Während sich die Welt nach der Pandemie langsam der Normalität annähert und Mitarbeiter in die Büros zurückkehren, passen Unternehmen ihre Umgebungen an, damit sich alle "wie zu Hause" fühlen. Als Designexperte mit langjähriger Erfahrung führte uns Kunal Sharma, Gründer und CEO von Flipspaces, durch aktuelle Branchentrends. Sein Fokus: einzigartige, interaktive Büros, die individuellen Bedürfnissen gerecht werden. Worauf konzentrieren Sie sich bei der Gestaltung eines Büros als Erstes?
Personalisierung ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal und der Kern unserer Designphilosophie. Wir legen großen Wert auf Details – von der Markenidentität über den verfügbaren Raum, integrierte Produkte, Beleuchtung bis hin zu Moodboards. So entsteht ein produktives Ambiente, das perfekt zu den sich wandelnden Anforderungen der Mitarbeiter passt.
Streben Büros heute vermehrt nach farbenfrohen Räumen? Und warum?
Farben heben die Stimmung sofort, steigern messbar die Produktivität und sind ein Schlüssel für die Gewinnung und Bindung von Talenten. In der Übergangsphase von der Industrie- zur Wissenswirtschaft werden lebendige, verspielte Farben zum Standard moderner Büros.
Dank fortschreitender Impfkampagnen und sinkender Infektionszahlen starten Unternehmen nun wieder mit Präsenzarbeit. Nach der langen Homeoffice-Phase zögern Mitarbeiter jedoch oft – Büros müssen daher einladender werden. Firmen gestalten um: mit Wärme, Kollaboration und Erholungselementen. Da wir den Großteil unserer Zeit arbeiten, sind Büros das "zweite Zuhause". Moderne Designs brechen mit Monotonie durch Farbblockierung und Entspannungszonen.
Verändert die Café-Kultur die Büroinnenarchitektur?
Die Café-Kultur boomt aus dem Coworking-Bereich und bietet Flexibilität für mobiles Arbeiten. Sie ersetzt Büros nicht vollständig wegen Produktivitätsrisiken, doch Elemente davon integrieren wir idealerweise. So entstehen Breakout-Bereiche oder kollaborative Hot Desks mit Café-Feeling – perfekte Knotenpunkte für Brainstorming, informelle Talks, Teambuilding und Pausen.
Welche neuen Techniken nutzen Sie für Designs?
Innenarchitektur muss innovativ sein: Wir antizipieren tech-getriebene Zukunft, die Erlebnisse statt reiner Info schafft. Mit unserem proprietären Tech-Stack 'VIZWORLD' bauen wir SAAS-Lösungen für Immobilien, Interior und Co. Neu: 'VIZSTORE' für Möbelmarken und Händler. VR und Gamification ermöglichen virtuelle Showrooms – Kunden entdecken und visualisieren Produkte per Knopfdruck. Das senkt Präsentationskosten, boostet Omnichannel-Verkäufe.
Welche Fehler und Lehren gab es?
Die Branche war fragmentiert und preissensibel. Wichtig: Balance zwischen Akquise und Profitabilität, auch im Wachstum. Starke Unit-Economics halfen uns durch die COVID-Krise.
Kundenzufriedenheit ist unser Fundament: Über 60 % des Geschäfts kommt aus Empfehlungen, was Akquisekosten senkt. Technologie und starke Erlebnisse verändern die Interior-Branche nachhaltig.