Heimische Wildstauden sind robuste, pflegeleichte Pflanzen, die Ihren Garten nicht nur optisch bereichern, sondern auch ein Paradies für Insekten schaffen. Erfahren Sie hier als Gartenspezialist, welche Arten es gibt und wie Sie sie richtig einpflanzen.
Heimische Wildstauden finden Sie in unserer Natur an Waldrändern, Wiesen und Feldern. In einem naturnahen Garten locken sie Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten an. Unverändert durch Züchtung, haben sie sich über Jahrhunderte an lokale Bedingungen angepasst – daher sind sie widerstandsfähig, genügsam und essenziell für die Biodiversität.
Vermeiden Sie es, Pflanzen aus der Wildnis zu entnehmen. Kaufen Sie sie stattdessen als fertige Pflanzen oder Saatgut in Fachgeschäften vor Ort oder online – so schützen Sie die Natur.
Der passende Standort
Trockene und sonnige Standorte
Auf sonnigen, trockenen oder nährstoffarmen Böden fühlen sich viele Wildstauden wohl:
- Gemeine Schafgarbe und Wiesen-Schafgarbe
- Großblütige Königskerze
- Dunkle Königskerze
- Echtes Johanniskraut
- Moschus-Malve
- Rote Lichtnelke
- Blut-Storchschnabel
- Filziger Frauenmantel
Halbschattige Standorte
Im lichten Schatten unter Bäumen oder auf feuchten Böden gedeihen:
- Blauer Eisenhut (giftig)
- Akeleiblättrige Wiesenraute
- Große Sterndolde
- Großblütige Braunelle
Schattige Standorte
Auf schattigen, feuchten Plätzen passen:
- Waldgeißbart
- Ausdauerndes Silberblatt
- Vielblütiges Salomonssiegel
- Haselwurz
Wildstauden richtig pflanzen und pflegen
Passt Ihr Garten nicht ideal? Gestalten Sie geeignete Habitate.
Magere Böden schaffen
Viele Wildstauden lieben nährstoffarme Erde. Tragen Sie die obere Schicht ab oder mischen Sie Sand ein. In Sand- oder Schotterbeeten sind sie vor Verdrängung durch Unkräuter sicher.
Feuchte Zonen anlegen
Vergraben Sie eine Teichfolie, um Staunässe zu erzeugen – ideal für feuchtliebende Arten.
Einpflanzen
Wann: Herbst oder Frühjahr für Mehrjährige; Topfpflanzen ganzjährig.
Wie:
- Lockern Sie den Boden und entfernen Sie Unkräuter gründlich, um Konkurrenz zu vermeiden.
- Graben Sie ein Loch doppelt so groß wie der Topf. Wässern Sie trockene Ballen, setzen Sie ein, füllen Sie auf und gießen Sie an.
- Samen streuen, leicht bedecken, andrücken und feucht halten.
Pflanzabstand: 10 bis 20 Zentimeter.
Pflege
An heimische Bedingungen angepasst, brauchen Wildstauden kaum Pflege: Kein Dünger, kein Überwintern, selten Gießen – selbst bei Trockenheit.
Vorteile für Mensch und Natur
Der NABU meldete 2018: Ein Drittel der Wildpflanzen ist gefährdet durch Pestizide und Eutrophierung der Gewässer. Wildstauden im Garten fördern Artenvielfalt – spezialisierte Wildbienen wie Knautien-Sandbiene profitieren, gefolgt von Vögeln.
Zudem sind viele Heilpflanzen:
- Beinwell: Bei Prellungen, Brüchen (MDR).
- Schafgarbe: Verdauung, Menstruationsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Haut.
- Johanniskraut: Schlafstörungen, Unruhe.
- Wilde Karde: Magen, Immunsystem, Haut.
- Gilbweiderich: Tee bei Hautverletzungen.