüssel zu emotionalem Wohlbefinden. Hier die sechs Gründe mit praktischen Tipps – auch für Sie ohne eigenen Garten.
Tipp 1: Vitamin D durch Garten-Therapie
Die Geisenheim-Studie ergab: Gartenbesitzer:innen sind doppelt so oft draußen wie andere. Vitamin-D-Mangel hängt mit Depressionen zusammen; Sonnenlicht steigert den Spiegel und kann Symptome lindern oder das Risiko mindern. Unser Körper produziert Vitamin D hauptsächlich durch UV-B-Strahlen. Ein Garten lädt täglich zum Aufenthalt ein.
Tipp 2: Bewegung in der Gartenarbeit
Gartenarbeit trainiert den ganzen Körper sanft und langanhaltend – ideal für Wenigbeweger. Studien bestätigen: Regelmäßige Bewegung verbessert mentale Gesundheit und Wohlbefinden nachhaltig.
Tipp 3: Achtsamkeit und Entschleunigung
Der Garten weckt alle Sinne: Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken. Das schult Achtsamkeit und Fokussierung. Fühlen Sie die kühle, feuchte Erde mit Wurzeln und Steinen, riechen Sie ihr Aroma, hören Vögel und Wind. Wiederholte Bewegungen beim Pflanzen wirken meditativ. Die langsamen Zyklen der Natur helfen, Stress zu reduzieren und das Leben zu entschleunigen.
Tipp 4: Gute Bakterien im Boden
Bodenbakterien wie Mycobacterium vaccae heben bei Depressiven den Serotonin-Spiegel – etwa bei Serotoninmangel. Beim Graben atmen Sie sie ein und profitieren.
Tipp 5: Selbstwirksamkeit stärken
Gartenarbeit fordert: Wind, Schnecken oder Krankheiten testen uns. Erfolge – trotz Widrigkeiten – wecken Stolz und Selbstwirksamkeit. Von Blumen über Kräuter bis Obst: Ihre Ernte ist greifbarer Beweis Ihrer Fähigkeiten.
Tipp 6: Garten-Therapie ohne eigenen Garten
Kein Garten? So nutzen Sie Alternativen:
- Pflanzen auf Balkon, Fensterbank oder drinnen: Kräutergarten anlegen, Tomaten pflanzen oder pflegeleichte Zimmerpflanzen für Grün und besseres Klima.
- Schrebergärten beantragen – Wartezeit beachten.
- Waldbaden oder Spaziergänge in Grünanlagen: Natur genießen, bewegen, Vitamin D tanken.
- Mit Freund:innen Schrebergarten mieten oder an Urban-Gardening-Projekten teilnehmen.
- Seed Bombs basteln und ausstreuen, wo erlaubt, für Artenvielfalt.