Die Kermesbeere fasziniert mit ihren schwarzroten Früchten als Zierpflanze. In milden Regionen breitet sie sich jedoch rasant aus. Erfahren Sie hier, wie Sie Wildwuchs effektiv kontrollieren und die Pflanze sicher anpflanzen sowie sinnvoll einsetzen können.
Die Kermesbeere: Eine invasive Pflanzenart?
Trotz ihrer attraktiven, farbenfrohen Früchte ist die Kermesbeere bei vielen Gärtnern unbeliebt. Diese Staude erreicht bis zu zwei Meter Höhe und verdrängt andere Pflanzen in Ihrem Garten durch Schattierung. Vögel fressen die Beeren und verbreiten die Samen weiter. Als eingebürgerte Art aus Asien und Amerika gilt sie als invasive Art, die sich zunehmend in heimischen Wäldern ausbreitet.
In Europa sind vor allem zwei Arten verbreitet:
- Asiatische Kermesbeere (Phytolacca acinosa): Erkennbar an senkrecht aufsteigenden Blütenständen. Sie ist in Europa am häufigsten anzutreffen.
- Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana): Ihre Blütenstände hängen herab. Frostempfindlicher, daher hauptsächlich in wärmeren Lagen wie Süddeutschland.
Achtung! Beide Arten enthalten giftige Saponine, besonders die amerikanische. Verzehren Sie weder Früchte noch andere Teile – sie sind für Menschen giftig.
Kermesbeere natürlich bekämpfen
Verhindern Sie die Fruchtbildung, um eine Ausbreitung im Garten zu stoppen. Hier sind bewährte Methoden:
- Früh vorbeugen: Schneiden Sie welke Blüten ab, bevor sich Früchte bilden – das spart langfristig Aufwand bei Jungpflanzen.
- Jungpflanzen im Frühsommer entfernen: Wurzeln sind noch zart und lassen sich bei feuchtem Boden (z. B. nach Regenwasser) leicht ausgraben.
- Pfahlwurzeln vollständig ausgraben: Bei ausgewachsenen Pflanzen oberirdische Teile abschneiden reicht nicht; heben Sie die tiefe Pfahlwurzel aus.
Wichtig: Tragen Sie immer Gartenhandschuhe – Saponine können Hautreizungen verursachen.
Kermesbeere beim Naturschutzbund melden
Als invasive Art bedroht sie in der Wildnis einheimische Flora. Entdecken Sie sie im Wald oder außerhalb des Gartens, melden Sie Sichtungen an den Naturgucker des Naturschutzbundes. So tragen Sie zur Überwachung der Ausbreitung bei.
Kermesbeere gezielt pflanzen
Die ausbreitungsfreudige Pflanze ist optisch ansprechend. So pflanzen Sie sie kontrolliert:
Die passende Sorte: Wählen Sie im Fachhandel die frosthärtere, weniger giftige asiatische Kermesbeere.
Pflanzanleitung:
- Mischen Sie bei sandigem oder lehmigem Boden optional Kompost ein.
- Graben Sie ein Loch doppelt so groß wie der Wurzelballen; Abstand bei mehreren Pflanzen: 80–100 cm.
- Setzen Sie die Pflanze ein, drücken Sie die Erde an.
- Gießen Sie an.
Standort: Vermeiden Sie Nähe zu sonnenhungrigen, niedrigen Pflanzen wegen Schattierung. Sonnig bis halbschattig ideal.
Boden: Lockere, humusreiche, nährstoffreiche Erde bevorzugt; anpassungsfähig.
Pflege: Regelmäßig gießen, Boden leicht feucht halten (z. B. mit abgestandenem Regenwasser aus der Tonne oder Teichwasser). Abschneiden welker Blüten verhindert unkontrollierte Vermehrung.
Kermesbeere als natürlicher Schneckenschutz
Bei Schneckenplagen hilft die Kermesbeere – besonders die amerikanische Art. Saponine wirken effektiv.
Zutaten:
- ca. 1 L Regenwasser
- ca. 4 EL zerstoßene Samen
Zubereitung:
- Handschuhe anziehen, Samen extrahieren.
- Samen zermahlen.
- Mit 1 L Wasser mischen, Beete regelmäßig begießen.
Der Sud schädigt Schnecken und Eier durch Schleimhautangriff. Sanftere Alternativen: Schnecken im Garten bekämpfen: Tipps und natürliche Mittel.
Kermesbeere in der Homöopathie
Nicht essbar, aber in der Homöopathie (laut netdoktor.de) werden Extrakte der amerikanischen Art bei: Halsschmerzen, Zahnschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Erbrechen und Durchfall, Brustdrüsenentzündungen, Stillproblemen eingesetzt. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich umstritten.