Als erfahrene Gärtner wissen wir: Wespen verderben oft Sommerpicknicks, indem sie auf süßen Speisen landen oder mit schmerzhaften Stichen drohen. Doch ein tieferes Verständnis ihres Lebenszyklus lässt uns diese Insekten im Garten schätzen.
Was ist eine Wespe?
In Großbritannien gibt es rund 7000 Wespenarten. Eng verwandt mit Bienen, sind Wespen vorwiegend Fleischfresser. Die meisten gelten als Solitärwespen: Weibchen paaren sich, bauen ein kleines Nest, füllen Zellen mit Nahrung und Eiern und sterben, ohne ihre Jungen zu sehen. Bekannte Solitärbienen wie die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis) oder Blattschneiderbienen (Megachile spp.) aus Bienenhotels leben ähnlich.
Solitärwespen versorgen ihre Nester mit gelähmten Insekten, Maden oder Spinnen – manche nutzen sogar Bienenhotels. Sie stechen selten und stellen keine Gefahr für Menschen, Kinder oder Haustiere dar.
Soziale Wespen bilden große Nester unter einer Königin mit unfruchtbaren Arbeiterinnen. Die Königin legt Eier, Arbeiterinnen sammeln Raupen, Blattläuse und Schädlinge als Futter. Im Tausch geben Larven zuckerreiche Flüssigkeit ab. Genau diese sozialen Wespen fallen uns im Sommer auf, wenn sie aggressiv werden.
Im Unterschied zu Solitärwespen stechen soziale nur bei Bedrohung des Nests – z. B. wenn man zu nah kommt. Wespen töten setzt Pheromone frei, die andere alarmieren. Vermeiden Sie es daher strikt, Wespen zu schlagen oder zu töten.
Sind Wespen gut?

Wespen sind Meister der natürlichen Schädlingsbekämpfung. Von April bis September jagen sie Raupen, Blattläuse und Insekten in Gärten und Bäumen. Beobachten Sie eine Wespe mit Raupe im Maul – beeindruckende Stärke!
Manche Solitärwespen spezialisieren sich auf bestimmte Raupen oder Spinnen, lähmen sie für frisches Futter der Larven.
Ohne Wespen explodierten Schädlingspopulationen: Gärtner profitieren von höheren Gemüseerträgen und gesünderen Zierpflanzen.
Zudem bestäuben Wespen Blumen – einige pflegen enge Beziehungen zu Arten wie Braunwurz oder Engelwurz.
Warum werden Wespen lästig?

Nur wenige der 7000 Arten stören uns: Arbeiterinnen der Deutschen Wespe (Vespula germanica) und Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris). Ihre Nester sind einjährig: Die Königin gründet im Frühling, im Herbst stirbt es ab.
Ab August fehlt Arbeit: Keine Larven mehr, keine Zuckerbelohnung. Wespen wechseln zu Marmelade, Limonade, Bier, Eis oder fermentiertem Obst wie Trauben, Feigen, Birnen – sogar betrunken aggressiv.
Viele vergessen: Wespen helfen von April bis August unauffällig. Erst spät werden sie zur Plage.
Wie Wespen natürlich abwehren

Mit diesem Wissen betrachten Sie Wespen wohlwollender. Statt töten: Bieten Sie im Sommer ein offenes Marmeladenglas fern vom Essen an – es lenkt sie ab. Weitere bewährte Tipps:
1. Grill nie unbeaufsichtigt lassen
Rohes Fleisch oder Tierfutter lockt Wespen als Larvenfutter.
2. Kein Parfüm im Garten
Süße Düfte ziehen sie an.
3. Wespennest-Attrappe aufhängen
Territoriale Wespen meiden vermeintlich besetzte Reviere.
Zuckerfallen mit Deckel sind unnötig grausam – offene Marmelade reicht, ohne Tote.
Wespennest entfernen?
Bei Nestern in Haus oder Garten: Viele stammen von Bienen oder Hummeln (klein, einjährig). Tolerieren Sie sie als Bestäuber.
Nester im Spätsommer sterben natürlich – ertragen Sie ein paar Wochen?
Für Entfernung: Profis rufen! Selbstversuch riskant durch Angriffe. Experten identifizieren sicher, vermeiden aber Insektizide, die Wildtiere und Boden schädigen.