Verbessern Sie die Nachhaltigkeit Ihres Gartens mit Permakultur – so ratet Expertin Adrienne Wild

Permakultur ist ein Buzzword im modernen Gartenbau. Doch was steckt dahinter? Es geht um eine autarke, ganzheitliche Gartengestaltung, die eng mit der Natur verknüpft ist.
Diese umweltfreundliche Methode schafft vielfältige Pflanzengemeinschaften in mehreren Schichten – die sogenannte 'Pflanzenstapelung'. Ziel: Einheimische Pflanzen fördern Wildtierkorridore und verbessern den Boden langfristig.
Oben bildet ein Baldachin aus Obstbäumen, ergänzt durch medizinische und tierfreundliche Arten. Darunter Sträucher, krautige Pflanzen, Bodendecker und tiefe Wurzler. Würmer recyceln organische Abfälle im Boden, während Kletterpflanzen vertikale Räume nutzen.
Die Theorie der Permakultur
Der australische Begriff entstand 1978 durch Bill Mollison und David Holmgren. Drei Kernprinzipien leiten sie: Sorge um die Erde, um Menschen und Reinvestition von Überschüssen für lokale Nachhaltigkeit.
Die Praxis der Permakultur
Ein Permakulturgarten ist CO₂-arm, hochproduktiv und naturkonform. Beobachten Sie Jahreszeiten und Mikroklima, um Frost-, Wind- und Temperaturfallen zu vermeiden.
Nutzen Sie Wärme (z. B. Südseitenbepflanzung), fangen Sie Wasser ein, setzen Sie Begleitpflanzen für Nützlinge ein und recyceln Sie konsequent.

1. Starten Sie beim Boden: Erhalten Sie die Struktur mit No-Dig: Mulch und organische Schichten auftragen, Regenwürmer übernehmen das Umgraben und Nährstoffeintragen.
2. Bauen Sie Pflanzengemeinschaften: Pflanzen Sie dicht in Flecken, nicht Reihen. Kombinieren Sie harmonische Partner wie Karotten mit Salat, Spinat mit Zwiebeln und Kohl. Ergänzen Sie Kräuter (Basilikum, Beinwell, Minze) und Ringelblumen gegen Schädlinge – für besseren Ertrag und Geschmack.
3. Unkrautbarriere schaffen: Zeitung oder Pappe (kein Glanzpapier!) als Basis, dünner Mist, Kompost und 10 cm Stroh obendrauf. Schichten wiederholen für nährstoffreiche, feuchte Beete.
4. Böden verbessern: Gründünger und Stickstoffbinder wie Bohnen einsetzen, die Nährstoffe natürlich abgeben.
5. Pflanzen rotieren: Verhindern Sie Schädlinge und Krankheiten, meiden Sie Monokulturen.
6. Vielfalt stapeln: Einheimische, britisch angebaute oder angepasste Sorten priorisieren. Bio-Saatgut, alte Sorten wählen – pflegeleicht und selbstvermehrt.
7. Lebensräume fördern: Bestäuber (Bienen) und Nützlinge (Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen) anlocken. Kleiner Teich zieht Libellen und Frösche.

8. Erweitern Sie den Raum: Töpfe und Nachbargärten nutzen für mehr Ertrag.
9. Lebendes Dach: Sedum und Wildblumen auf Schuppen für Vögel und Insekten.
10. Hühner integrieren: Sie bekämpfen Unkraut und Insekten, düngen – aber Setzlinge schützen!
11. Nach der Ernte: Schichten verrotten und bereichern den Boden. Nachfüllen und neu starten.
12. Für Zierbeete: No-Dig und Mulch anwenden, essbare Pflanzen mit schönen Blättern mischen. Vielfalt, gesunder Boden und natürliche Ökosysteme sind das Ziel.