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Hühner halten: So klappt es artgerecht im Garten

Hühner halten kannst du mit genügend Wissen auch in deinem eigenen Garten. Obwohl Hühner recht unkompliziert sind, solltest du dir die Anschaffung aber gut überlegen. Hier bekommst du einen Überblick, wie du Hühner artgerecht halten kannst.

Um Hühner zu halten, musst du nicht auf einem Bauernhof leben. Mit ausreichend Platz und Wissen klappt es auch in deinem Garten.

Die gefiederten Tiere legen nicht nur schmackhafte Eier, sondern beseitigen auch lästige Schädlinge aus deinem Garten. Allerdings solltest du deinen Gemüsegarten vor den Hühnern schützen: Was ihnen schmeckt, ist schnell restlos verzehrt.

In diesem Artikel bekommst du einen Überblick, wie du Hühner im Garten artgerecht halten kannst.

Hühnerhaltung im Garten: Die Voraussetzungen

Bevor du dich dafür entscheidest, Hühner zu halten, solltest du zunächst abklären, ob du ihnen ein artgerechtes Zuhause bieten kannst: Verfügst du über genug Platz, einen passenden Garten und genug handwerkliches Geschick, um ihnen eine gute und sichere Unterkunft bauen zu können?

Auslauf:

  • Auch wenn Hühner zunächst ziemlich klein wirken, haben sie einen großen Bewegungsbedarf. Jedem Huhn solltest du daher mindestens zehn Quadratmeter Auslauf anbieten, rät Ernst Fröhlich, Geflügelspezialist beim Schweizer Bundesamt für Veterinärwesen. Je mehr Platz du hast, um Hühner zu halten, desto besser.
  • Hühner benötigen einen Auslauf an der frischen Luft. Dieser sollte laut Peta Versteckmöglichkeiten bieten, Büsche und Bäume.
  • Außerdem sollte der Auslauf mit einem Zaun abgegrenzt sein, welcher mindestens 1,30 Meter hoch ist. Damit sich Fressfeinde wie Marder nicht darunter hindurch graben können, muss er über ein festes Fundament verfügen. Eventuell benötigst du auch ein Netz als Schutz.
  • Stelle deinen Hühnern viele überdachte Futterplätze zur Verfügung. Zwischen diesen sollte genug Abstand bestehen, damit auch rangniedrigere Hühner essen können.
  • Idealerweise verfügt der Auslauf neben grünen auch über staubige Flächen. Ist das nicht der Fall, dann stelle deinen Hühnern ein Staubbad (circa ein Quadratmeter) zur Verfügung.  
  • Da Hühner gerne in der Erde scharren und sich schon mal an schmackhaften Gemüse- und Obstpflanzen vergreifen, solltest du deinen Gemüsegarten und Blumenbeete vor den Tieren schützen.

Stall:

  • Auch wenn die Hühner sich tagsüber in deinem Garten bewegen können, benötigen sie einen hellen, trockenen Unterschlupf für die Nacht. Dieser sollte laut Peta zugleich gut belüftet und zugfrei sowie robust und sicher vor Fäulnis sein.
  • Wie groß der Stall sein muss, in dem du die Hühner hältst, richtet sich nach der Anzahl der Tiere. Zehn Hühner benötigen mindestens zwei mal zwei mal zwei Meter Platz. Die Wände solltest du isolieren, damit die Hühner es in der Nacht warm haben.
  • Verteile auf dem Boden Sand, trockenes Laub oder Sägespäne. Dieses Streu musst du regelmäßig austauschen. Außerdem benötigen die Tiere einen Bereich mit Sand und kieselsäurehaltiger Erde, in dem sie ihr Gefieder reinigen können.
  • Mit einer verschließbaren Klappe sind sie vor Fressfeinden wie Füchsen oder Mardern sicher. Zudem braucht der Stall ein Fester und eine Lüftungsklappe sowie geeignete Sitzstangen und ein Kotbrett. Mehr Infos erhältst du bei Tierärzten und Tierschutzvereinen wie Peta.

Wichtig: Hühner dürfen nicht allein gehalten werden. In der Regel leben sie in Gemeinschaften aus 20 Hennen und einem Hahn.

Hühner zu halten bedeutet tägliche Arbeit

Frage dich als nächstes, ob du der Verantwortung gewachsen bist, die Tiere mit sich bringen. Hältst du Hühner, musst du dich jahrelang täglich um sie kümmern.

Hier findest du einen Überblick über die Aufgaben, die immer wieder anfallen, wenn du Hühner halten möchtest. Überlege dir, wie du sie in deinen Alltag integrieren kannst und ob es dir den Aufwand wert ist.

Die Aufgaben fallen regelmäßig an:

  • Wenn es abends dämmert, musst du die Hühner täglich in den Stall sperren, um sie vor Fressfeinden zu schützen.
  • Morgens direkt nach dem Sonnenaufgang wollen deine Hühner wieder Auslauf haben.
  • Zudem musst du dafür sorgen, dass den Tieren jederzeit frisches Wasser zur Verfügung steht und sie ausreichend füttern.
  • Mindestens einmal pro Woche, bei Bedarf auch öfter, musst du den Hühnerstall ausmisten. Altes Stroh und Fäkalien kommen auf den Kompost, während du den Boden mit frischem Stroh oder Sägespänen auslegst.
  • Außerdem musst du dafür sorgen, dass deine Hühner gesund sind. Bei Verdacht auf Krankheit musst du sofort den Tierarzt verständigen. Erkundige dich dort auch, ob Impfungen nötig sind, wenn du planst, Hühner zu halten.

Du solltest täglich etwa eine Stunde einplanen, um deine Hühner artgerecht zu versorgen.

Wichtig: Jede nach Hühnerart musst du die Tiere unterschiedlich pflegen. Informiere dich genau, bevor du dir Hühner zulegst.

Die richtige Nahrung für deine Hühner

Hältst du Hühner, musst du ihnen eine ausgewogene Ernährung bieten. Peta empfiehlt eine abwechslungsreiche Mischung aus Körnerfutter, Weichfutter, Knollen und Mineralfutter. Dazu brauchen die Tiere Calcium in Form von Muschelgrit. Während der Mauser musst du ihnen außerdem ölhaltige Samen wie Hanf und Sonnenblumenkerne füttern.

Zusätzlich finden Hühner in deinem Garten oder am Kompost Nahrung. Dazu gehören Würmer, Insekten und Larven. So können sie deine Pflanzen vor Schädlingen bewahren. Auch frisches Gras steht auf dem Speiseplan der Tiere. Damit die Hühner die Wiesen nicht restlos abfressen, bietest du den Tieren am besten abwechselnd verschiedene Wiesenflächen an.

Tipp: Damit dein Garten immer noch insektenfreundlich ist, kannst du eine Wiese anlegen, die vor den Hühnern geschützt ist.

Wichtig: Biete den Hühnern auf keinen Fall Fleischreste an. Auch stark gesüßte, salzige oder sehr fettige Gemüsereste eignen sich nicht für Hühner.

Hühner halten: Gesetzliche Regelungen

  • Wer in Deutschland Hühner halten darf, wird über die Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere geregelt. Die Richtlinien für die Großindustrie stellen aber nur die absoluten Minimalstandards dar. Damit du die Tiere artgerecht hältst, musst du ihnen bessere Bedingungen bieten können.
  • Um Streitigkeiten mit den Nachbarn zu vermeiden, solltest du vor der Anschaffung mit ihnen über deine Pläne sprechen. Häufig ist ein krähender Hahn Grund für Nachbarschaftsstreit vor Gericht.
  • Möchtest du in deinem Schrebergarten oder in einem Kleingarten Hühner halten, solltest du das unbedingt mit den Eigentümern oder dem Verein absprechen. Die Regelungen sind regional sehr verschieden.

Alternativ könnten auch Laufenten für dich in Frage kommen. Die krähen nicht – deine Nachbarn könnten sich mit ihnen eventuell besser anfreunden.

Welche Hühner halten?

Wenn du dir sicher bist, dass du Hühner halten möchtest, könntest du zum Beispiel „ausgediente“ Legehennen oder andere gerettete Tiere bei dir aufnehmen. Diesen kannst du einen schönen Lebensabend bieten. Wende dich für die Vermittlung an Vereine wie „Rettet das Huhn e.V.„.

Weiter Möglichkeiten, dir Hühner zuzulegen, sind

  • Kleintier- und Geflügelmärkte
  • Geflügelzüchter oder Vereine
  • private Hühnerzüchter über Inserate

Tipp: Der beste Zeitpunkt, um dir Hühner zuzulegen, ist vom Frühling bis zum Sommer. Dann ist das Nahrungsangebot am größten und die Hühner können sich bis zum Winter an den Stall und die Umgebung gewöhnen.

Üblicherweise unterscheidet man zwischen zwei Arten von Hühnern:

  • Legehühner: Diese Hühner sind darauf gezüchtet, möglichst viele Eier zu legen.
  • Rassehühner: Rassehühner sind optisch oft auffälliger und häufig pflegeleichter.

Egal für welche Hühner du dich entscheidest: Du solltest unbedingt auf die Haltungsbedingungen achten und etwaige Besonderheiten erfragen. Indem du die Augen, die Kloake und die Unterseite der Flügel überprüfst, kannst du dir ein Bild von der Gesundheit der Hühner machen.

Hühner mit oder ohne Hahn halten?

Um Hühner zu halten, ist ein Hahn nicht unbedingt notwendig. Auch ohne ihn legen die Hennen regelmäßig Eier. Nur Nachwuchs wird es ohne ihn nicht geben. Außerdem bietet es einige Vorteile, wenn du ihn mit Hühnern hältst. Hier ein paar Beispiele:

  • Ein Hahn beschützt und bewacht seine Hennen. 
  • Er übernimmt gelegentlich die Erziehung junger Hühner.
  • Er schlichtet Streitigkeiten.

Entscheidest du dich für eine Herde mit Hahn, solltest du dich am besten nach einem älteren Hahn umsehen. Er ist bereits erfahren im Hüten der Hennen und erleichtert dir so die Arbeit. Integriere aber nicht zu viele männliche Tiere in die Herde, sonst kann es schnell Stress unter den Hühnern kommen.

Entscheidest du dich dafür, Hühner zu halten, solltest du dich zusätzlich weiter belesen. Bücher zum Thema findest du unter anderem im Ecobookstore.