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Erdbienen: Alles Wissenswerte über diese friedlichen Wildbienen und ihren Artenschutz

Erdbienen zählen zu den faszinierenden Wildbienenarten. Sie sind deutlich friedlicher als Honigbienen und essenziell für das Ökosystem. Daher genießen sie strengen Artenschutz. Als Naturschützer und Insektenexperten teilen wir fundiertes Wissen über diese wertvollen Insekten.

Was sind Erdbienen und wo leben sie?

Erdbienen bilden eine eigene Gattung von Wildbienen, zu der weltweit über 1500 Arten gehören. In Deutschland sind mehr als 100 Arten heimisch. Bekannt auch als Sandbienen, graben sie ihre Nester bevorzugt in sandigen, lockeren Böden.

Im Gegensatz zu Honigbienen sind Erdbienen Einzelgänger ohne Staaten. Jedes Weibchen errichtet sein eigenes Nest, oft in der Nähe anderer. Die Nistplätze zeigen sich als kleine Erdhaufen mit zentralem Loch. Darunter führen bis zu 60 cm tiefe Gänge, in denen die Eier zweimal jährlich – im Frühling und Sommer – abgelegt werden.

Ideale Nistorte: sonnige, trockene Plätze mit spärlichem Bewuchs. Sie finden sich an Wiesenrändern, Weg- oder Waldrändern, in lichten Wäldern, Sandgruben oder sogar direkt im Rasen.

Woran erkennt man Erdbienen?

Trotz der Vielfalt ähneln sich Erdbienen stark und lassen sich an klaren Merkmalen identifizieren:

  • Größe: 5 bis 16 mm Länge.
  • Farbe: Meist schwarz oder schwarz-rot, selten metallisch glänzend; Hinterleib oft hell gefärbt, Hinterbeine blond bis orange behaart.
  • Weibchen: Haarlocke an der Unterseite der Hinterschenkel.
  • Männchen: Oft hell geflecktes Gesicht.
  • „Beinsammler“: Pollen werden an den Hinterbeinen gesammelt.

Artenbestimmung obliegt meist Fachleuten.

Erdbienen im Garten: friedlich und nützlich

Im Frühjahr suchen Männchen Weibchen und fliegen tief über dem Boden. Die Flugzeit der meisten Arten reicht von April bis Juni, einige bis in den Spätsommer.

Kein Grund zur Sorge: Erdbienen sind friedlicher als Honigbienen. Mit wenigen natürlichen Feinden verteidigen sie sich selten. Männchen sind stachellos, der Stachel der Weibchen durchdringt die menschliche Haut nicht.

Sie bereichern den Garten enorm: Als Spezialisten für Nektar und Pollen bestimmter Pflanzen – wie Spargel oder Weiden – sorgen sie für gezielte Bestäubung und stärken das Ökosystem.

Erdbienen aus dem Garten entfernen?

Aufgrund ihrer Bedeutung für die Bestäubung unterliegen Erdbienen Artenschutz. Töten oder Umsiedeln ist verboten.

Für Entfernung ist eine Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde nach § 62 Bundesnaturschutzgesetz erforderlich – Anträge werden selten genehmigt, da Erdbienen harmlos und nützlich sind.

Sanfte Alternativen zielen auf Unbehagen ab:

  • Beschatten: Sonnenschirme machen Nester kühl; Erdbienen suchen wärmere Orte.
  • Feucht halten: Sanft mit Gießkanne-Aufsatz gießen – nasse Erde missfällt ihnen. Vermeiden Sie den Schlauch, um Ertrinken zu verhindern.

Am besten: Lassen Sie Erdbienen in Ruhe – sie sind friedlich und ökologisch wertvoll.