Ein blühender Blumengarten ist nicht nur eine Wohltat für die Augen, sondern bietet Insekten wertvolle Nahrung und Lebensräume. Als erfahrene Gärtner zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Garten optimal insektenfreundlich gestalten.
Prächtige Pfingstrosen, leuchtende Forsythien oder bunte Geranien erfreuen das Auge, liefern aber oft wenig ökologischen Nutzen. Viele beliebte Zierpflanzen versorgen Insekten nicht ausreichend mit Nahrung.
Das Problem verschärft sich bei gefüllten Blüten: Hier werden lebenswichtige Staubblätter zu Blütenblättern umgezüchtet, sodass Insekten keinen Zugang zu Pollen und Nektar haben. Exotische Arten sind ebenfalls problematisch, da ihre Pollen oft unverwertbar sind.
Mehr zu dieser Problematik lesen Sie unter Den Insekten zuliebe: Diese Pflanzen solltest du nicht pflanzen.
Mit der richtigen Pflanzenauswahl und naturnaher Gestaltung wird Ihr Blumengarten zu einem Insektenparadies.
Wildblumen statt Zierblumen
Wildblumen verleihen Ihrem Garten natürlichen Charme und dienen als Highlight. Sie passen nicht immer zu strengen Beeten, entfalten aber ihre Schönheit in freier Form. Ihre pollen- und nektarreichen Blüten locken selbst anspruchsvolle Insekten an.
Trotzdem verdienen sie einen festen Platz in Ihrem Blumengarten.
- Wildrosen: Im Unterschied zu Zuchtrosen blühen Wildrosen üppig und bieten Insekten Nahrung. Im Herbst folgen Hagebutten für Vögel. Bekannte Sorten: Kartoffelrose, Essigrose, Hundsrose und Bibernellrose.
- Wildstauden: Pflegeleichte Favoriten wie Königskerze, Rote Lichtnelke und Storchschnabel lieben Sonne und Trockenheit. Eisenhut (giftig!) bevorzugt Halbschatten, Akelei Schatten.
- Blühende Kräuter: Kamille, Dill und Lavendel bringen Farbe, lassen sich ernten und bilden die Basis Ihrer Küchenkräuter. Sie ziehen unzählige Insekten an.
Dürfen im insektenfreundlichen Blumengarten nicht fehlen: Hecken und Sträucher
Blühende Hecken und Sträucher dienen als Sichtschutz, Gestaltungselement und Lebensraum für Insekten sowie Kleintiere.
- Kornelkirsche: Frühe Blüte ab März versorgt Hummeln, Bienen und Bestäuber.
- Felsenbirne: Bis drei Meter hoch, ideal für kleine Gärten. Weiße Blüten locken Vögel und Nektarsucher.
- Schlehe: Anschauliche einheimische Hecke. Blüht März-April, Beeren im Spätsommer für Schlehenmarmelade.
- Weißdorn: Dorniger Strauch mit weißem Blütenmeer im Mai.
Blumenwiese statt perfekt manikürter Rasen
Viele streben den dichten, grünen Englischen Rasen an – optisch ideal, aber arbeitsintensiv und insektenarm durch häufiges Mähen.
Besser: Nutzen Sie Teile der Fläche für eine Blumenwiese. Vielfältige Blumenarten schaffen ein Insektenparadies und bereichern den Garten optisch.
Warum insektenfreundliche Blumengärten so wichtig sind
Insekten umfassen über eine Million Arten – die artenreichste Tierklasse. Doch das Insektensterben droht durch menschengemachte Ursachen wie Monokulturen, Umweltverschmutzung, industrielle Landwirtschaft und zunehmende Bebauung.
Folgen: Rund 80 Prozent der Wildpflanzen und ein Drittel unserer Nahrungsmittel werden von Insekten bestäubt. Sie nähren Vögel und Wildtiere – ihr Rückgang bedroht ganze Ökosysteme.
Schaffen Sie mit Ihrem Blumengarten Lebensräume! Wählen Sie pflanzenbewusste Sorten für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und tragen Sie aktiv gegen das Insektensterben bei.